text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Killer City Thriller von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.03.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Killer City

Seine bevorzugte Waffe ist das Rasiermesser. Mit ihm nähert er sich leise aus der Dunkelheit. Er ist auf der Suche nach seinem nächsten Opfer, denn sein Impuls zu töten ist übermächtig ... Thornhill hat schon viele Menschen getötet. Die kürzlich eröffnete Weltausstellung lockt Tausende Besucher nach Chicago. Dort kann er in der Masse der Touristen untertauchen und auf Jagd gehen. Doch schon bald macht er sich Feinde unter den Gangs der Stadt. Schnell sind die ersten Toten zu beklagen - und Thornhill wird vom Jäger zum Gejagten.

Wolfgang Hohlbein, 1953 in Weimar geboren, lebt mit seiner Frau Heike und seinen Kindern am Niederrhein, umgeben von einer Schar Katzen und Hunde. Er ist einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Gegenwart. Seine Werke wurden in 47 Sprachen übersetzt und mit über zwanzig nationalen und ungezählten internationalen Preisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 29.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732549894
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Englewood HC
Weiterlesen weniger lesen

Killer City

DIE BURG

V iele, die auf ihrem Weg zur Arbeit oder auch aus anderen Gründen mehr oder weniger regelmäßig an dem Hotel vorbeikamen, nannten es schlicht die Burg. Auch Thornhill lag dieses Wort ganz instinktiv als Allererstes auf der Zunge, als er aus der Tram stieg und mit der linken Hand die Melone zurechtrückte, mit der er seit Jahren den immer schneller werdenden Vormarsch seiner Geheimratsecken zu kaschieren versuchte.

Dabei tat die Bezeichnung Burg dem beeindruckenden Gebäude mit seinen modernen Ziegelsteinwänden, den großen Fenstern und kühn vorspringenden Erkern mehr als unrecht, denn es stach ganz im Gegenteil eher positiv aus der Masse der umliegenden Gebäude heraus.

Und dennoch: Das große dreigeschossige Haus hatte etwas Bedrohliches. Es war nicht mit Händen zu greifen und auch nicht mit Worten zu beschreiben, sondern eher wie ein unsichtbarer Schatten, der sich vor das Sonnenlicht schob und ihm einen winzigen Teil seiner Leuchtkraft stahl; jenen Teil, der nicht den Körper, sondern die Seele wärmt.

Was für ein seltsamer Gedanke, der so gar nicht zu ihm passen wollte ... und aus dem er auch unsanft und von einem ungeduldigen Schrillen herausgerissen wurde.

Thornhill brauchte noch eine weitere halbe Sekunde, um zu begreifen, dass er mit einem Fuß noch immer auf dem Trittbrett der Tram stand und sie so am Weiterfahren hinderte, und die andere Sekundenhälfte, um den Fehler zu berichtigen und ganz auf die Straße hinabzutreten. Er hatte es noch nicht ganz geschafft, da setzten sich die beiden muskulösen Zugpferde schon wieder in Bewegung, und die Tram rollte auf ihren eisernen Schienen weiter.

Das Gefährt bildete einen sonderbaren Kontrast in sich, vereinte es doch die beinahe altmodischste Art der Fortbewegung mit den modernen Schienenfahrzeugen, die mehr und mehr das Bild der Städte bestimmten. Thornhill ertappte sich dabei, so lange stehen zu bleiben, bis es den Platz überquert hatte und verschwunden war. Dann ergriff er seine Tasche fester, rückte noch einmal die Melone zurecht und nahm sowohl den Weg zum Hotel als auch seinen letzten Gedanken wieder auf. Sicher, es war ein beeindruckendes Gebäude, aber es machte ihm Angst.

Vielleicht lag es ja auch an der ganzen Gegend. Chicago an sich genoss schon keinen guten Ruf, aber Englewood war in einer schlecht beleumundeten Stadt zweifellos das Viertel, über das man am meisten die Nase rümpfte, ein Viertel, auf das nicht nur der Rest Chicagos hinabsah. Selbst die meisten Einwohner Englewoods waren mittlerweile Opfer des üblen Rufes geworden, den sie sich so mühsam erarbeitet hatten, und trauten sich nach Sonnenuntergang kaum mehr aus ihren Häusern.

Aber darüber wollte sich Thornhill nicht beschweren. Schließlich war er aus keinem anderen Grund hergekommen.

Ein Velofahrer kam ihm entgegen und entblödete sich nicht, ausgiebig die Klingel seines obszönen Gefährts zu betätigen, obwohl die Straße nun wirklich breit genug war, um ihm auszuweichen. Thornhill setzte seinen Weg unverdrossen fort und verzichtete sogar darauf, dem Fahrer auch nur einen bösen Blick nachzuwerfen. Stattdessen tröstete er sich mit dem Gedanken, was er ihm hätte antun können, wenn ihm danach gewesen wäre.

Der Wind drehte und trug einen Übelkeit erregenden Schwall des typischen Chicago-Gestanks heran, den er fast noch unerträglicher fand als den Anblick der Armut und Kriminalität ringsum.

Das Erdgeschoss des großen Eckgebäudes bestand fast komplett aus Ladenlokalen: einer Apotheke, einem kleinen Barber-Shop und einem noch kleineren Gemischtwarenladen, wie man sie fast ausschließlich in Vierteln wie diesem fand und die alles und nichts im Angebot hatten; und einen Gutteil davon vermutlich illegal. Thornhill nahm sich vor, sich demnächst das Ladengeschäft etwas genauer anzusehen und vor allem seinen Besitzer einer unauffälligen Überprüfung zu unterziehen, steuerte nun aber mit schneller

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen