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Killer Ein Alex-Delaware-Roman 29 - Thriller von Kellerman, Jonathan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2014
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Killer

Alex Delaware im Visier eines gnadenlosen Killers. Der brillante Psychologe Alex Delaware hat Erfahrung mit dem kranken Geist. Dennoch scheint Constance Sykes, eine kultivierte und erfolgreiche Ärztin, niemand zu sein, den man fürchten müsste. Doch als Delaware in einen bizarren Sorgerechtsstreit zwischen Constance und ihrer Schwester verwickelt wird, beginnt er zu erahnen, wie gefährlich sie ist. Als der Gerichtsprozess schließlich in einem kaltblütigen Mord eskaliert und das kleine Mädchen, das im Zentrum des Rechtsstreits stand, spurlos verschwindet, müssen Detective Sturgis und Delaware sich gegen ein korruptes System und den Abschaum von L.A. stellen, um ein unschuldiges Leben zu retten. Jonathan Kellerman ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Kriminalautoren. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Kinderpsychologe. Seine Reihe mit dem Psychologen Dr. Alex Delaware ist berühmt für höchst einfühlsam entwickelte Figuren und eine raffinierte Handlung: Hochspannung von der ersten bis zur letzen Seite. Dafür ist er unter anderem mit dem 'Edgar Allan Poe Award', Amerikas bedeutendstem Krimipreis, ausgezeichnet worden. Er lebt mit seiner Frau Faye in Los Angeles.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 15.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145675
    Verlag: Goldmann
    Serie: Alex Delaware Bd.29
    Originaltitel: Killer
    Größe: 748 kBytes
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Killer

2

Bei Scheidungsprozessen gehen manche Menschen auf Angriff wie Bullen in der Stierkampfarena, ohne Rücksicht auf Verluste. Andere schieben hehre Absichten vor und heben sich die Attacke für später auf. Nur ein kleiner Prozentsatz schafft es, höflich und zivilisiert zu bleiben. Die große Masse kämpft mit Guerillamethoden.

Sind Kinder im Spiel, werden sie oft zum Zankapfel, auch und gerade bei Menschen, denen die Familie im Grunde herzlich egal ist, selbst wenn sie das Gegenteil behaupten. Zuzugeben, dass einem der eigene Nachwuchs nichts bedeutet - sprich, auszuleben, wovon man jahrelang geträumt hat, nämlich das ganze Konzept von Familie über Bord zu werfen -, widerspricht sämtlichen gesellschaftlichen Normen.

Oft treiben es gerade die Eltern, die an ihren Kindern überhaupt kein Interesse haben, auf die Spitze, denn es geht vor allem ums Gewinnen.

In den schlimmsten Fällen werden die Kinder zu Handgranaten. Dann wird dem Scheidungsgegner Vernachlässigung oder Missbrauch vorgeworfen, in der Regel zu Unrecht. Doch wenn Kinder im Spiel sind, muss alles überprüft werden. In solchen Fällen ruft das Gericht dann oft jemanden wie mich, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Nebenher helfe ich Lieutenant Milo Sturgis vom Los Angeles Police Department, gemeine Mörder zu fassen.

Im Vergleich zu meiner Gerichtsarbeit ist das ein Kinderspiel.

In der Anfangszeit meiner privaten Praxis, nachdem ich das Western Pediatric Medical Center verlassen hatte, ging ich Sorgerechtsfällen tunlichst aus dem Weg. Ich verwies sogar Patienten weiter, die auch nur ansatzweise den Eindruck machten, sie könnten in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Ich wusste, dass es sich finanziell lohnte, für das Gericht zu arbeiten, doch ich hatte immer genug zu tun, und Kollegen, die sich mit der Justiz abmühten, klagten darüber, wie chaotisch und willkürlich der ganze Apparat sei, als wäre er von einem Haufen sadistischer Vollidioten zusammengeschustert worden. Die natürlich stets das beste Interesse für das Kind im Sinn hätten.

Meine Praxis lief gut. Überwiegend gesunde Menschen brachten überwiegend gesunde Kinder zu mir, deren Probleme ich kurzfristig behandeln konnte. Patienten, die mir das Gefühl gaben, ein Held zu sein. Wem würde das nicht gefallen?

Dann wurde ein Kind, das bereits bei mir in Therapie war, zu einem Sorgerechtsfall. Die vierjährige Amy wuchs bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf, die im Großen und Ganzen keine Probleme hatte, von mir aber ein paar Tipps hinsichtlich Disziplin, Entwicklung und Schulwahl wollte. Das stille kleine Mädchen verdankte ihre Existenz einem One-Night-Stand ihrer Mama mit einem Mann, den die Kleine nie kennengelernt hatte - einem damals verheirateten ehemaligen Polizisten aus dem Bundesstaat Washington, der wegen Bestechlichkeit aus dem Dienst entlassen worden war, aber möglicherweise noch mehr auf dem Kerbholz hatte.

Der Mann hatte in Amys Leben keinerlei Rolle gespielt, noch hatte er je einen Cent zu ihrem Unterhalt beigetragen. Amys Mutter hatte ihn auf Unterhaltszahlungen verklagt, machte aber keinen Druck, denn sie kam im Grunde auch so gut zurecht.

Eines Abends stand er vor ihrer Tür. Er versuchte, sie zu packen und zu küssen, und präsentierte ihr dann mit schmierigem Grinsen eine Klage auf gemeinsames Sorgerecht. Seit seiner Entlassung aus dem Polizeidienst hatte er nur sporadisch gearbeitet. Er war erst kürzlich geschieden worden und durfte seine anderen beiden Kinder nicht sehen, daher hatte er beschlossen, es sei an der Zeit, sich "um die Kleine zu kümmern". Sie sehe ihm ohnehin ziemlich ähnlich.

Man hätte annehmen sollen, dass er keine Chance haben würde, sich in Amys Leben zu drängen. Aber da hatte man die Rechnung ohne die sadistischen Vollidioten der Justiz gemacht.

"Papa" hatte einen Anwalt mit aggressiven Neigungen eingeschaltet, der ein wortreiches psychologisches Gutachten verfassen ließ; darin wurde dri

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