text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Killer Jubiläumsausgabe von Schüller, Martin (eBook)

  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Killer

Tom ist Killer: kühl, skrupellos, ein Profi. Aber ein rätselhafter Auftrag führt ihn zurück in seine Vergangenheit, und die Grenzen zwischen Tätern und Opfern beginnen zu zerfließen. Mitreißend, spannend, ein Thriller voller Suspense und Action vom Meister des virtuosen Erzählens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863588366
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 5058 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Killer

EINS

Die Kugel traf den Kommissar in den Oberschenkel. Er wurde hinter die geöffnete Fahrertür zurückgeschleudert. Die beiden Männer waren etwa fünfzehn Meter von ihm entfernt. Der Mann in der schwarzen Lederjacke rang verzweifelt mit dem blonden Killer um dessen Waffe. Sie stürzten aneinandergeklammert zu Boden. Mit letzter Kraft drehte der Mann die schwere Halbautomatik gegen die Brust des Mörders. Der Schuss zerfetzte das weiße Hemd, Blut quoll hervor. Langsam richtete der Mann sich auf, die Waffe in der Hand. Sekundenlang sah er auf den leblosen Körper hinab, dann hob er die Pistole und entleerte das gesamte Magazin in die Brust des Killers. Der Körper zuckte heftig bei jedem Schuss. Erst als der Finger am Abzug nur noch Klicken erzeugte, ließ der Mann die Waffe sinken. Mit starrem Gesicht drehte er sich um und humpelte auf den Kommissar zu. Nur wenige Schritte von ihm entfernt blieb er stehen. Unter seinem Lächeln lag ein Ausdruck verzweifelter Traurigkeit.

"Ich ergebe mich", sagte er.

"Ich glaube nicht", sagte der Kommissar. Seine Augen vereisten. Er hob den Revolver. Der Schuss traf in die Brust des Mannes. Ein großer roter Fleck erschien auf dem grauen Sweater. Der Mann drehte sich im Sturz und fiel nach vorne. Unter ihm breitete sich eine Blutlache aus.

Dann kam ich.

Ich hüpfte den schmalen Weg zwischen den geparkten Trucks entlang.

"Papi!", rief ich. Immer wieder. "Papi, Papi!"

Die blonde Frau hinter mir versuchte, mich auf ihren Stöckelschuhen einzuholen, doch ich war zu schnell.

"Papi, Papi!"

Ich starrte auf den Fernseher. Idiotisch, dachte ich. Selbst ein Vierjähriger hüpft nach einem Schusswechsel nicht jauchzend auf seinen sterbenden Vater zu.

"Ich kann die Schnepfe nicht leiden. Konnte ich noch nie", sagte meine Mutter.

Ich hatte gewusst, dass sie das sagen würde. Sie sagte es jedes Mal.

Sie sagte immer das Gleiche.

Die blonde Frau holte mich ein, als ich die Leiche des Mannes schon erreicht hatte. Sie brach weinend zusammen und versuchte, mir die Augen zu verdecken.

"Tom", schluchzte sie, "oh Tom, warum?"

"Du bist so süß", sagte meine Mutter.

Ich sagte nichts. Sie sagte immer das Gleiche. Sie war verrückt.

"Cut!", hatte eine Stimme gerufen. "Gestorben."

Der Mann hatte sich aufgerichtet und mich angegrinst.

"Tom, du warst großartig", hatte er gesagt und mir durchs Haar gewuschelt. Die blonde Frau küsste mich feucht auf den Mund. Ich hasste es.

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen. "Ich dachte, du bist Tom?", fragte ich den Mann.

Er lachte. "Ich war Tom, und du warst Boris, jetzt bin ich Klaus, und du bist Tom. Alles klar?"

"Nein", sagte ich leise. "Was soll ich denn sagen, wenn mich einer fragt, warum?"

Wieder lachte er. "Frag die Mama." Er gab mir einen Klaps und ging weg.

Doris kam und nahm mich an der Hand, wie immer. Wir gingen zu dem Wohnwagen, und ich zog meine eigenen Sachen wieder an. Meine Mutter lehnte draußen in der Sonne neben der Tür und rauchte.

"Na siehst du, da hast du die ganze Arbeit schon hinter dir." Doris war nett, ich mochte sie.

"Hier ist Ihr Sohn wohlbehalten zurück, Frau Stricker", sagte sie, als sie mich draußen bei meiner Mutter ablieferte. "Der Junge war wirklich toll."

Meine Mutter hatte gar nichts gesagt, nur an ihrem Joint gezogen.

"Er wird bestimmt mal ein Star!", hatte Doris uns nachgerufen, als wir zu dem orangen Käfer trotteten.

"Mami, was ist ein Star?"

"Jesus Christ. Der ist sogar ein Superstar."

Ich glaube, sie wollte nicht reden, damals. Nach Tom habe ich nicht gefragt. Schon gar nicht nach dem Warum.

Heute wollte sie reden. Das Gleiche wie immer, wenn sie sich mit mir den Film ansah.

"Es ist so sc

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen