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Kinderleicht Kriminalroman von Wünsche, Christiane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.07.2014
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Kinderleicht

Auf dem Campingplatz von Jule und Michael wird bei Bauarbeiten eine Kinderleiche gefunden - ausgerechnet vorm Pfingstwochenende. Die G"ste sind verunsichert, der Campingplatz in der Eifel zudem in einem miserablen Zustand, weil Benny, der Sohn eines Kumpels von Michael, lieber die Zeit mit der 13-j"hrigen Annalena verbringt als mit der Instandhaltung des Areals. Jule beobachtet das Treiben der beiden mit groáem Unwohlsein und sieht sich best"tigt, als Annalena eines Tages verschwindet. Die Spur f hrt nach Kaarst und Neuss ... Christiane W nsche, geboren 1966, tischte bereits als Kind ihren Geschwistern glaubhaft das M"rchen vom Tiger im Rhabarberfeld auf. Die seit ber zwanzig Jahren in ihrer Heimatstadt Kaarst in der Kinder- und Jugendarbeit t"tige Autorin bringt dort ihr Faible f r alles Literarische in Form von Theaterst cken, Artikeln, Gedichten und Krimispielen zur Geltung. Christiane W nsche hat eine mittlerweile erwachsene Tochter, zwei Hunde und einen knallroten Oldtimer-Wohnwagen, mit dem sie auch weite Strecken in ganz Europa zur cklegt. Camping ist neben dem Schreiben und allem Kreativen ihre groáe Leidenschaft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 249
    Erscheinungsdatum: 02.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839245262
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 3764 kBytes
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Kinderleicht

Die Büchse der Pandora

Das Dröhnen des Dieselmotors zerriss die Stille; dann erstarb es wieder. Michael Faßbinder war genervt. Seit Stunden hatten sie geackert, und inzwischen versengte ihm die Mittagssonne Nacken und Arme. Aber es ging nicht voran. Mit dem Bagger hatten sie es bisher nicht vermocht, ein Loch in den harten Boden zu reißen, nicht die Spur von einem Loch! Und das würde sich so bald wohl auch nicht ändern. Eddie mit dieser rostigen Schrottkarre, bei der dauernd der Motor ausging. Eddie mit seinen leeren Versprechungen, dem Sammelsurium im Werkzeugkoffer und einer Fahne von hier bis Holland. Es war zum Kotzen!

Michael setzte sich im Schatten eines Haselstrauchs auf einen Baumstumpf, trank einen Schluck Bier aus der Flasche und nahm sich vor, ganz ruhig zu bleiben. Das war nicht leicht, weil er dabei Eddie, Miro und Heinz vor Augen hatte, wie sie langatmig darüber beratschlagten, warum der Bagger zum zigsten Mal innerhalb der letzten halben Stunde verreckt war. Als hätten sie alle Zeit der Welt!

Hatten sie aber nicht, denn heute war Freitag und damit die letzte Chance, die Grube für den neuen Pool am Rande des Campingplatzes Eifelwind auszuheben. Morgen begann das Pfingstwochenende – Hochsaison. In Scharen würden die Gäste anreisen – einige schon heute Nachmittag, mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt und Kind und Kegel. Sie alle würden allerhöchstens zartes Vogelgezwitscher oder das Rauschen des Steinbachs in den Ohren haben wollen, aber garantiert keinen Baulärm. Michael verzog unwillig das Gesicht.

Das hier lief nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.

Eine dicke Hummel brummte behäbig an ihm vorbei und ließ sich auf einer Distelblüte nieder. Nach einer Weile flog sie weiter zur nächsten Blume, taumelnd und träge. Micha wünschte sich, sich an ihrer Gelassenheit ein Beispiel nehmen zu können. Stattdessen machte ihn das Gerede der Männer einfach nur kirre.

"Der kriegt nicht genug Saft", vermutete gerade Miro, gebürtiger Kroate, seit letztem Winter Angestellter auf dem Campingplatz, und kratzte sich den kahl geschorenen Schädel. "Ist zu schlapp, deshalb säuft der immer ab. Vielleicht ist die Einspritzpumpe kaputt."

"Blödsinn, das liegt am harten Untergrund. Die Maschine ist fit", verteidigte Eddie seine uralte Rostlaube und tätschelte zärtlich das verbeulte Blech. Er hatte, bevor er in der Eifelwind -Kneipe kellnerte, als Kfz-Meister in einer Autowerkstatt gearbeitet und liebte es, gebrauchte Fahrzeuge aller Art anzukaufen und zu reparieren. "Außerdem habe ich den Motor doch gerade durchgecheckt."

"Mit dem Boden könntest du recht haben. Das klappt so nicht", pflichtete ihm Heinz Metzen bei, ein Landwirt Ende 50. Sein Land grenzte unmittelbar an das Grundstück des Campingplatzes an. Bedächtig fuhr er sich mit seiner Riesenpranke über die grauen Bartstoppeln im Gesicht und am Hals, hoch und runter, sodass es rhythmisch schabte, bis er – nach einer Ewigkeit – nickte wie ein Wackeldackel. "Am besten hol' ich meinen Traktor mit dem Grubber hinten dran. Der soll den Boden ordentlich durchpflügen. Den Rest kann dann dein mickriger Raupenbagger erledigen, Eddie. Was sagst du dazu, Micha?"

Michael guckte skeptisch. Bis Heinz seinen Traktor herbeigeschafft hatte, verging garantiert eine halbe Stunde; viel Zeit blieb ihnen dann nicht mehr. Aber welche Alternative hatten sie?

"Okay, dann mal los." Er grinste müde und wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. "Aber beeil dich, ja?"

"Klar."

Worauf Metzen in aller Gemütsruhe auf sein Fahrr

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