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Klippen (Mystery-Krimi) von Perfall, Anton von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Klippen (Mystery-Krimi)

Dieses eBook: 'Klippen (Mystery-Krimi)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'In dem Flackerscheine der jetzt frei sich tummelnden Flammen sah Bernhard das geschwärzte Antlitz Bessys über sich gebeugt. Er bedurfte keiner Frage, keiner Antwort mehr.' Anton von Perfall (1853-1912) war ein bayerischer Heimat- und Jagdschriftsteller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 95
    Erscheinungsdatum: 08.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026870128
    Verlag: e-artnow
    Größe: 408 kBytes
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Klippen (Mystery-Krimi)

II.

Inhaltsverzeichnis

Der Mord auf Crosbys Ranch machte den ganzen Winter viel von sich reden. Solche Bluttaten gehörten in den letzten Jahren zu den Seltenheiten, und gerade dieses County erfreute sich der größten Sicherheit. Außerdem genoß Tom Crosby als alter Pionier von Missouri überall die größte Achtung, obwohl seine Feinde alte Gerüchte über seine etwas zweifelhafte europäische Vergangenheit immer von neuem aufwärmten; doch damit nahm man es hierzulande nicht so genau. Auf neuem Boden ein neues Leben! Wer nur das Richtige anfängt und in diesem ein richtiger, brauchbarer Bürger wird.

Am meisten Teilnahme aber erregte bei dem blutigen Ereignisse die Tochter Crosbys, die vielumworbene Bessy, welche damit ihr ganzes Vermögen verlor und anstatt mit ihrem Vater, der gegen ihre dringende Vorstellung die Farm um einen allerdings sehr hohen Preis verkauft hatte, in die Großstadt zu ziehen, nun auf ihrem früheren Eigentum, wo sie die Herrin so vortrefflich zu spielen verstanden, dienen mußte.

Mac Taylor, ein Irländer, der neue Besitzer von Crosbys Ranch, machte ihr sofort großmütig den Antrag, als Wirtschafterin einzutreten, ihre Tüchtigkeit wohl kennend, und zur allgemeinen Verwunderung nahm sie den Antrag an, obwohl jeder wußte, daß sie erst kurz zuvor dem Sohne desselben Mannes, zum Verdrusse beider Väter, einen Korb gegeben. Man konnte sich das nur aus der übergroßen Anhänglichkeit Bessys an die alte Heimat erklären, wie hätte sie sonst die Demütigung ertragen, den abgewiesenen Freier zum Dienstherrn zu haben; ja, man vermutete fast, ihr Stolz sei durch das plötzliche Unglück völlig gebrochen, und sie hoffe, ihre übereilte Abweisung wieder gut machen und auf diese Weise wieder Herrin werden zu können auf Crosbys Ranch.

Sie änderte nichts in ihrem selbstbewußten, schroffen Wesen; wie zuvor sah man sie jede Woche zweimal zu Pferd oder zu Wagen nach Pèoria kommen, ihre Geschäfte, Ein- und Verkäufe, zu besorgen. Sie ließ sich nichts anmerken von ihrer Dienststellung, und die Leute wollten sie nicht kränken mit darauf bezüglichen Fragen, oder sie wagten es nicht, solche zu stellen. Beileidsbezeugungen, Ausdrücke des Mitleids über das unglückliche Ende des Vaters wies sie schroff ab. Jungen Männern, welche die stolze Bessy jetzt gefügiger glaubten und sich mit neuem Mut an sie heranwagten, ging es noch schlimmer, wie früher. Es war dies um so mehr zu verwundern, als der junge Taylor, ein roher, trunksüchtiger Mensch, öffentlich in allen Wirtshäusern erklärte, es fiele ihm gar nicht ein, dieses hochnäsige Bettelkind zu heiraten, zur Arbeit sei sie ja ganz recht, und es freue ihn, gerade ihr befehlen zu können.

Auf was wartete sie denn noch, daß ihr keiner gut genug war?

"Auf die fünfzigtausend Dollar, die ihr der Henry Smidt schickt, um Crosbys Ranch zurückzukaufen," sagte ein Spottvogel.

Diese Worte machten die Runde im ganzen County, sie kamen auch Bessy wieder zu Ohren.

"Das ist viel eher möglich, als daß ich von diesen Einfaltspinseln einen zum Mann nehme," erwiderte sie darauf. "Ich bin überzeugt, daß er den Vater nicht um des Geldes willen umgebracht hat. Weiß Gott, wie es zuging, er war oft recht hart mit ihm, der Vater."

Ein Schuldbewußtsein klang aus diesen Worten, eine milde Auffassung, die von ihr doppelt überraschen mußte. "Sie ist verrückt geworden über all dem Unglück und hofft wirklich im stillen, was der Spottvogel erdacht," war die allgemeine Ansicht.

Bernhard Weltz hatte kein Glück in seinem bisherigen Leben gehabt. Die Mutter starb früh, sein Vater, ein kleiner Kaufmann in einer deutschen Provinzstadt, machte Bankerott und schoß sich eine Kugel vor den Kopf, als Bernhard noch ein Kind war; Verwandte sorgten für ihn, so lange, bis er selbst kümmerlich etwas verdienen konnte.

Die Vergangenheit seines Vaters war ihm hinderlich, sein Name verfehmt in der Heimat; für solche Leute ist Amerika die e

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