text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kommissar Platow, Band 8: Der Rächer aus der Römerstadt Kriminalroman von Olden, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.03.2017
  • Verlag: mainebook Verlag
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kommissar Platow, Band 8: Der Rächer aus der Römerstadt

Im Sommer 1976 war nicht nur die Hitze mörderisch. Im Frankfurter Rotlichtviertel tobte ein Bandenkrieg. Mein Partner Mike und ich untersuchten die grausame Hinrichtung einer türkischen Familie - und Terroristen entführten ein Air France Flugzeug nach Entebbe. An Bord der Maschine war eine Frau, an die ich mein Herz verloren hatte. Für uns alle begannen dramatische Stunden... Die Kommissar Platow-Serie: Frankfurt, Mitte der 70er Jahre. Die Kriminalität boomt. Drogen. Terrorismus. Bandenkriege. Mittendrin: Kommissar Joachim 'Joe' Platow. Gemeinsam mit seinem Assistenten Mike Notto und Schutzhündin Abba kämpft er gegen das Verbrechen. Dabei wird Platow immer wieder von seinem persönlichsten Fall eingeholt - seine Ex-Verlobte Petra, die sich der RAF angeschlossen hat ... Bereits erschienen: Band 1 'Sieben Schüsse im Stadtwald', Band 2 'Das Grab am Kapellenberg', Band 3 'Endstation Hauptwache', Band 4 'Der Westend-Würger', Band 5 'Blutnacht im Brentanopark', Band 6 'Frau Wirtins letzter Gast' und Band 7 'Geiselnahme in der Goethestraße' Martin Olden ist das Pseudonym des Journalisten und Kinderbuchautors Marc Rybicki. Er wurde 1975 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie und Amerikanistik an der Goethe-Universität. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Rybicki als Filmkritiker für das Feuilleton der 'Frankfurter Neuen Presse'. Ebenso ist er als Werbe- und Hörbuchsprecher tätig. Bei mainbook erscheint auch Martin Oldens Krimi-Reihe mit Kommissar Steiner: 1. Band: 'Gekreuzigt'. 2. Band 'Der 7. Patient'. 3.Band 'Wo bist du?'. 4. Band 'Böses Netz'. 5. Band 'Mord am Mikro'. 6. Band 'Die Rückkehr des Rippers'. 7. Band 'Vergiftetes Land'. Im Jahr 2013 veröffentlichte er zudem seinen ersten Thriller 'Frankfurt Ripper'. Weitere Titel von Marc Rybicki sind die Kinderbücher 'Mach mich ganz', 'Wer hat den Wald gebaut?', 'Wo ist der Tannenbaum?' und 'Graue Pfote, Schwarze Feder'. (Autorenwebsite: www.sonnige-sendung.de)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 110
    Erscheinungsdatum: 23.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946413660
    Verlag: mainebook Verlag
    Größe: 202 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kommissar Platow, Band 8: Der Rächer aus der Römerstadt

1

Samstag, 26. Juni 1976

Die Neonreklame der Frankfurter Diskothek Number One warf ihr giftgrünes Licht auf den Asphalt. Ein Mann lief auf den Tanztempel in der Großen Friedberger Straße zu. An seinem drahtigen Körper klebte ein Rüschenhemd, feucht vor Schweiß. Er wischte sich mit dem Handrücken über die glänzende Stirn. Für einige Sekunden träumte er von einem kühlen Drink. Die Sommernacht war außergewöhnlich schwül. Seine gespannten Nerven brachten ihn zusätzlich in Hitze. Er fühlte, wie sich das Prickeln unter dem Ansatz des kurzen, dunkelbraunen Haarschopfs steigerte und bis in die Fußspitzen ausbreitete, je näher er der Disko kam. So muss ein Tiger empfinden, überlegte Max Bernstein, wenn er sich an eine Antilope heranpirscht. Aus schmalen Augen tastete er die Erker und Balkone der neobarocken Vorkriegshäuser nach verdächtigen Bewegungen ab. In den Schatten war nichts zu erkennen. Kein Empfangskomitee zu seiner Begrüßung. Niemand ahnte, dass er kommen würde. Gut so.

Hinter sich hörte Bernstein das Trippeln kleiner Füße auf dem Asphalt. Er drehte den Kopf. Eine Maus auf der Suche nach einem Mitternachtsimbiss. Ja, lauf nur, dachte er. Am Ende erwischt dich doch die Katze.

Bernsteins Blick streifte drei Schwarze vor dem Eingang zum Number One . Sie trugen Freizeitkleidung, trotzdem erkannte er in ihnen amerikanische Soldaten, anhand der Staturen und Haarschnitte. Das Trio diskutierte mit dem Einlasser an der Kasse. Der langhaarige Studententyp deutete auf das Pappschild über seinem Kopf. "Die Direktion hat das Recht, ohne Angabe von Gründen vom Hausrecht Gebrauch zu machen", las er betont laut, als ob die Dunkelhäutigen den Sinn der deutschen Worte dadurch besser verstehen könnten. Die GIs zuckten mit den Achseln. Sie waren sich keiner Schuld bewusst.

"Ihr habt keine Clubkarte", erklärte der Kassierer. "No club card - you understand?"

Einer der Drei zog einen Hundertmarkschein aus seiner Brusttasche. "Okay, let`s buy some cards."

"Sind aus!", kam die prompte Antwort. "No more cards left. Sorry. Kommt in einem halben Jahr noch mal! Dann gibt`s wieder welche."

Max Bernstein wusste, dass der Jungspund Märchen erzählte. Man brauchte überhaupt keine Klubkarte, um in die Diskothek zu kommen. Es war eine billige Ausrede, damit die unbeliebten Schwarzen draußen blieben. Zutritt nur für Weiße - dieses Hinweisschild wäre passender gewesen. Bernstein fühlte sich an eine Zeit in Deutschland erinnert, die seine Eltern mit Glück überlebt hatten. Der Muff von tausend Jahren stank mancherorts noch immer zum Himmel. In jeder anderen Nacht wäre er für die GIs eingetreten. Allein schon deshalb, weil sich unter der Kundschaft seiner "Firma" viele US-Soldaten tummelten. Vielleicht hätten sich auch diese Boys zu einem Geschäft überreden lassen. Aber Bernsteins Auftrag duldete keine Verzögerung. Mit einem angedeuteten Kopfnicken grüßte er den Kassierer, drückte ihm das Eintrittsgeld in Höhe von 2,50 Mark in die Hand und durfte unbehelligt passieren. Die dröhnende Musik traf seine empfindlichen Ohren mit der Wucht eines Vorschlaghammers. Die Bellamy Brothers sangen Let Your Love Flow . Zum Rhythmus des Liedes verrenkten entrückt lächelnde Paare ihre Arme und Beine, angestrahlt vom Flackerlicht einer rotierenden Kugel. Bernstein überprüfte die Gesichter auf der Tanzfläche. Kein Treffer. Wo steckte Ferit Yildiz? Dreißig Sekunden später entdeckte er den schmalzlockigen Türken im Halbdunkel einer Nische. Ferit war fünfundzwanzig Jahre alt, 1,80 Meter groß und kräftig. Die Goldkette um seinen Stiernacken hatte er der Tatsache zu verdanken, dass der Yildiz-Clan auch im Hochsommer Schnee schaufelte. Lässig lümmelte der Dealer auf der Polstergarnitur, flankiert von zwei Landsmännern und einer wasserstoffblonden I

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen