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Kostümball Ein Wiener Kaffeehauskrimi von Bauer, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Kostümball

Im Floridsdorfer Café Heller findet zu Jahresbeginn ein Kostümball statt. Den Höhepunkt sollen um Mitternacht eine Zaubervorführung und das "Brüderlein fein" aus Ferdinand Raimunds "Bauer als Millionär" bilden. Doch alles läuft schief. Einige Gäste bekommen ein Abführmittel in ihr Begrüßungsgetränk, Geld und Schmuck werden gestohlen und nach der Mitternachtseinlage liegt der Parfümerzeuger Rainer Kerschbaumer erdrosselt in seinem Auto am nahen Parkplatz. Der Kreis der Verdächtigen ist groß. Kein leichter Fall für Oberkellner Leopold ...

Hermann Bauer wurde am 11. Jänner 1954 in Wien geboren. Seit Herbst 1983 unterrichtet er die Fächer Deutsch und Englisch an der BHAK 10 in Wien, derzeit im Bildungszweig Handelsakademie für Berufstätige (Abendschule). Mit unregelmäßigen Lesungen über Heiteres und Besinnliches schuf er sich eine kleine Fangemeinde. Er war 13 Jahre Mitglied der Amateurschauspielgruppe 10/77, die jedes Jahr zum Schulschluss mit Erfolg Aufführungen veranstaltet. Der Autor ist Mitglied beim "Syndikat" und bei den "Österreichischen Krimiautoren". "Kostümball" ist seine neunte Veröffentlichung. Er lebt derzeit mit seiner Frau in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 277
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839251782
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2564kBytes
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Kostümball

Kapitel 2

Freitag, 1. Jänner

Er taumelte durch eine eisige Winterlandschaft. Durst! Nein, nicht nur unter der sengenden Wüstensonne konnte man austrocknen, sondern auch im ewigen Polareis. Wasser! Oder gab es in dieser frostigen Einöde etwa gar so etwas wie Bier?

Er musste wo dagegen gerannt sein. In seinem Gesicht spürte er einen Schlag. Thomas Korber wachte auf. Es war dunkel. Er saß im Freien auf einer Bank. Vor sich nahm er undeutlich die Umrisse einer Frau wahr. Jetzt sah er auch ihre Hand, die ihm einen weiteren Klaps auf die Wange gab.

"Au! Was ... was tun Sie da?", fragte er verwirrt.

"Ich habe versucht, Sie aufzuwecken. Gott sei Dank ist es mir gelungen", antwortete die Frau.

Korber schaute sich um. "Wo bin ich?"

"Sie sind im Wasserpark bei der Alten Donau. Sie müssen hier auf der Bank eingeschlafen sein. Das ist sehr gefährlich, immerhin hat es einige Minusgrade. Sie hätten erfrieren können", erklärte ihm die Frau.

Korber fühlte sich träge, und seine Füße waren etwas taub. "Unsinn", murmelte er.

"So reden alle Betrunkenen, aber wenn Sie wieder nüchtern sind, werden Sie feststellen, dass ich recht habe. Wissen Sie noch, wie Sie hierher gekommen sind?"

Korber tastete sein Hirn nach Erinnerungen ab. "Welcher Tag ist heute?", wollte er wissen.

"Neujahr! Aber noch relativ früh am Morgen. Sieben Uhr", gab die Frau Auskunft.

Neujahr! Korber beutelte sich einmal ordentlich ab, suchte weiter nach Eindrücken, die ihm seine jetzige Situation begreiflich machten. Er war in der vorigen Nacht gemeinsam mit Tausenden anderen Menschen auf dem Silvesterpfad in der Wiener Innenstadt unterwegs gewesen. Nach dem Konsum verschiedener heißer alkoholischer Getränke unterschiedlichster Stärke bei den zahlreichen Ständen im Freien hatte er nach Mitternacht noch einige Lokale aufgesucht. Von da an ließ sein Gedächtnis nach. Einen Streit hatte es gegeben, aber wo und mit wem? Wohl am ehesten mit dem Taxifahrer auf dem Nachhauseweg. Er musste frühzeitig aus dem Taxi ausgestiegen sein. Denn das nächste Bild in seinem Kopf zeigte ihn, wie er auf der Floridsdorfer Brücke über die Donau in Richtung seines Heimatbezirks wankte. Wahrscheinlich war er dann in den gleich nach der Brücke gelegenen Park abgebogen, um sich ein wenig von der Anstrengung zu erholen. Dabei hatte ihn auf einer Bank der Schlaf übermannt - ein sanfter, heimtückischer Schlaf, der schlimm für ihn hätte enden können.

"Ich war auf dem Heimweg von einer Silvesterfeier", antwortete Korber schließlich vorsichtig.

"Und dabei wohl schon sehr unsicher auf den Beinen", stellte die Frau mitleidlos fest.

"Wie kommen Sie zu so einer Behauptung?"

Sie deutete mit dem Zeigefinger auf seine Knie: "Sie haben da ein Loch in der Hose, und geblutet haben Sie offensichtlich auch ein bisschen. Sie müssen gestürzt sein. Ihre Hände sehen ebenfalls schmutzig und aufgeschunden aus."

Korber wurde die Sache unangenehm. "Hören Sie, wer sind Sie eigentlich?", protestierte er. "Und wie reden Sie mit mir? Ich muss mir das nicht gefallen lassen! Ich werde jetzt gehen!"

Die Frau blickte ihn mit einem entwaffnenden Lächeln an. "Ich bin eine gütige Fee", sagte sie nur. "Und Sie bleiben da!"

"Ich habe schon bessere Witze gehört", schnauzte Korber sie an. Er nahm alles, was er im Augenblick an Kraft besaß, zusammen und stand auf. Er fühlte sich zwar gar nicht wohl und hatte immer noch das taube Gefühl in den Füßen, aber er musste hier weg. Vielleicht gab es in Bahnhofsnähe ein Lokal, das bereits offen hatte.

Er machte ein paar Schritte, doch irgendetwas haute nicht hin. Er kam nicht so recht von der Stelle. Hilflos rutschte er in seinen Schuhen hin und her, bis er schließlich am Boden lag. Entgeistert sah er, wie ihm die Frau triumphierend seine beiden Schnürsenkel entgegenhielt. "Die habe ich sicherheitshalber einmal ausgefädelt, damit Sie keine Du

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