text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kriminalgeschichten Das Beste vom Meister des Unheimlichen von Poe, Edgar Allan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2012
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kriminalgeschichten

Edgar Allan Poe gilt als Begründer der modernen Kriminalgeschichte. Mit C. Auguste Dupin schuf er eine der bekanntesten Detektivfiguren der Literatur, die u.a. zum Vorbild für Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes wurde. C. Auguste Dupin verfügt nicht nur über einen messerscharfen Verstand und einen analytischen Blick, er besitzt auch die seltene Gabe, Gedankengänge anderer Menschen nachvollziehen zu können - dank dieser Fähigkeiten vermag er die schwierigsten Fälle aufzuklären. Kein Wunder also, daß sogar die Pariser Polizeipräfektur seine Hilfe benötigt! Die unheimlichen Morde in der Rue Morgue, das Geheimnis der ermordeten Marie Rogêt und der Diebstahl eines Briefes mit weitreichenden Folgen - drei scheinbar unlösbare Fälle, die die Polizei vor Rätsel stellen, doch Dupin ist den Tätern schon bald auf der Spur ... . Dieser Band versammelt die spannendsten Kriminalgeschichten vom Meister des Unheimlichen:Die Morde in der Rue Morgue, Der entwendete Brief, Das Geheimnis um Marie Rogêt, Der Mann in der Menge, Der Goldkäfer. Edgar Allan Poe wurde am 19. Januar 1809 in Boston geboren. Nach dem Tod seiner Eltern 1811 wuchs er bei dem reichen Kaufmann John Allan auf. Poes Stiefvater verweigerte ihm ausreichende finanzielle Unterstützung, so daß er sein Studium an der Universität Virginia und seine Ausbildung an der Militärakademie West Point nicht abschließen konnte. Poe schrieb bereits zu Studienzeiten Gedichte, jedoch mit geringem Erfolg. Nach der Hochzeit mit seiner 13jährigen Cousine Virginia Clemm begann er für verschiedene Zeitschriften zu arbeiten. Seine Rezensionen und Artikel machten ihn als Autor bekannt, die Familie lebte jedoch in armen Verhältnissen. Berühmt wurde er mit dem Gedicht The Raven ( Der Rabe , 1845). Seine Gedichte und Kurzprosastücke gelten als Wegbereiter des Symbolismus, seine Kurzgeschichten und Erzählungen zählen zu den Meisterwerken des Genres. Heute ist er vor allem als Verfasser von Detektiv- und Schauergeschichten, wie The Murders in the Rue Morgue ( Der Doppelmord in der Rue Morgue , 1841), bekannt. Mit C. Auguste Dupin schuf er außerdem eine der bekanntesten Detektivfiguren der Kriminalliteratur. Edgar Allan Poe starb am 7. Oktober 1849 unter ungeklärten Umständen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 251
    Erscheinungsdatum: 17.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458787907
    Verlag: Insel Verlag
    Größe: 1343 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kriminalgeschichten

Der entwendete Brief

Nil sapientiae odiosius acumine nimio.
Seneca

An einem stürmischen Abend im Herbst des Jahres 18 . . in Paris war es, kurz nach Einbruch der Dunkelheit, daß ich in Gesellschaft meines Freundes C. Auguste Dupin den zwiefachen Luxus von Meditation und einer Meerschaumpfeife genoß, in dem kleinen nach hinten gehenden Bibliotheksraum oder Bücherkabinett, au troisième, No. 33, Rue Dunôt, Faubourg St. Germain . Wenigstens eine Stunde hatten wir in tiefem Schweigen verbracht, indes wir beide, so hätte es einem zufälligen Beobachter scheinen mögen, angelegentlich und ausschließlich mit den sich kräuselnden Rauchwolken beschäftigt waren, welche die Luft des Gemachs drückend schwer machten. Was mich freilich betraf, so erörterte ich im Geiste noch gewisse Themen, die zu früherer Stunde am Abend Gegenstand unserer Unterhaltung gewesen; ich meine die Affäre in der Rue Morgue und das Geheimnis um den Mord an Marie Rogêt. Ich sah daher darin so eine Art Koinzidenz, als die Tür zu unserem Kabinett aufgerissen ward und unseren alten Bekannten, Monsieur G . ., den Präfekten der Pariser Polizei, hereinließ.

Wir hießen ihn herzlich willkommen; denn der Mann war beinahe ebenso unterhaltsam wie verachtenswert, und wir hatten ihn mehrere Jahre schon nicht gesehen. Wir hatten im Dunkeln dagesessen, und Dupin erhob sich nun, um eine Lampe anzuzünden, setzte sich aber unverrichteterdinge wieder hin, als G. sagte, er sei gekommen, um unseren Rat oder vielmehr die Ansicht meines Freundes in einer amtlichen Angelegenheit einzuholen, die schon viel Ärger gemacht habe.

"Wenn es sich um eine Sache handelt, die Nachdenken erfordert", bemerkte Dupin, während er es unterließ, den Docht zu entzünden, "so werden wir sie wohl zweckmäßiger im Dunkeln untersuchen."

"Das ist wieder so einer Ihrer kuriosen Einfälle", sagte der Präfekt, der die Gewohnheit hatte, alles "kurios" zu nennen, was über seinen Horizont ging, und folglich in einer wahren Welt von "Kuriosa" lebte.

"Ganz recht", erwiderte Dupin, indem er seinen Besucher mit einer Pfeife versorgte und ihm einen bequemen Sessel hinschob.

"Und worin liegt nun die Schwierigkeit?" fragte ich. "Hoffentlich handelt es sich nicht schon wieder um Mord?"

"O nein; nichts dergleichen. Ja, tatsächlich ist die Sache sehr einfach, und ich hege keinen Zweifel, daß wir recht gut allein damit fertig werden können; doch dann dachte ich mir, Dupin würde wohl gern Näheres darüber erfahren, weil das Ganze so außerordentlich kurios ist."

"Einfach und kurios", sagte Dupin.

"Nun ja; genaugenommen auch wieder nicht. Tatsächlich macht uns die Sache doch rechtes Kopfzerbrechen, eben weil sie so einfach ist und uns doch so völlig zum Narren hält."

"Vielleicht ist es gerade die Einfachheit der Sache, die Sie in die Irre gehen läßt", meinte mein Freund.

" So ein Unsinn, den Sie da reden!" entgegnete der Präfekt, herzhaft lachend.

"Vielleicht ist das Geheimnis ein wenig zu offenkundig", sagte Dupin.

"Oh, du lieber Himmel! Hat man so etwas schon gehört?"

"Ein wenig zu selbstverständlich."

"Ha! ha! ha! – ha! ha! ha! – ho! ho! ho!" wieherte unser Besucher, höchlich belustigt, "oh, Dupin,

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen