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Lady Bag. Kriminalroman von Cody, Liza (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.09.2014
  • Verlag: CulturBooks Verlag
eBook (ePUB)
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Lady Bag. Kriminalroman

Über das Buch Sie ist die Frau ohne Gesicht. Manche beleidigen sie, manche ignorieren sie. Manche geben etwas. Manche nur wegen des Hundes an ihrer Seite. Sie ist eine Pennerin, die genau weiß, wie die Straßen von London riechen. Doch Diese abgeklärte Lady Bag war nicht immer eine Baglady. Als eine ganz normale Frau geriet sie in die älteste Falle der Welt und wurde ruiniert. Jetzt will sie nichts mehr, nur die Gesellschaft ihrer Hündin und ihren gewohnten Rotweinpegel. Bis eines Tages ihr persönlicher Dämon ihren Weg kreuzt - mit finsteren Absichten, wie sie aus Erfahrung weiß. Statt sich zu verstecken, beschließt sie ihn zu beschatten: Sie möchte wissen, wo er wohnt. Eine Entscheidung, die schwerwiegende Folgen hat. Sie erwacht mit zertretenem Kopf in einem Kranken hausbett und wird mit einem fremden Namen angesprochen. Anscheinend hält man sie für eine gewisse Natalie Munrow, deren Handtasche sie bei sich hat. Bei erster Gelegenheit nimmt sie Reißaus und taucht ab. Was allerdings gar nicht so leicht ist, wenn man auf der Straße lebt und einem aus allen Zeitungen das eigene lädierte Gesicht entgegenblickt! Dann stellt sich heraus, dass die wahre Natalie Munrow ermordet wurde ... Zornig, schlau, verkorkst, tragisch, witzig und (meistens) ehrlich: Die rotweingetränkte Schilderung der Baglady ist ein wilder, temporeicher Kriminalroman, ein gestochen scharfes Großstadtporträt und ein literarischer Kommentar zur Lage, insbesondere seit der Krise. "Man wird nicht viele Romane finden, die dermaßen originell, frisch und markant sind. Was dieses Buch zur reinen Freude macht, ist ebenso sehr die scharfe Schreibe wie das ungewöhnliche Setting." The Morning Star "Cody hat eine neue Erzählsprache entwickelt: widerborstig und sentimental, düster und komisch und immer auf dem Punkt." Thomas Wörtche "Codys Dialoge sind immer voller Witz und Hintersinn - und hier hat sie ihre ultimative Protagonistin gefunden. Nie wurden Plattitüden so kreativ verstümmelt, wurden Pomp und Heuchelei so unwiderstehlich zerpflückt." Mat Coward im Morning Star Liza Cody, gebürtige Londonerin mit Gossenerfahrung, studierte Kunst und arbeitete u.a. als Roadie, als Fotografin, Malerin und Möbeltischlerin, bevor sie zum Schreiben kam. Ihre Kriminalromane um die Londoner Privatdetektivin Anna Lee wurden mit etlichen Preisen ausgezeichnet, in mehrere Sprachen übersetzt und fürs Fernsehen verfilmt. In den Neunzigern begann sie mit der weltweit als Genrebreaker berühmt gewordenen Bucket-Nut-Trilogie um Catcherin Eva Wylie, für die sie u. a. den Silver Dagger erhielt. Es folgten vier weitere Romane. Lady Bag, der neueste, erschien in England im Herbst 2013. Liza Cody lebt in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 06.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944818566
    Verlag: CulturBooks Verlag
    Serie: Lady Bag .1
    Größe: 576 kBytes
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Lady Bag. Kriminalroman

Kapitel 2

Ich verfolge den Teufel und seine Trulla

Ich sah ihn, aber er sah mich nicht. Er war mit einer Frau unterwegs, na klar. Sie war ein paar Jahre älter, na klar. Keine Schönheit, aber gut gebaut und sorgfältig gekleidet. Na klar. Und klar war er charmant und aufmerksam. Na klar, na klar, na klar.

Ich konnte seine Seife riechen, sein Shampoo und seine Feuchtigkeitscreme, sein gereinigtes und gebügeltes Hemd. So sauber, so frisch und so unmenschlich. Wie nah ich ihm auch immer kam, ich konnte nie seinen Körper riechen. Der Teufel hat keinen Geruch. Vielleicht hätte mich das gleich stutzig -machen sollen.

Ich stand eine Sekunde wie erstarrt und fragte mich unwillkürlich, ob Elektra wohl imstande war, Gram Attwoods Witterung wahrzunehmen. Vielleicht ist das bei Hunden eine übernatürliche Fähigkeit - vielleicht können sie anhand des Geruchs unterscheiden zwischen normaler Bosheit und dem Teufel persönlich. Aber sie stand bloß geduldig da und wartete darauf, dass ich weiterging. Hunde sind unschuldige Geschöpfe, die keine Ahnung vom wahrhaft Bösen haben, also bemerken sie den Teufel vielleicht gar nicht, selbst wenn sie ihn sehen.

Gram Attwood spazierte ohne den kleinsten Funken des Wiedererkennens über den Trafalgar Square in Richtung Haymarket. Seine rechte Hand führte leicht den Ellenbogen seiner Begleiterin. Seine Berührung war vertraulich, intim, die Berührung des Besitzers. Womöglich hatte er etwas bezahlt. Er war bestimmt gesellschaftlich aufgestiegen, seit ich ihn gekannt hatte. Als ich ihn kannte, hatte ich alles bezahlt - sogar den Preis für seine Freiheit.

"Komm", sagte ich zu Elektra, und wir folgten dem Teufel.

Vor einem Theater trennte die Frau sich von ihm. Sie küsste ihn auf den Mund, lachte und verweilte noch einen Augenblick. Sein Lächeln war ein Kunstwerk. Ich bin ja so aufrichtig interessiert an dir, sagte das Lächeln. Du faszinierst mich. Wenn du mich gut genug behandelst, könnte ich dich vielleicht lieben.

Als ich dieses Lächeln zum letzten Mal sah, saß ich auf der Anklagebank, und ich hatte ihn sehr gut behandelt. Ich tat genau das, was er von mir wollte. Wobei, eigentlich ging es mehr um das, was ich nicht tat. Mit dem, was ich nicht sagte, könnte man leicht hundert Bücher füllen. Als mir schließlich klar wurde, dass er mich nie besuchen kommen würde, dass er mich ganz entspannt da drinnen verrotten ließ, da lernte ich, was Hass in Wahrheit ist. Hass ist Liebe mit Maden, die ihr bei lebendigem Leib das Fleisch von den Knochen fressen. Er ist umgestülpte Liebe, das Innerste nach außen gekehrt, so dass Eingeweide und Weichteile offen daliegen, leichte Beute für die Maden und sauren Regen.

Das hab ich im Gefängnis gelernt. Hübsch, oder?

Sie verpassten mir Tabletten - drei Stück pro Tag - , um den Hass zu bekämpfen. Schicht um Schicht begruben sie ihn unter Lagen aus Mull, der den Schall dämpfte und zwischen meinen Augen und der Welt hing.

Danach passte ich mich besser an. Tag für Tag verstrich die Zeit, ohne in meinem Gedächtnis Fußabdrücke zu hinterlassen. Es war einfach nur Zeit, und ich saß sie ab, wie man es eben tun muss. Aber meine Persönlichkeit wurde aufgefressen, genau wie meine Erinnerung.

Dann war es vorbei. Ich verließ das Gefängnis, und es gab keine Tabletten mehr. Ich war frei. Frei, wieder zu hassen. Frei, wieder Schmerz zu spüren. Eines Morgens wachte ich auf, und der Mull, der zwischen mir und den Bildern und Geräuschen hing, war weggeweht. Alles tat meinen Augen weh, meinen-Ohren und meiner Haut. Bilder und Geräusche wurden zu Stichen und Wunden. Hätte ich Gel

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