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Lammfromm Pfarrer Baltasar Senner ermittelt 6 - Ein Krimi aus dem Bayerischen Wald von Schreiner, Wolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Lammfromm

Himmel hilf! Im Bayerischen Wald sorgt eine Umgehungsstraße für Mordsärger ... Umgeben von grünen Wäldern und blühenden Sommerwiesen genießt Pfarrer Baltasar Senner ein paar freie Tage daheim im Bayerischen Wald. Doch die himmlische Auszeit währt nicht lange: Als in seiner kleinen Gemeinde eine Umgehungsstraße gebaut werden soll, hängt der Haussegen dort gewaltig schief. Plötzlich muss Baltasar nicht nur unter den zänkischen Dorfbewohnern schlichten, sondern sich auch noch mit einer Horde protestierender Naturschützer herumschlagen, die sich in seiner Kirche einnisten. Dann wird einer der Aktivisten ermordet, und die Polizei tappt im Dunkeln. Mit Gottes Hilfe macht sich Baltasar auf die Suche nach dem Schuldigen ... Wolf Schreiner wurde 1958 in Nürnberg geboren. Er wuchs in Oberbayern in der Nachbarschaft zum katholischen Wallfahrtsort Altötting auf und studierte in München Politik, Volkswirtschaft und Kommunikationswissenschaft. Wolf Schreiner arbeitete als Journalist für Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen, bevor er seine Leidenschaft für Krimis entdeckte. Er lebt heute in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641166595
    Verlag: Goldmann
    Größe: 951 kBytes
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Lammfromm

5

D raußen schien die Sonne. Baltasar hatte die Ministranten angewiesen, sich mit dem Klingelbeutel vor dem Ausgang zu postieren - ein Sonder-Obolus für die Kirchenrenovierung.

Die Menschen strömten ins Freie, die meisten übersahen geflissentlich den Spendenaufruf. Eine Reihe von Buden und Ständen war aufgestellt worden. Der Geruch von Bratwürsten und Zuckerwatte lag in der Luft, jemand spielte auf einem Akkordeon, Kinder tobten zwischen den Holzhäuschen umher. Der Umweltverein hatte ein mannshohes Zelt aufgebaut. Im Innern war eine Fotoausstellung mit Motiven des Bayerischen Waldes zu sehen. Daneben standen die Tische der Parteien, die Aufkleber, Luftballons und Kugelschreiber verschenkten.

Lukas Fliegl und seine Helfer vom Bund Naturfreunde Bayerwald nutzten selbstgezimmerte Bretter, die sie über zwei Baumstümpfe gelegt hatten. Mit einem Brandeisen war das Wort "Bunaba" ins Holz gedrückt worden. Mehrere Unterschriftenlisten lagen aus, Leute trugen sich ein oder redeten mit den jungen Männern.

Fliegl winkte Baltasar zu sich.

"Herr Pfarrer, wollen Sie sich auch eintragen?" Er hielt ihm einen Kugelschreiber hin. "Außerdem würde ich mich freuen, wenn Sie bei uns Mitglied werden."

"Danke, ich bin schon Mitglied in einem sehr exklusiven Verein." Baltasar deutete in Richtung Himmel. "Kommen Sie lieber öfter zu mir in die Kirche."

"Das mach ich vielleicht noch", antwortete Lukas Fliegl. "Aber ich weiß nicht, ob Ihnen das dann recht sein würde."

Das Landratsamt hatte einen Bauwagen aufgefahren. Ein Schild lud dazu ein, sich drinnen die Pläne der Umgehungsstraße anzusehen, "im Einklang mit moderner Ökologie". Mitarbeiter standen zu Informationsgesprächen bereit.

Metzger Hollerbach brachte Wurst, Schinken und warmen Leberkäse unters Volk. Victoria Stowasser schenkte Getränke aus. Außerdem gab es einen Eiswagen und eine Losbude des Roten Kreuzes; als Hauptpreis lockte ein übergroßer Plüschbär.

Die Wanderschwalben Bayerwald machten mit handgeschnitzten Wanderstöcken auf sich aufmerksam, "Licht und Luft gibt Saft und Kraft", hieß es auf ihrem Plakat. Vertreter des Naturparks Bayerischer Wald hatten einen Verschlag mit Wildschweinen aufgebaut. "Nicht streicheln!", warnte ein Schild, was die Kinder aber nicht davon abhielt, den Tieren Zuckerwatte und Eis hinzuhalten.

"Eine wunderschöne Predigt, Herr Pfarrer." Bürgermeister Xaver Wohlrab klopfte ihm auf die Schulter. "Nur die Diskussion ist etwas aus dem Ruder gelaufen."

"Vielleicht war es doch keine so gute Idee", antwortete Baltasar.

"Miteinander reden ist schon der richtige Weg. Aber wenn jeder auf seinen Positionen beharrt, wird's schwierig."

"Würden Sie denn nachgeben, Herr Bürgermeister?"

"Ich sehe keinen Anlass dazu. Es ist nur eine winzige, wenn auch lautstarke Minderheit dagegen. Die überwiegende Mehrheit der Bürger steht hinter mir."

"Aber nicht alle."

"So ist das nun mal in der Demokratie. Die gewählten Volksvertreter entscheiden mit dem Mandat der Mehrheit."

"Gibt es was Neues wegen des Vorfalls mit der toten Sau?"

"Es haben sich ein paar Leute gemeldet, aber die wussten nichts Genaues."

"Und die Polizei?"

"Bisher habe ich nichts von den Herren Kriminalkommissaren aus Passau gehört. Schweinemord steht eindeutig nicht auf deren Prioritätenliste." Wohlrab zeigte auf den Informationsstand der Gemeinde. "Jetzt muss ich meine Pflichten als gewählter Volksvertreter erfüllen. Aber vorher besorg ich mir noch was zum Essen. Der Tag wird lang."

Vor dem Tresen des Metzgers hatte sich bereits eine Schlange gebildet. Max Hollerbach pries seine frischen Schweinsbratensemmeln an, "aus heimischer Schlachtung". Baltasar fragte sich, ob da bereits die tote Sau ...? Als er an die Reihe kam, kaufte er sich eine Salamisemmel.

Victoria Stowasser war dabei, Kaffee und Kuchen bereitzustellen.

"Die Mess

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