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Lassiter - Folge 2246 Feuriges Finale in Five Points von Slade, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.08.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Lassiter - Folge 2246

Lassiter wusste, dass er zu spät kam, als er das geborstene Holz rund um den Knauf sah. Irgendjemand hatte die Tür eingetreten. Ein leichter Stoß mit der flachen Hand genügte - schon schwang sie auf. Das vor ihm liegende Zimmer versank fast vollständig in Dunkelheit, nur unterhalb des Fensters zeichnete sich ein scharf umrissener Lichthof ab. Genau dort, wo Trevor Sullivan gegen das Unvermeidliche ankämpfte. Ein feuchtes, halb ersticktes Röcheln drang über die Lippen des Sterbenden, dessen Hände sich in eine Bauchwunde krallten, um deren Blutung zu stoppen. Einfallendes Mondlicht ließ das schweißüberströmte Gesicht wächsern schimmern. 'Vorsicht, Lassiter!' Trotz des hohen Blutverlustes formten Sullivans Lippen einige mühsame Worte. 'Er ist noch hier!'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 04.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732517244
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1121 kBytes
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Lassiter - Folge 2246

Der pure Wille, eine Warnung auszusprechen, war alles gewesen, was den sterbenden Constabler der Metropolitan Police am Leben gehalten hatte. Kaum hatte sie seine Kehle verlassen, sackte Sullivans Kopf schlaff zur Seite. Der Pulverdampf hatte sich längst verzogen, aber noch immer lag ein beißender Geruch in der Luft. Der tödliche Schuss konnte erst wenige Minuten zuvor gefallen sein.

Ein letztes Seufzen, dann erfüllte unangenehme Stille den Raum. Lassiter bemerkte beiläufig die Schmauchspuren an der Weste des Toten, während seine Hand zum Remington langte, den er verdeckt unter einem oberschenkellangen Mantel trug.

Zu spät.

Ein leises Dielenknarren in seinem Rücken bestätigte, dass noch jemand im Zimmer war. Instinktiv sprang Lassiter zur Seite, gleichzeitig wirbelte er herum. Der Anblick des tödlich getroffenen Copper hatte ihn vorübergehend alle Vorsicht vergessen lassen, doch nun kehrten seine in Hunderten von Kämpfen geschulten Reflexe zurück. Den brünierten Stahl unter dem offenen Mantelaufschlag hervorzuziehen und die kauernde Gestalt auszumachen, die sich vor ihm aus der Dunkelheit schälte, war eins für ihn.

Das begriff auch der Kerl, auf den der Remington zielte.

"Bitte, nicht schießen!" Die Stimme klang verängstigt genug, um Lassiter innehalten zu lassen.

"Wer sind Sie?", fragte er scharf.

"Ed!", stieß der Unbekannte hervor. Und gleich darauf, mit etwas gefassterer Stimme: "Edward Murphy!"

Das mochte der Wahrheit entsprechen. Sullivans Mörder hätte wohl kaum das Gespräch gesucht. Trotzdem entzündete Lassiter ein Schwefelholz am Daumennagel. Das verschwitzte Gesicht, das die emporzüngelnde Flamme enthüllte, war vor Angst verzerrt, doch es ähnelte dem, das Lassiter von einem Familienporträt der Murphys kannte.

"Okay", sagte er, während er das verglimmende Holz zu Boden fallen ließ. "Gehen Sie rüber ins Licht und erzählen Sie mir, was geschehen ist."

Er behielt den Remington in der Hand, selbst dann noch, als sich Murphys erleichterte Miene im Mondlicht abzeichnete. So wie die Dinge lagen, mochte die Situation von einer Sekunde auf die andere brandgefährlich werden.

"Sie sind Vaters neuer Mann, oder?" Murphys Frage klang mehr wie eine Feststellung. Kein Wunder. Wäre Lassiter ein Gangmitglied gewesen, hätte er dem jungen Kerl aus gutem Hause längst eine Faust oder den Revolverlauf zu schmecken gegeben.

"Was ist geschehen?", fragte Lassiter, anstatt das Offensichtliche zu bestätigen.

"Ich habe beim Pokern verloren. So viel, dass ich nicht bezahlen konnte." Ed Murphy senkte die Stimme, als spräche er über eine frisch eingehandelte Geschlechtskrankheit. "Das sehen die Forty Thieves nicht gerne, deshalb musste ich mich durch die Hintertür absetzen."

Die Forty Thieves .

Lassiter kannte sich nicht sonderlich gut in Lower Manhattan aus, doch selbst er wusste, dass diese Bande eine der mächtigsten in ganz New York war. Selbstverständlich zählten die Forty Thieves mehr als nur vierzig Mitglieder. Der Name war eine Anspielung auf das orientalische Märchen von Ali Baba und den vierzig Räubern, aber das machte diese Gang nicht weniger gefährlich als die mit ihnen konkurrierenden Dead Rabbits, die Bowery Boys oder die Swamp Angels, die allesamt die Unterwelt von Five Points beherrschten.

"Ich konnte noch ein Telegramm aufgeben, bevor ich in diesem Hotel Unterschlupf fand", fuhr Murphy fort. "Mister Sullivan ist gekommen, um mir sicheres Geleit nach Uptown zu verschaffen, doch irgendjemand muss ihn erkannt und verfolgt haben. Kaum war er zur Tür herein, schoss man ihn schon an."

Das mit dem Telegramm stimmte. Nur dem an die Metropolitan Police gerichteten Schreiben war es zu verdanken, dass sich auch Lassiter in dieser Unterkunft eingefunden hatte. Doch es gab noch eine Ungereimtheit, die der Mann der Brigade Sieben ergründen wollte.

"Von wo aus hat der Mörder zugeschlagen?" Lassiters

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