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Lassiter - Folge 2295 Die Ballade von Trigger Bane von Slade, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.07.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Lassiter - Folge 2295

'Du musst von hier verschwinden!' Die Stimme der Latina klang verzweifelt, doch der Mann, der sie in seinen Armen hielt, schüttelte den Kopf. 'Ohne dich gehe ich nirgendwohin!' Als er Hufgeräusche vernahm, zog er einen seiner Colts. Dann tauchten zwei Männer hinter den Felsen auf. 'Geh weg von ihr, Burt!', rief einer. Der Angesprochene stieß die Latina von sich und riss den Revolver hoch. Schüsse krachten. Die junge Frau stieß einen Schrei aus, als ihr Geliebter in die Brust getroffen wurde und niedersank. Sie zog den zweiten Colt aus dem Holster des Sterbenden und legte auf die beiden Kerle an, doch als sie den Abzug durchdrückte, klickte es nur - die Trommel war leer. Einer der Männer rang ihr die Waffe aus den Händen. 'Auf Ehebruch steht hier in Justice der Tod, Conchita', sagte er. 'Das solltest du eigentlich wissen.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 12.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732533923
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 764 kBytes
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Lassiter - Folge 2295

Als sich ihre Blicke trafen, loderten die dunklen Augen der schwarzhaarigen Frau auf vor Hass, doch die Miene des Mannes, der soeben ihren Geliebten erschossen hatte, blieb unbewegt.

Er wandte sich seinem Begleiter zu, der die Pferde herangeführt hatte und nun abwartend ein paar Schritte entfernt auf weitere Anweisungen wartete. "Bring sie in die Stadt zurück - in eine der engen Zellen ", brummte er. "Ich werde mich später um sie kümmern. Und dann schick mir Josh und drei seiner Männer hoch." Er sah auf den Leichnam hinunter. "Sie sollen Seile mitbringen, wir bringen den Bastard hoch zur Passstraße."

Conchita Martinez riss entsetzt die Augen auf. "Nein, nicht das!", schrie sie. "Das kannst du nicht tun!"

"Schaff sie mir aus den Augen, Dave", murmelte der Mann eisig.

Dave Kendall nahm Conchita den nutzlosen Colt aus den Händen und zwang sie grob, sich zu erheben. Die Augen der jungen Frau füllten sich mit Tränen, während sie mit festem Griff gepackt und zu den Pferden geführt wurde. "Du wirst in der Hölle schmoren, Trigger Bane!", stieß sie hervor und schluchzte hemmungslos.

Der Mann sah den beiden nach, wie sie den Weg hinab in die Stadt ritten, und in seine harten Züge mischte sich eine Spur von Enttäuschung.

Conchita war ein völlig verwahrlostes junges Ding gewesen, das kaum sprechen konnte, als er damals in dieses Tal gekommen war. Ebenso verwahrlost wie die Stadt und ihre übrigen Bewohner, die unter der Herrschaft einer Banditenbande gestanden hatten.

Hugo "El Toro" Fumiente und seine fast sechzig Mann starke Meute mordlüsterner Pistoleros hatten den versteckt liegenden und unzugänglichen Talkessel als Rückzugsort genutzt, um von hier aus ihre Raubzüge über den ganzen Süden von Arizona auszudehnen, und die Bevölkerung des kleinen Städtchens war ihnen hilflos ausgeliefert gewesen, bis Trigger Bane - damals noch Bundesmarshal - mit einem knappen Dutzend tapferer Deputies dem Ganzen ein Ende bereitet hatte.

Es war eine blutige Schlacht gewesen, der auch viele der unschuldigen Talbewohner zum Opfer gefallen waren. Von seiner Truppe hatte nur Dave Kendall das Gemetzel überlebt, doch El Toro und seine Spießgesellen waren ausnahmslos zur Hölle gefahren. Bane grinste grimmig, als er sich daran erinnerte, wie er dem schmierigen Hurensohn den Lauf seines Colts auf die Stirn gesetzt und ihn eigenhändig ins Jenseits befördert hatte.

Der ehemalige Marshal schaute auf die Stadt hinunter, die friedlich vor ihm lag, und unter dem mächtigen schwarzen Schnauzbart breitete sich ein schmales Lächeln aus. Er hatte in diesem Tal das Recht durchgesetzt und es zu einem besseren Ort gemacht. Deshalb trug die Stadt zu seinen Füßen nun den Namen Justice .

Auch das junge Mädchen wusste damals nicht, wie ihr Name war, als er sie am Straßenrand aufgelesen hatte. Sie konnte kaum sprechen, und ihre Eltern waren unbekannt. Also taufte er sie auf Conchita Martinez - nach einer Sängerin, die ihm in jungen Jahren so manchen feuchten Traum beschert hatte - und sorgte dafür, dass sie Lesen und Schreiben lernte. Zwei Jahre später, als ihn die Gemeinde der Stadt bereits zu ihrem Oberhaupt gewählt hatte, nahm er sie zur Frau.

Banes Augen verengten sich zu Schlitzen, und die Brandnarbe neben seinem linken Auge verfärbte sich über den hervortretenden Adern dunkelrot. Diese Dirne verdankte ihm ihr Leben, mehr noch - er hatte sie erschaffen ! Und nun fiel sie ihm auf derart niederträchtige Art in den Rücken und trieb es mit einem debilen Stallburschen!

Es war unfassbar und zeigte ihm wieder einmal, dass er buchstäblich niemandem trauen konnte. Stetige Wachsamkeit und gnadenlose Härte gegen jeden, der seine Gesetze brach, waren unabdingbar, um Recht und Ordnung in diesem Tal aufrechtzuerhalten. Man durfte sich keinen Illusionen hingeben, dass durchschnittliche Menschen dazu in der Lage waren, selbstständig

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