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Lauschkommando Der 15. Fall für August Häberle von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.02.2015
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (PDF)
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Lauschkommando

Die Frau eines global t"tigen Bankers wird in ihrem Haus auf der Schw"bischen Alb ermordet. Es stellt sich heraus, dass ihr Mann Ziel von Lauschangriffen des US-Geheimdienstes NSA war. Kommissar August H"berle muss erkennen, dass sich die Agenten auch f r ein Ulmer Forschungsinstitut interessiert haben. Gleichzeitig dringt ein junger Computerexperte in das Netzwerk italienischer Waffenh"ndler ein und st"át dabei auf das geheime Spionage-Doppelleben seines eigenen Vaters ... Manfred Bomm, 1951 geboren, lebt in Geislingen an der Steige, einer Kleinstadt zwischen Stuttgart und Ulm. Als Journalist war er lange Zeit mit Polizei und Justiz vertraut, weshalb seine Geschichten stets dicht an der Realit"t angesiedelt sind. Er m"chte mit den Mitteln der Kriminalunterhaltung auch zum Nachdenken ber aktuelle Themen anregen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 534
    Erscheinungsdatum: 04.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839246030
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: August Häberle Bd.15
    Größe: 2595 kBytes
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Lauschkommando

1. Kapitel

Nie hatte er mit jemandem darüber reden können. 28 Jahre lang. Das Leben, das er lebte, war nicht seines. Alles, was er erzählte, war eine schöne Geschichte, die er sich detailgenau ausgedacht hatte. Sie war stimmig und logisch und dank zuverlässiger Helfer jederzeit nachvollziehbar. Hieb- und stichfest, vor jeder Behörde, und, wenn es sein musste, auch vor der Justiz.

Johannes Mehlfurt galt in dem kleinen Dorf am Rande der Schwäbischen Alb als gut situierter Familienvater, war irgendwann Mitte der 90er-Jahre mit Frau und Sohn in ein kleines schmuckes Eigenheim gezogen und tat alles, um dem Image eines vollbeschäftigten Freiberuflers zu entsprechen, der oftmals tagelang unterwegs war, um als Servicetechniker Kunden der Elektronikbranche aufzusuchen und zu betreuen. An seinem Dienstwagen, einem schwarzen Audi ohne Firmenaufschrift, war ein HDH-Kennzeichen des Kreises Heidenheim angebracht. Doch bei Bedarf konnte er es mit wenigen Handgriffen austauschen. Für solche Fälle hatte er die dazugehörenden Fahrzeugpapiere in einer feuersicheren Box versteckt.

Denn es kam durchaus vor, dass er in Regionen unterwegs war, in denen er mit seinem Heidenheimer Kennzeichen nicht gleich als Fremder auffallen wollte.

Sobald Mehlfurt auf Geschäftsreise ging, war er nicht mehr der Mehlfurt, den seine Nachbarn und Freunde als den sportlichen Endfünfziger kannten, der joggte, radelte und sich bei den Dorffesten in geselliger Runde wohlfühlte.

Wenn er dies alles hinter sich ließ, schien es ihm so, als würde er mit Beginn einer Dienstreise dieses bürgerliche Leben abstreifen und in eine andere Dimension eintauchen - in eine Scheinwelt, aus der es längst kein Entrinnen mehr gab. Er fühlte sich wie ein Schauspieler, der seit Jahr und Tag in die Hauptrolle einer mittelmäßigen Fernsehserie gezwängt wurde. Manchmal überkamen ihn sogar Zweifel, welches seiner beiden Leben nun die Realität war.

Anfangs hatte er dies alles wie ein großes Abenteuer genossen - als ein spannendes Spiel, in dem er die Rolle des Helden übernehmen durfte. Schließlich war er damals erst 28 Jahre alt gewesen, ein Draufgängertyp und bereit, die Welt einzureißen, wenn man ihm nur genügend dafür bezahlte. Die Begegnung, die er damals in Göppingen hatte, war deshalb geradezu schicksalhaft gewesen, ja sogar eine wichtige Weichenstellung für seine persönliche Zukunft. Er hatte in dieser Stadt unter dem Hohenstaufen bei der Telekom gearbeitet und ganz in der Nähe der sogenannten 'Cooke Barracks', dem Kasernengebiet der 1. US-Infanteriedivision, größere Verkabelungsarbeiten vorgenommen. Es waren die Jahre, als das digitale Zeitalter erst aufzuziehen begann. Noch hatte der Kalte Krieg die Weltmächte im Klammergriff. 1986, als US-Präsident Ronald Reagan in Reykjavik mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Michail Gorbatschow zusammengekommen war und die Welt einen Nachmittag lang auf einen 'historischen Durchbruch' gewartet hatte, von dem bis heute keiner weiß, ob er damals tatsächlich in greifbare Nähe gerückt war. Zumindest ist nie etwas davon an die Öffentlichkeit gedrungen.

An diesem Ereignis konnte Mehlfurt nach all den Jahren seine ganz persönliche historische Wende festmachen. Oktober 1986. Vor 28 Jahren. So lange war das nun her.

Wann immer er sich in diese Tage zurückversetzte, überkamen ihn all die Gefühle wieder und manches von dem, was er dann in Gedanken durchlebte, bescherte ihm bisweilen eine Gänsehaut. Er hatte sich so wichtig und bedeutsam gefühlt. Damals. Als Geheimnisträger. Im Auftrag einer Weltmacht unterwegs, ein kleines Rädchen zwar nur - aber immerhin. Und dies in einer Zeit, als niemand daran glaubte, dass die Teilung Deutschlands jemals ohne einen dritten Weltkrieg beendet werden würde.

Jetzt, mit zunehmendem Alter und nahezu eine Menschheitsgeneration nach der großen weltpolitischen Wende, beschlichen ihn zunehmend Zweifel, ob er länger ein T

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