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Leichenspiele Ein Max-Broll-Krimi von Aichner, Bernhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.08.2012
  • Verlag: Haymon Verlag
eBook (ePUB)
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Leichenspiele

MAX BROLLS DRITTER FALL: EIN TOTENGRÄBER AUF ABWEGEN Johann Baroni, der ehemalige Fußballstar, steht vor dem finanziellen Ruin. Um das Schlimmste abzuwenden, lassen sich er und sein bester Freund, der Totengräber Max Broll, auf ein unmoralisches Angebot ein: Man bietet den beiden viel Geld, wenn sie dafür eine Leiche am Friedhof verschwinden lassen. Gesagt, getan. Doch wenig später liegen zwei weitere Leichen vor Baronis Tür, und nicht nur die beiden Freunde, sondern auch die Polizei beginnt sich zu fragen, woher die unbekannten Toten kommen - und warum ihnen mehrere Organe fehlen. In seinem neuen Max-Broll-Krimi führt Bernhard Aichner einmal mehr in die Abgründe hinter der Dorfidylle und liefert schwarzen Humor und Spannung auf höchstem Niveau. BURGDORFER KRIMIPREIS 2014 Mit seinem dritten Max-Broll-Krimi Leichenspiele überzeugt Bernhard Aichner die Jury der Burgdorfer Krimitage und gewinnt den renommierten Burgdorfer Krimipreis! Hohes Tempo, kuriose Wendungen und ein einzigartiges Gespür dafür, in wenigen Worten eindringliche Szenen zu entwerfen, sind bezeichnend für den unverwechselbaren Stil des Tiroler Autors, der mit der Max-Broll-Serie einen festen Platz in den Bücherregalen von Krimifreunden erobert hat. Aus der Begündung der Jury: Bernhard Aichner treibt seinen Krimi rasant voran. Dabei setzt er irrwitzige und sprachlich völlig überraschende Dialoge zwischen den beiden liebenswerten Antihelden ein. Vor allem dies hat die Jury überzeugt. Dieses stilistische Experiment ist rundum gelungen und macht Leichenspiele zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Die KRIMIREIHE von Bernhard Aichner: Die Schöne und der Tod - Band 1 der Krimiserie mit Totengräber Max Broll Für immer tot - Band 2 der Krimiserie mit Totengräber Max Broll Leichenspiele - Band 3 der Krimiserie mit Totengräber Max Broll

Bernhard Aichner, geboren 1972, lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck. Mehrere Literaturpreise und -stipendien. Verfasst Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Bei HAYMONtb erschienen die ersten beiden Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010) und Für immer tot (2011) und der Roman Nur Blau (2012). www.bernhard-aichner.at

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 264
    Erscheinungsdatum: 07.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709977019
    Verlag: Haymon Verlag
    Serie: Max Broll Bd.3
    Größe: 1907kBytes
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Leichenspiele

Eins

Die Flasche in seiner Hand.

Das Bier wie ein Wildbach durch seinen Hals. Ba roni neben ihm, die Füße im Sand. Seit vier Monaten hat er ihn nicht gesehen, nicht mit ihm geredet, da war nur ein E-Mail vor sechs Wochen, sonst nichts. Kein Kontakt zu dem, was war, kein Wort, nur Sand und Wasser. Nur Meer und Max.

Seit vier Monaten sitzt er in seinem grünen Plastikstuhl. Seit vier Monaten isst er Reis mit Huhn, seit vier Monaten trinkt er nicht. Keinen Schluck, seit er aufgebrochen ist, seit er sich von Baroni verabschiedet hat.

Ich muss weg, hat er gesagt.

Bleib nicht zu lang, hat Baroni gesagt.

Thailand. Max wollte ihr Grab nicht mehr sehen, nicht jeden Tag daran erinnert werden, dass sie tot war. Hanni, seine Liebe, die Frau, mit der er leben wollte, die mit ihm alt werden hätte sollen im Friedhofswärter haus, die Frau, mit der er Kinder wollte, die ihn geheiratet hätte. Hanni, die Frau, die ihn genommen hat, wie er war.

Max Broll, Totengräber, Gemeindearbeiter, Studienabbrecher, Faulenzer, Trinker, Träumer. Sie hat ihn geliebt. Er hat sie geliebt. Bis sie tot in seinen Armen lag, tot in einer Kiste verschwand, für immer verborgen unter der Erde, unten am Friedhof, vor seinen Augen. Jeden Tag ihr Grab, das ihm weh tat, ihr Name auf dem Holzkreuz, ihr Name in seinem Kopf, ihr Lachen, ihre Hände, ihre Haut, ihre Stimme. Max wollte sie nicht mehr hören.

Er wollte weg, er wollte vergessen, was war, er wollte ein Leben ohne sie, ohne die Liebe, die er endlich gefunden hatte. Er wollte nicht mehr daran denken, an dieses Leben, das sie gemeinsam hätten haben können, an das Glück zu zweit. Hanni war einfach nicht mehr da. Da war nichts mehr von ihr. Keine Bewegung, kein Satz, kein Wort.

Hanni Polzer war tot. Für immer.

Ein halbes Jahr lang schlief er ein mit Tränen, nichts machte es besser, Baroni nicht, Tilda nicht. Seine Stiefmutter, die sich liebevoll um ihn kümmerte, die ihn zurückholen wollte in die Welt, die ihm seine Tränen nehmen wollte. Tilda Broll, die zweite Frau seines verstorbenen Vaters. So sehr sie es auch versuchte, sie konnte ihm nicht helfen, es nicht wieder gutmachen, Hanni nicht zurückbringen. All ihre Bemühungen waren umsonst. Seine Tränen gingen nicht weg, sie kamen immer wieder, von unten nach oben, heraus aus ihm, sie taten weh, immer, jede Stunde, in der sie nicht da war, nicht zurückkam, Hanni.

Auch Baroni konnte nicht helfen. Auch der Alkohol nicht, die Räusche, in die er sich flüchtete, die stunden langen Gespräche mit seinem Freund auf der Dachterrasse, die vielen aufmunternden Worte, Baronis Scherze, seine Schulter, die immer für ihn da war. Max wollte allein sein.

Nach sechs Monaten sprach er mit dem Bürgermeister und bat ihn um eine Auszeit. Er zeigte dem Totengräber aus der Nachbargemeinde, was auf seinem Friedhof zu tun war. Max wollte weg. Er ließ seine Gräber allein, die liebevoll mit Kies bedeckten Wege, die alten, in Schwarz gehüllten Damen, die jeden Tag für Stunden über den Friedhof irrten, die Kerzen, die jeden Tag brannten für die, die nicht mehr da waren.

Weit weg, hat er gesagt und Baroni umarmt. Dann ist er geflogen. Nach Bangkok.

Drei Tage blieb er dort, dann flüchtete er in der Stille. Keine Autos, keine Straßen, keine Verpflichtungen, nur er. Im Zug Richtung Süden. Dann weiter nach Ranong und im Boot auf die Insel. Koh Chang, ein Strand mit Holzhütten, kein Lärm, keine Geschäfte, nichts. Nur einfache Restaurants und Hütten, eine Hängematte, ein grüner Plastikstuhl, vierundzwanzig Stunden Meerblick. Und Max.

Ohne Telefon, allein. Nur alle paar Wochen fuhr er zurück aufs Festland, setzte sich in ein Internetcafé und gab ein Lebenszeichen. Was zuhause passierte, wollte er nicht wissen, er wollte mit sich sein, er wollte, dass es aufhörte weh zu tun, dass ihn der Schmerz in Ruhe ließ, seine Erinnerungen, er wollte sich verabschieden von ihnen, sie aus seinem Kopf r

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