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Leichtes Opfer Thriller von Smith, Roger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2015
  • Verlag: Tropen
eBook (ePUB)
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Leichtes Opfer

Kapstadt, Südafrika: Mitten in einer heißen Sommernacht werden Michael Lane und seine Frau Beverly von Schreien aus ihrem Liebesspiel gerissen. Die Vermutung, dass der drogenabhängige Sohn ihrer Haushälterin nach einer rauschenden Nacht heimgekehrt sei, verliert sich im Nichts, als das Ehepaar den Garten betritt. Vor dem Poolhaus liegt die Leiche einer jungen Frau. Neben ihr steht ihr Sohn Christopher. Für Beverly Lane steht schnell fest: Sie brauchen einen Schuldigen, der nicht ihr Sohn ist. Und damit beginnt eine hinterhältige Intrige, die das Schicksal zweier Familien auf tragische Weise miteinander verbindet und immer mehr Opfer fordert. Roger Smith, 1960 in Johannesburg geboren, ist Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Während der südafrikanischen Apartheidjahre hat er das erste hautfarbenübergreifende Filmkollektiv gegründet. Daraus ist eine Reihe von wichtigen, international erfolgreichen Protestfilmen hervorgegangen. Sein Debüt "Kap der Finsternis" aus dem Jahr 2009 war ein großer internationaler Erfolg und wird in Hollywood verfilmt. 2010 erschien "Blutiges Erwachen", beide Bücher standen wochenlang auf Platz 1 der KrimiWelt-Bestenliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 21.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608107906
    Verlag: Tropen
    Originaltitel: Sacrifies
    Größe: 8266 kBytes
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Leichtes Opfer

KAPITEL 2

"Ich bin Detective Gwen Perils vom Morddezernat." Die Frau mit dem Milchkaffee-Teint und dem geföhnten schwarzen Bubikopf spricht in einem Tonfall, der genauso glatt ist wie ihr Haar.

Beverleys Pennyloafer klicken über die Fliesen, und sie stellt sich neben Lane in die Wohnzimmertür, als würden sie die Polizistin zu einem geselligen Abend begrüßen. Bev ist gefasst, nur ein Finger, der mit einem Knopf an ihrer Seidenbluse spielt, verrät ihre Nervosität. Lane, dem das Hemd aus der khakifarbenen Chinohose hängt, trägt sein Entsetzen sichtbarer: ungekämmte Haare, Schweißfilm auf der Stirn, Augen tief in den Höhlen.

Christopher sitzt schlaff in einem Polstersessel, wie hypnotisiert von den blinkenden Lichtern des Plastikweihnachtsbaums, den Beverley - traditionshörig, wie sie ist - jedes Jahr aus dem Abstellraum holt. Er ist barfuß und trägt ein frisches weißes T-Shirt und eine Jeans.

Angewidert denkt Lane daran, wie seine Frau im klatschnassen Bademantel mit ihrem Sohn unter der Dusche im Gästebad stand und ihm das getrocknete Blut abwusch, ehe sie die Polizei rief.

Christophers Kopf ist bandagiert, und Lane spürt noch immer den Ruck im Handgelenk, als die Hantel, klebrig vom Blut der jungen Frau, den Schädel seines Sohnes traf, knapp über dem rechten Ohr. Obwohl Lane das Gewicht mit aller Kraft geschwungen hatte, brachte es Chris kaum ins Taumeln. Er ist an schlimmere Kollisionen auf dem Rugbyfeld gewöhnt. Aber der Schlag hatte ihm eine Platzwunde und eine Beule eingebracht, die von den Sanitätern verarztet werden mussten und die das Märchen, das Beverley den Sicherheitsleuten und Streifenpolizisten auftischte, die als Erste eintrafen, erheblich glaubwürdiger machten. Lane hatte sich derweil stumm im Hintergrund gehalten.

Ein Blitzlichtgewitter aus dem Poolhaus zerschneidet die Nacht wie Wetterleuchten und erschreckt Lane, der hinaus in den Garten starrt, wo es von Cops und Kriminaltechnikern wimmelt, deren Fahrzeuge die Einfahrt versperren.

"Können wir uns vielleicht setzen?", fragt Detective Perils.

"Selbstverständlich." Beverley zeigt auf die Sessel. In einem davon fläzt sich ihr Sohn und ignoriert alle.

Die Lanes entscheiden sich für das Sofa vor dem gigantischen Flachbildschirm, und Perils setzt sich neben Chris.

"Mr. Lane", sagt Perils, "schildern Sie mir doch bitte genau, was Sie heute am früheren Abend mit dem jungen Lyndall Solomons erlebt haben."

"Also", sagt Beverley, "wir haben hier unten ferngesehen ..."

"Lassen Sie doch bitte Mr. Lane erzählen, ja?", sagt Perils.

"Wieso?", fragt Beverley, die es gewohnt ist, dass alles nach ihrem Willen geht.

Die Polizistin zeigt ihre perfekten Zähne mit einem freudlosen Lächeln und sagt: "Sie kommen auch noch dran." Sie sieht Lane an. "Michael?"

Lane, der froh ist, die Ereignisse des Abends schildern zu können, lässt sich in die Sicherheit der Wahrheit sinken. Oder in die leicht bereinigte Version der Wahrheit, die er dieser schwarzen Frau mit den harten Augen präsentieren wird.

Es war gegen zehn, und Lane und Beverley saßen auf ebendiesem Sofa und sahen fern. Bev, die süchtig nach amerikanischen Anwaltsserien ist, hatte es sich bequem gemacht und starrte gebannt auf den Bildschirm.

Lane nippte gelangweilt an dem Scotch, den er sich jeden Abend gönnte. Wenn er und Beverley ausgingen - was sie in letzter Zeit seltener taten, denn entweder ließen sich ihre Bekannten scheiden, kippten tot auf Tennisplätzen um oder landeten immer öfter in den Statistiken zu Kapstadts mörderischer Kriminalitätsrate -, trank er bloß ein Glas Rotwein. Trank es so langsam, als wäre er ein Streifen Lackmuspapier, der den Alkohol absorbierte.

Es verging kein Tag, an dem sich nicht etwas Dunkles in ihm gegen diese selbst auferlegten Fesseln wehrte, danach verlangte, sich in einen Zustand stumpfsinnigen Vergessens zu saufen. Aber jene Nacht des Grauens auf der v

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