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Lockvogel Roman von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.11.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Lockvogel

Wenn Menschen zu lebenden Bomben werden Als die CIA einen wichtigen BND-Informanten angreift und dessen Familie gefangen setzt, schickt der BND seinen besten Mann, Karl Müller, zu einem hochbrisanten Solo in den Jemen. Müllers Freundin und Kollegin Svenja Takamoto ist zeitgleich einer ganz neuen terroristischen Bedrohung auf der Spur. Ein reicher Ölhändler aus Hamburg zieht als Lockvogel durchs Land: Er schart desillusionierte junge Deutsche um sich, lädt sie ein nach Mallorca - doch von dort geht es plötzlich weiter nach Karatschi. Könnte das Ziel der Gruppe ein Terrorcamp sein? Svenja verfolgt die mutmaßlichen Terroristen in spe unter größten Gefahren bis ins pakistanische Stammesgebiet. Wo der Bruderdienst aus den USA natürlich auch schon wieder verdeckt operiert . . . Jacques Berndorf - Pseudonym des Journalisten Michael Preute - wurde 1936 in Duisburg geboren und lebt seit 1984 in der Eifel. Er arbeitete viele Jahre als Journalist, u.a. für den 'Spiegel' und den 'Stern', bevor er sich ganz dem Krimischreiben widmete. Seine 'Eifel'-Krimis mit dem Ermittler Siggi Baumeister wurden sämtlich zu Bestsellern und haben Kultstatus erlangt. 2003 erhielt Michael Preute den 'Ehrenglauser' für seine Verdienste um die deutschsprachige Kriminalliteratur. Er ist der erste Außenstehende, dem der BND zu Recherchezwecken die Tore öffnete. In seiner BND-Reihe um Karl Müller sind bereits bei Heyne erschienen: 'Ein guter Mann', 'Bruderdienst', 'Der Meisterschüler' und 'Die Grenzgängerin'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 23.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641184605
    Verlag: Heyne
    Serie: Karl Müller Bd.5
    Größe: 637 kBytes
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Lockvogel

1. KAPITEL

Sowinski bellte ins Telefon: "Wie verfahren wir mit Quelle Jemen?" Er war wütend.

"Ich bringe ihn gleich zum Flieger Berlin - Paris", antwortete Thomas Dehner flach und gelassen. "Er steigt gegen Mittag um auf eine Verbindung nach Tel Aviv. Dort wartet er zwei Tage im Hotel. Als Tourist. Er lässt sich von einem Taxi aus ein paar Sehenswürdigkeiten zeigen, trödelt herum. Das Taxi fährt einer unserer Leute, aber Quelle Jemen weiß das nicht, und er will das auch gar nicht wissen. Dann fliegt er heim nach Sanaa. Ganz einfach." Plötzlich unsicher setzte er hinzu: "Aber das ist doch mit Ihnen besprochen worden."

"Was halten Sie von meiner Vermutung, dass der Mann auf einer Fahndungsliste der NSA steht?"

Dehner lachte leise. "Ich denke, dass uns das gleichgültig sein sollte. Sie stehen todsicher auch auf ein paar Listen, und ich auch. Wer soll das noch ernst nehmen? Quelle Jemen hat erstklassige Papiere als Mitglied des diplomatischen Korps, mehr geht nicht, mehr braucht er nicht."

"Okay. Kommen Sie rein, wenn das erledigt ist."

Sowinski, der sich als Beschützer aller Außenagenten im BND sah, stellte das Telefon beiseite. Er sagte an seinen Kollegen Esser gewandt, der zwei Räume weiter residierte: "Ich frage mich, was wir machen, wenn unsere ganze wunderschöne Spionageeinrichtung eines Tages auf der Fahndungsliste der NSA landet und alle die Cowboys von der CIA mit ihren großen Revolvern in der Tür stehen?"

"Das kann ich dir genau sagen. Wir winseln um unser Leben", antwortete Esser, Spezialist für die gesamte Wissenschaft und für alle Hintergründe der Politik. "Aber sag mal, warum bist du eigentlich so angespannt?"

"Das weiß ich nicht."

"Du lügst", sagte Esser schnell und streng.

"Meine Frau und ich haben morgen fünfundzwanzigsten Hochzeitstag." Das kam wie ein Hauch, als traue Sowinski sich kaum, die Worte auszusprechen.

"Richtig, du hast ja schon vor Monaten ein paar Urlaubstage eingereicht", sagte Esser. "Und planst was ganz Schönes für euch beide, oder?"

"Ich habe zwei Leute in Afrika, einen auf Mallorca, drei müssen in einen Einsatz. Ich weiß nicht, wie ich da freimachen soll."

"Weiß unser Chef davon?"

"Nein. Und du solltest ihm das auch nicht sagen."

"Du spinnst ja, Sowinski!"

"Wieso spinnt er?", fragte Krause in das Mikrofon vier Türen weiter.

"Sowinski hat vor Monaten freie Tage für seine Silberhochzeit beantragt", bestimmte Esser streng. "Keine Diskussion. Der Mann muss sich ab morgen dringend um sein Privatleben kümmern."

"Okay", bestätigte Krause. "Wie geht es Müller eigentlich?"

"Nicht so glänzend. Der Therapeut sagt, er trägt ein Gebirge an Schuldgefühlen mit sich herum. Panikattacken."

"Immer noch die Frau und das Kind?", fragte Krause.

"Immer noch", bestätigte Esser.

Karl Müller schwitzte. Es war früher Morgen, und er saß auf einem hölzernen Schemel mitten in einem völlig kahlen, weißen Raum und fühlte sich elend. Er sagte wütend: "Ich werde jede Nacht wach von diesem Scheißbild."

"Schildern Sie das Scheißbild", forderte der Therapeut energisch.

"Ich will das nicht mehr", nuschelte Müller.

Müller mochte diesen Therapeuten nicht. Der Mann hatte eine eigenartige Technik entwickelt. Er saß ebenfalls auf einem Holzschemel drei Meter von Müller entfernt. War er mit Müllers Antworten und Schilderungen zufrieden, rutschte er mitsamt dem Schemel fünfzig Zentimeter auf Mül

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