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Lucifer Roman von Cordy, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Lucifer

Das letzte Rätsel der Menschheit Der Rote Papst, der charismatische Anführer einer von der katholischen Kirche abgespaltenen Bewegung namens Kirche der Seelenwahrheit, erfährt von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Leben nach dem Tod. Mit Hilfe dieser Technologie, die der brillante Neurologe Dr. Miles Fleming entwickelt hat, versucht er seine größenwahnsinnigen Pläne in die Tat umzusetzen. Fleming nimmt den Kampf auf, bei dem das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel steht. Michael Cordy war bis 1993 als Marketingleiter in einem englischen Konzern tätig, bis ihm mit 'Das Nazareth-Gen' auf Anhieb ein Bestseller gelang, der in über 25 Ländern erfolgreich war. Mit Mutation konnte er sich als einer der besten britischen Thrillerautoren etablieren. Michael Cordy lebt mit seiner Frau Jenny in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641181079
    Verlag: Heyne
    Größe: 1908 kBytes
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Lucifer

3

Klinisches Forschungszentrum Barley Hall.
Cambridge, England

Es waren Momente wie dieser, in denen Miles Flemings Glaube an das Mögliche, der in den letzten elf Monaten einer harten Bewährungsprobe unterzogen worden war, wiederhergestellt wurde. Er wandte sich dem jungen Mann zu, der neben ihm saß. "Der Arm okay, Paul?"

Paul rückte die Elektrodenkappe aus blauem Maschengeflecht auf seinem Kopf zurecht und blickte auf den Computermonitor vor ihm, in dessen oberer Hälfte eine anatomisch exakt nachgebildete Figur zu sehen war. "Alles klar, Doc. Keinerlei Schmerzen."

"Nicht mal ein leichtes Zwicken?"

Paul grinste. "Nein. Nichts."

"Okay, dann versuchen Sie noch mal, ihn zu bewegen. Heben Sie ihn über den Kopf."

Fleming beobachtete, wie die Figur auf dem Bildschirm ihren rechten Arm hob, und behielt zugleich die heftig ausschlagenden waagrechten Linien auf der unteren Bildschirmhälfte im Auge. "Ausgezeichnet, Paul. Ihre Hirnströme machen einen stabilen Eindruck. Die Alpha-Wellen haben Sie jetzt gut unter Kontrolle. Nehmen Sie den Arm wieder runter. Prima." Er wandte sich seinem Forschungspatienten zu, der sich, die Stirn vor Anspannung in tiefe Falten gelegt, darauf konzentrierte, den Arm auf dem Bildschirm zu steuern. Der 26-Jährige trug ein Nike-Sweatshirt und ausgewaschene Jeans. Sein rechter Ärmel hing leer von seiner Schulter herunter.

Vier Jahre zuvor hatte Paul bei einem Arbeitsunfall seinen Arm verloren und war seitdem in der fehlenden Gliedmaße von heftigen Schmerzen geplagt worden, bis er nach Barley Hall kam. Fleming hatte die Erfahrung gemacht, dass viele Amputierte an Phantomschmerzen leiden. Sie kommen aus dem Gehirn, das in seinem neuralen Netz eine virtuelle 3D-Landkarte des Körpers gespeichert hat und oft auch dann noch Signale an ein Körperteil sendet, wenn dieses längst amputiert ist. In Pauls Fall hatte Fleming mithilfe des NeuroTranslators festgestellt, welche Hirnströme die Schmerzsignale an den fehlenden Arm sendeten, und sie auf diese Weise abstellen können. Paul hatte so gut auf die Behandlung angesprochen, dass sich Fleming vor einem Monat dazu entschlossen hatte, nicht nur die Schmerzsignale abzustellen, sondern auch die Steuersignale zu verstärken.

"Okay, auf dem Bildschirm machen Sie Ihre Sache schon ziemlich gut." Fleming wandte sich der Latex-Puppe in der Ecke zu. "Wie kommen Sie mit Brian zurecht?"

Paul grinste. "Kein Problem."

"Sie sind sich Ihrer Sache ganz schön sicher. Dann machen Sie doch mal den Eiertest."

"Den was?"

Fleming stand auf und ging zu dem künstlichen Körper. "Brian" war zwar geschlechtslos, aber im Übrigen war jeder prothetische Muskel und jedes Gelenk unter seiner Latexhaut denen eines durchschnittlichen menschlichen Körpers nachgebildet. Fleming holte eine Schachtel aus der Tasche seines zerknitterten weißen Kittels, öffnete sie und nahm ein in Watte gepacktes Ei heraus. Er ging zu dem kleinen Tisch neben der Puppe und legte das Ei auf die eine Seite, die Schachtel auf die andere. Beides befand sich in Reichweite von Brians rechter Hand.

Dann ging er ans andere Ende des hohen viktorianischen Raums und stellte sich an das Glasfenster, das den Think Tank, wie das Forschungslabor von den Barley Hall-Mitarbeitern allgemein genannt wurde, vom Beobachtungszimmer trennte. Er beugte sich über die Workstation und gab mit der Tastatur neben dem leuchtenden Würfel ein paar Befehle ein. "So, jetzt sind Sie an Brian angeschlossen. Der Rest seines Körpers braucht Sie nicht zu interessieren. Konzentrieren Sie sich nur auf den rechten Arm. Heben Sie das Ei hoch und legen Sie es in die Schachtel zurück."

"Von hier?", fragte Paul, der drei Meter vom Ei entfernt stand.

"Konzentrieren Sie sich nur darauf, Ihren fehlenden Arm zu bewegen. Genau so, wie Sie es mit der Figur auf dem Bildschirm gemacht haben."

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