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Mädchenbeute Psychothriller von Bauer, Belinda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.03.2015
  • Verlag: Manhattan
eBook (ePUB)
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Mädchenbeute

"Ruf deine Mutter an." - "Was soll ich sagen?" - "Sag ihr Auf Wiedersehen."
Die zehnjährige Ruby lebt mit ihren Eltern in Limeburg, einem beschaulichen Ort an der Küste von Devonshire. Das Dorfleben geht seinen Gang - bis albtraumhafte Vorfälle die Bewohner in Angst versetzen: Zwei junge Frauen werden kurz hintereinander überfallen. Der Unbekannte zwingt sie, sich auszuziehen und ihre Mütter anzurufen, um Lebewohl zu sagen. Bald schon folgt das erste Todesopfer - doch die Polizei tappt im Dunkeln. Rubys Vater beschließt, auf eigene Faust für Ordnung zu sorgen. Für Ruby klingt es wie ein großes Abenteuer: Sie darf ihn begleiten auf seiner Mörderjagd. Doch was, wenn der Killer schneller ist?

Belinda Bauer wuchs in England und Südafrika auf. Sie arbeitete als Journalistin und Drehbuchautorin und wurde mit dem renommierten Bafta Award for Young British Screenwriters ausgezeichnet. Ihr Romandebüt legte sie mit dem von Kritikern wie Lesern gefeierten Werk "Das Grab im Moor" vor, das als bester Spannungsroman des Jahres mit dem Gold Dagger ausgezeichnet wurde. Auch mit ihren weiteren Romanen wurde Belinda Bauer ihrem Ruf als Ausnahmetalent immer wieder aufs Neue gerecht. Die Autorin lebt in Wales.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 23.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641156725
    Verlag: Manhattan
    Originaltitel: The Facts of Life and Death
    Größe: 702kBytes
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Mädchenbeute

3

M iss Sharpe schrieb zwei Worte auf das Whiteboard, und Ruby übertrug sie sorgfältig auf den Einband ihres brandneuen, blauen Heftes.

Mein Tagebuhc.

"Ihr solltet jeden Tag Tagebuch schreiben", sagte Miss Sharpe, begleitet vom Aufstöhnen der Jungen. Sie legte den Filzstift weg und ging zwischen den Tischen hindurch. Ruby hatte es gern, wenn Miss Sharpe herumlief, das machte es Essie Littlejohn nämlich schwerer, sie mit dem Bleistift zu pieken. Essies Daddy gehörte das Hotel, wo Mummy arbeitete, und Ruby konnte sie nicht ausstehen, mit ihren großen Ohren und ihren tollen Wachsmalkreiden und ihren Blähungen von all dem Nobelessen.

"Alles, was ihr tut, und alle Gedanken, die euch durch den Kopf gehen", fuhr Miss Sharpe fort. "All eure geheimen Träume und eure Pläne für die Zukunft."

Ruby sah, dass sie ganz hellen Perlmuttlack auf ihren kurzen Fingernägeln hatte. Ruby durfte sich die Nägel nicht anmalen, weil so was nur Schlampen machten, aber Miss Sharpe sah gar nicht aus wie eine Schlampe. Sie hatte hässliches braunes Haar und war überhaupt nicht geschminkt, und der einzige Schmuck, den sie trug, war ein Armband, an dem kleine Glücksbringer klingelten, darunter auch ein silbernes Hufeisen. Ruby fand das Hufeisen toll, und Miss Sharpe infolgedessen auch, deshalb war ihr nicht klar, wie Miss Sharpe eine Schlampe sein könnte. Vielleicht war Nagellack ja nur etwas Schlampiges, wenn es eine French Manicure war, wie bei den Mädchen aus dem College, die immer im Bus rauchten.

Miss Sharpe sah, dass Ruby ihre Glücksbringer betrachtete, und lächelte ihr schiefes Lächeln. Sie war erst seit Beginn des Schuljahres hier, also hatte sie noch keine Zeit gehabt, unglücklich zu werden.

David Leather meldete sich und fragte, ob er über seine Milchflaschen-Sammlung schreiben könne, und Shawn Loosemore erkundigte sich, ob er darüber schreiben dürfe, wie er David Leathers Michflaschen-Sammlung zertrümmerte, und alles lachte - außer David und Miss Sharpe, die in die Hände klatschen musste, damit alle still waren.

"Natürlich, David. Über Hobbys, oder darüber, was du am Wochenende gemacht hast, oder was du dir zum Geburtstag wünschst, oder über deine Haustiere. So ähnlich wie Facebook, aber nur für die 5B. Und dann", setzte sie hinzu, "können diejenigen, die das möchten, ihre Tagebücher im Unterricht vorlesen, und wir erfahren etwas über ..."

Es klingelte, und Miss Sharpe musste lauter sprechen, um das Stühlescharren zu übertönen.

"... den Alltag der anderen! Schönes Wochenende!"

Ruby stopfte Mein Tagebuhc in ihren Plüschrucksack, der aussah wie ein Pony, dann zottelte sie hinter den anderen her aus dem Klassenzimmer.

Die anderen Kinder interessierten sich ganz bestimmt nicht für sie oder ihren Alltag.

Es aufzuschreiben, würde daran nichts ändern.

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Cowboy.

Der Cowboy-Abend war der schönste Abend der Woche.

Am Cowboy-Nachmittag stieg Ruby immer aus dem Bus und ging in den Laden, um unter Mr Preeces misstrauischem Blick ihr Taschengeld auszugeben. Sie mochte Mr Preece nicht, dem kräuselten sich nämlich Haare aus den Ohren, und seine Augen sahen hinter der dicken Brille viel zu groß aus. Jeden Freitag brauchte sie eine Ewigkeit, um sich immer dieselben zwei Dinge zu kaufen: ein Mars und Pony & Rider , das gönnte sie sich immer für die Woche.

Wenn sie bei der kleinen Kapelle ankam, hatte sie das Mars immer schon aufgegessen.

Pony & Rider hielt länger, und Ruby schlenderte den Hügel hinunter und beneidete die hübschen Mädchen mit den langen Beinen, die um die Flanken makellos geputzter Ponys gelegt waren. Sie hielt Ausschau nach schönen Bildern, die sie ausschneiden und über ihr Bett hängen könnte, bis sie wegen des dürftigen Lichts, das im Wald herrschte, nicht mehr genug sehen konnte. Dann beeilte sie s

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