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Mädchenware Kriminalroman - Ein Steiger-Krimi 2 - von Horst, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.01.2015
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Mädchenware

Ein Bordell wird überfallen, eine Frau getötet, und alle Zeugen schweigen. In einem Dortmunder Bordell feiern mehrere EU-Beamte ausgelassen. Plötzlich fallen Schüsse. Die russische Prostituierte Anastasija wird getötet, ihre Freundin Dajana verletzt. Noch bevor die Polizei eintrifft, verschwinden die Zuhälter mit der Verletzten. Auch die Freier, die Hals über Kopf geflüchtet sind, haben wenig Interesse, sich bei den Behörden zu melden. Die Ermittlungen geraten deshalb schnell ins Stocken. Doch Kommissar Steiger gibt nicht auf, zumal dieser Fall ihn persönlich mehr berührt als gewöhnlich: Seine langjährige Geliebte, die Prostituierte Eva, wurde bei dem Überfall ebenfalls schwer verletzt ... Norbert Horst ist im Hauptberuf Kriminalhauptkommissar und hat in zahlreichen Mordkommissionen ermittelt. Der Autor ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Kriminalromane wurden mit dem Friedrich Glauser Preis und dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet und standen wochenlang auf der KrimiBestenliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 19.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641149093
    Verlag: Goldmann
    Größe: 3106 kBytes
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Mädchenware

3

September 2013

Jana Goll fuhr den schwarzen Ford rechts ran und parkte am Straßenrand. Steiger beugte sich ein wenig vor und sah im Rückspiegel der Beifahrerseite, dass die beiden Streifenwagen hinter ihnen hielten. Alle stiegen aus und versammelten sich in kleiner Runde auf dem Bürgersteig. Von den Uniformierten kannte Steiger nur Krüger, einen alten Haudegen, dem sich fünfundzwanzig Jahre Nachtdienst im Dortmunder Norden so ins Gesicht geschrieben hatten, dass es selbst im Dämmerlicht eines Herbstmorgens zu sehen war. Die anderen drei waren junge Leute, die er mal im Vorbeigehen auf dem Hof des Präsidiums oder in der Wache gesehen hatte. Aufgefallen war ihm dabei nur die türkische Kollegin.

"Das ist das Objekt." Jana zeigte auf ein Haus mit grauem Putz, der Zaun war schief, und es fehlten ein paar Elemente. Zwei abgemeldete Autos standen auf einer Grasfläche, die vielleicht mal Rasen gewesen war, und vor der Tür hatte jemand ein paar Schubkarren Bauschutt entsorgt, aus dem schon kleine Grasbüschel wuchsen. "Jochen Konrad soll sich hier seit einiger Zeit aufhalten und auch nachts schlafen, wir haben darauf ziemlich sichere Hinweise von einem Informanten."

Jana nahm vier Kopien eines Fotos aus ihrer Klappmappe und gab jedem der anderen eine. Steiger lächelte still. Jeder andere hätte ein Foto dabeigehabt und es gezeigt. Sie war jetzt drei Jahre beim Einsatztrupp, fuhr meistens mit ihm, und ihre Sorgfalt war ihm von Anfang an aufgefallen. Die Besprechung und die Organisation solcher Aktionen überließ er seit längerer Zeit schon ihr, nicht nur weil er ihr vertraute, sondern weil sie noch alles vor sich hatte und weil er ihren Ehrgeiz akzeptieren konnte, denn sie lebte ihn mit Respekt und nicht gegen andere.

"Das Foto ist von einer ED -Behandlung vom April 2012, also etwa ein gutes Jahr alt, und unser Informant sagt, dass er noch so aussieht. Konrad hat drei Haftbefehle offen über insgesamt vier Jahre, unter anderem wegen Einbruch. Gewalttätig ist er nicht, davon steht jedenfalls nichts in der Akte, ist aber schon mal bei einer Vernehmung abgehauen und hat es bei einer anderen mit Sprung aus dem ersten Stock versucht. Hat also einen schnellen Schuh, der Junge, darum auch eure Unterstützung, für die ich mich schon mal bedanken möchte."

Zwei der jungen Kollegen nickten.

"Ich hätte gern einen Hund dabeigehabt, war aber leider nicht möglich heute Morgen. Wenn wir ihn mit einer Frau antreffen, ist das eine Ina Meier, mit der ist er seit einiger Zeit zusammen, wie der Informant sagt." Steiger sah, dass Krüger kurz die Augenbrauen zusammenzog. "Die ist einundvierzig, hat mal hier und mal dort gewohnt und hat keine Erkenntnisse bei uns. Sonst dürfte niemand im Haus sein." Jana sah kurz auf die Uhr. "Zehn nach sechs, ich schlage vor, zwei von euch postieren sich jeweils hinten an den Hausecken, einer an der Eingangstür. Steiger und ich gehen von der Seite ins Haus, es soll nämlich einen Seiteneingang geben, der nicht verschlossen ist. Darum hätten wir dich, Sven ...", Sven nickte kurz, "... gern bei uns, falls er doch Ärger machen sollte, was nach Aktenlage eigentlich nicht zu erwarten ist, sagte ich schon. Noch Fragen."

"Sind Tiere im Haus", fragte Krüger mit einer Stimme, die noch nicht ganz wach klang.

"Ach, ja, danke." Jana tippte sich mit dem Finger gegen die Stirn. "Soweit der Informant wusste, sind keine Tiere, also auch kein Hund, im Haus."

Allgemeines Nicken, alle gingen los.

Als Steiger, Jana und der junge Kollege, den sie Sven genannt hatte, vor der Seitentür standen, wartete er noch einen Moment, damit alle ganz sicher an ihrem Platz waren, wechselte noch kurz einen Blick mit seiner jungen Kollegin und drückte dann sacht die Klinke nach unten.

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