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Mörderisches Grün Miss Marple und Poirot ermitteln im Garten von Christie, Agatha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2017
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Mörderisches Grün

Ein Garten ist der ideale Ort für einen Mord, denn hinter hohen Hecken bleibt so manches verborgen, und beim jährlichen Auflockern des Erdreichs kann der eine dem anderen ganz nebenbei noch eine Grube graben. Wachsen außerdem zwischen duftenden Blumen giftige Pflanzen, wird aus der Tea Time schnell ein Leichenschmaus. Wenn der Garten zum Tatort wird, gibt es keine bessere Ermittlerin als die passionierte Hobby-Gärtnerin Miss Marple, die keinen Fußabdruck in ihren akkuraten Blumenbeeten duldet - außer er führt sie zum Täter. Aber auch Hercule Poirots graue Zellen erfreuen sich am Grün, wenn sich der Rasen rot färbt. Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind - auch durch die Verfilmungen - einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 17.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455000399
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 624 kBytes
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Mörderisches Grün

Der Goldschatz

E s ist vielleicht nicht ganz fair, wenn ich Ihnen diese Geschichte erzähle", sagte Raymond West, "denn ich kann Ihnen keine Lösung liefern. Weil aber die Fakten so spannend, ja kurios waren, würde ich sie Ihnen gern als Denkaufgabe vorlegen. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, eine logische Erklärung zu finden.

Abgespielt hat sich das Ganze vor zwei Jahren, als ich nach Cornwall fuhr, um Pfingsten bei einem gewissen John Newman zu verbringen."

"Cornwall?", fragte Joyce Lemprière dazwischen.

"Ja. Warum?"

"Komischerweise spielt meine Geschichte auch in Cornwall, in Rathole, einem kleinen Fischerdorf. Ist es etwa derselbe Ort?"

"Nein. Mein Dorf heißt Polperran und liegt an der Westküste von Cornwall, einer sehr wilden, felsigen Gegend. Man hatte mich ein paar Wochen zuvor mit Newman bekannt gemacht, einem sehr fesselnden Gefährten, wie ich fand, intelligent, finanziell unabhängig - und mit einer romantischen Phantasie. Sein neuestes Hobby führte dazu, dass er Pol House gepachtet hatte. Er war Experte für elisabethanische Geschichte und schilderte mir in lebhafter, bilderreicher Sprache die Niederlage der Spanischen Armada. Er war so begeistert, dass man fast meinen konnte, er habe die Schlacht selbst miterlebt. Ob es wohl so etwas wie Seelenwanderung gibt?"

"Du bist eben auch romantisch angehaucht, lieber Junge", sagte Miss Marple und musterte ihn gütig.

"Ich? Ganz und gar nicht", widersprach Raymond West etwas pikiert. "Aber dieser Newman war ein Schwärmer durch und durch und interessierte mich deshalb als ein bemerkenswertes Überbleibsel aus vergangenen Zeiten. Er erzählte mir, dass ein Schiff, das zur Armada gehörte und von dem man wusste, dass es reiche Goldschätze aus den spanischen Kolonien geladen hatte, an den berühmt-berüchtigten Serpent Rocks vor Cornwall zerschellt war. Mehrere Jahre lang hatte man sich bemüht, das Schiff zu bergen und den Schatz zu heben. Solche Geschichten sind nicht ungewöhnlich, allerdings übertrifft die Zahl der mythischen Schatzschiffe die der tatsächlichen bei Weitem. Eine Gesellschaft war gegründet worden und bankrottgegangen, und Newman hatte die Rechte an der ganzen Unternehmung zu einem Spottpreis erwerben können. Er steigerte sich in die größte Begeisterung hinein. Wenn man ihm glauben durfte, hing alles jetzt nur noch an den neuesten wissenschaftlichen und technischen Hilfsmitteln. Das Gold war da, und er war fest davon überzeugt, dass man es würde bergen können.

Erstaunlich, überlegte ich, während ich ihn so reden hörte, wie oft man das erlebt: Einem reichen Mann wie Newman fällt ein Erfolg fast mühelos in den Schoß, aber der eigentliche Geldwert dürfte ihm wenig bedeutet haben. Ich muss gestehen, dass sein Eifer mich ansteckte. Ich sah Galeonen die Küste hochtreiben, vor dem Sturm flüchten, auf die schwarzen Felsen schlagen und zerschmettern. Allein das Wort 'Galeone' klang romantisch. Der Begriff 'spanisches Gold', der den Schuljungen begeistert, reißt auch noch den reifen Mann mit. Ich arbeitete damals an einem Roman, in dem einige Szenen im 16 . Jahrhundert spielten, und hoffte wertvolles Lokalkolorit von meinem Gastgeber zu erhalten.

Am Freitagvormittag fuhr ich in bester Laune von Paddington ab und freute mich auf meine Reise. Das Abteil war leer bis auf einen Fahrgast, der mir gegenüber in der anderen Ecke saß. Es war ein hochgewachsener, soldatisch straffer Mann, und ich wurde den Eindruck nicht los, dass ich ihn irgendwo schon mal gesehen hatte. Eine Weile zermarterte ich mir vergeblich das Hirn, dann kam die Erleuchtung. Mein Reisegefährte war Inspector Badgworth, den ich kennengelernt hatte, als ich eine Artikelreihe über den Fall des spurlos verschwundenen Everson schrieb.

Ich erinnerte ihn an unser damaliges Zusammentreffen, und wir waren bald in ein angeregtes Gespräch vertieft. Als ich sagte, ich sei auf dem Weg nach Pol

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