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Magnetfeld des Bösen von Berndorf, Jacques (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2016
  • Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
eBook (ePUB)
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Magnetfeld des Bösen

Magnetfeld des Bösen Es gibt nur einen Weg. Sein Schwager muss aus dem Weg geräumt werden, damit der Weg an die Spitze der Kölner Firma endlich für ihn frei wird. Zu diesem Zweck entwirft Kraft ein perfektes Konzept. In seinem Schwiegersohn Andreas findet er einen willfährigen Helfer, und schon bald treibt an der Küste Südfrankreichs tatsächlich eine Leiche auf den azurblauen Wellen des Mittelmeers. Doch was bis jetzt nach Plan verlaufen ist, gerät plötzlich aus der Bahn. Und schon bald ist klar, dass es nicht bei dieser einen Leiche bleiben wird ... Jacques Berndorf ... ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, "Eifel-Blues", erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. 2003 erhielt er vom "Syndikat", der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den "Ehren-Glauser" für sein Lebenswerk. Die bei KBV erscheinenden Siggi-Baumeister-Krimis erobern regelmäßig die oberen Plätze der Bestsellerlisten. Im Berndorf-Jubiläumsjahr 2014 erschien erstmals eine Sammlung seiner Kurzkrimis: "Der König der Eifel".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 17.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954413034
    Verlag: KBV Verlags- & Medien GmbH
    Serie: KBV Krimi
    Größe: 893 kBytes
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Magnetfeld des Bösen

1. August

D as Hotel hieß Lion d'or und war ausgezeichnet. Es war nicht neu und nicht alt, eine faszinierende Mischung. Das Hotel lag im alten Teil Nizzas, in einer der Gassen unten am Strand. In dieser Gegend lebte das Völkchen der Nacht, mittags lagen die Mütter in den Fenstern und tauschten über das blaue Pflaster hinweg die Erfahrungen und Geschäftserfolge der vergangenen Nacht aus, oder sie beschimpften sich.

Das Lion d'or hatte damit nicht etwa einen zweifelhaften Ruf, im Gegenteil, es genoss unter Kennern eher den Ruf einer exklusiven Insel inmitten der Welt des Lasters, wie es so schön heißt. Das war das Argument, mit dem Kraft mühelos die Bedenken der Frauen beiseitegeschoben hatte.

"Ich zeige euch Nizza, wie es wirklich ist."

Sie waren am Samstagabend gekommen und hatten die Tage damit verbracht, in der weißen Sonne herumzuschlendern, zu baden, zu essen. Sie hatten - eine bemerkenswerte Eigenschaft des deutschen Touristen - sofort einen bestimmten Rhythmus in ihr Leben gebracht. Morgens fuhren sie nach einem ausgiebigen Frühstück auf die Uferstraße nach Cannes, folgten ihr etwa acht Kilometer und bogen dann in eine kleine, von dunkelfarbenen, scharfkantigen Felsen umgebene Bucht ein. Die beiden Männer fuhren mit dem Schlauchboot hinaus, um zu tauchen, während die beiden Frauen sich in der Sonne bräunen ließen. Das dauerte bis vierzehn Uhr. Dann verließen sie die kleine Bucht und gingen in ein Lokal landeinwärts, das Chez Barbra hieß. Dort aßen sie und fuhren gegen drei Uhr wieder in das Hotel. Es folgten vier Stunden, in denen beide Paare allein je nach Belieben entweder spazieren gingen oder schliefen oder nach Antiquitäten suchten. Um neunzehn Uhr zogen sie sich zum Abendessen um. Sie aßen abwechselnd im Lion d'or oder aber im Palace Hotel und gingen anschließend bummeln, das heißt, sie tanzten und tranken, wechselten sehr schnell die Lokale und waren gewöhnlich betrunken, wenn sie gegen zwei oder drei Uhr morgens nach Hause zurückkehrten.

Das fiel nicht auf, denn die Bordelle hatten in diesen Stunden großen Andrang, die Gassen waren voll mit schwadronierenden Männern. Es braucht nicht hinzugefügt zu werden, dass das der eigentliche Grund ist, weshalb Kraft gerade das Lion d'or ausgesucht hatte.

Kraft ließ den schweren Mercedes, den sie gewöhnlich Andreas' Fiat vorzogen, vorsichtig über die harten Betonrippen der Kellergarage des Lion d'or herunterrollen. Er sagte: "Ich habe Zahnschmerzen. Falls es nicht besser wird, muss ich zum Zahnarzt gehen."

"Ich habe einen Sonnenbrand", sagte Rita wie ein Kind. "Ich will schlafen."

Andreas und Chris saßen hinten im Wagen. Sie hielten sich an den Händen und lächelten sich an.

"Papa", sagte Chris, "geh doch lieber sofort zu einem Arzt." Kraft nickte melancholisch: "Ja, ich glaube, du hast recht."

Er hatte keine Zahnschmerzen, er brauchte lediglich einen Vorwand, um sich allein aus dem Hotel entfernen zu können. Nicht etwa, um zu morden, sondern um ein wichtiges Detail seines Mordplanes an den rechten Platz zu bringen.

Sie stiegen aus und bewegten sich mit der Mattigkeit von Leuten, die lange in der Sonne gewesen sind.

In der Halle, die angenehm kühl und ruhig war, löste sich Kraft von seiner Frau und ging zum Empfang.

"Wo finde ich einen Zahnarzt?" Sein Französisch war nahezu perfekt.

"Gleich um die Ecke, Monsieur", sagte der Geschäftsführer mit dem nötigen Bedauern. "Darf ich einen Termin für Sie ausmachen?"

"Ja, bitte." Kraft wandte sich um und grinste: "Geht nur hinauf, wir treffen uns zum Abendessen. Ich will es hinter mich bringen."

Er sah den dreien nach, wie sie langsam und erschöpft die breite Treppe hinaufstiegen, und er lächelte leicht, als Rita ihm zurief: "Du bist ein Held!"

Er nahm eine Zeitung und setzte sich in einen

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