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Mann am Boden Thriller von Smith, Roger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2018
  • Verlag: Tropen
eBook (ePUB)

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Mann am Boden

Tucson, Arizona. Eine dreiköpfige Familie wird in ihrem eigenen Haus überfallen und als Geisel gehalten. Doch schnell offenbart sich, dass der Vater ein doppeltes Spiel spielt. Wer sind die wahren Täter und wer die Opfer? Zehn Jahre ist es her, seit John Turner und seine Frau ihre Zelte in Südafrika abbrachen, um gemeinsam mit ihrer Tochter Lucy in den USA ein neues Leben aufzubauen. Als drei Männer in ihr Haus in Arizona eindringen und sie als Geiseln nehmen, zerbricht das familiäre Idyll. Langsam kommen die Schatten aus Turners Vergangenheit ans Licht. Warum verließ die Familie ihre Heimat Johannesburg so überstürzt? Roger Smith, der härteste Krimiautor Südafrikas, erzählt in rasantem Tempo von Vertrauen, Korruption und den Fehlern der Vergangenheit, die jeden von uns zwangsläufig einholen. Und er beweist: Unschuldige gibt es in dieser Welt nicht. Roger Smith, geboren 1960, renommierter Drehbuchautor, Regisseur und Produzent, lebt und arbeitet in Thailand. Seine Romane begeistern Kritiker und Leser gleichermaßen und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimipreis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 13.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608108941
    Verlag: Tropen
    Größe: 3095 kBytes
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Mann am Boden

4

Das Blut wird dich erlösen.

Tanya blutete noch immer, als ihr dieser Satz, diese beschissene Feststellung oder Prophezeiung oder was auch immer, in den Sinn kam. Dann dachte sie an den Mann - nein, kein Mann, ein Junge, ein kleiner, widerlicher, schmieriger Junge -, der das zu ihr gesagt hatte, und endlich kam sie zu der Erkenntnis, der sie ausgewichen war, seit sie gesehen hatte, wie diese Tiere mit Pistolen in ihr Haus kamen: Sie selbst war schuld.

Sie hatte sich das selbst zuzuschreiben.

Sie war die Ursache ihrer eigenen Vernichtung.

Und auch der Vernichtung ihres Arschlochs von Ehemann.

Aber scheiß auf ihn.

Scheiß auf ihn.

Der nutzlose, fotzenhörige Scheißkerl hatte alles verdient, was ihm jetzt passierte.

Sie, die seit Jahren genau davor weglief, die vor der Grausamkeit Afrikas in ein Land geflohen war, das sie verachtete, war so blöd gewesen, eine Tür zu öffnen und diesen typisch amerikanischen Wahnsinn hereinzulassen - den Wahnsinn, den True-Crime-Serien so genüsslich breittraten. Die Serien waren ihr heimliches Vergnügen geworden. Sie sah sie sich auf dem Computer in ihrem Büro an oder, wie erbärmlich, auf dem iPad in ihrem riesigen SUV , während sie irgendwo im Nirgendwo parkte, bei einer ihrer endlosen Fahrten durch diese ausgedörrte Wüstenstadt.

Tanya war jetzt sicher, dass die Kreatur, der sie auf einer dieser Fahrten an einem glühend heißen Nachmittag vor ein paar Wochen begegnet war, nachdem sie ohne Entschuldigung oder Erklärung vorzeitig ihren Arbeitsplatz verlassen hatte, diesen Terror in ihr Haus gebracht hatte.

Zu Tanyas plötzlichem Ausscheiden aus dem Privatcollege, an dem sie als Dozentin arbeitete, war es nach einer Sitzung der juristischen Fakultät gekommen. Bis vor Kurzem war der Fachbereichsleiter ebenfalls Südafrikaner gewesen, der Mensch, der ihr den Job verschafft und sie gefördert hatte.

Aber er war in seine Heimat zurückgekehrt, bevor Tanya eine Festanstellung angeboten worden war, und die Entscheidung lag jetzt bei seinem Nachfolger, einem stämmigen Mann um die fünfzig mit starkem Ostküstenakzent.

Irgendwie hatte sich Tanya wegen seines Akzents in dem Glauben gewiegt, die politische Einstellung des Professors müsste eher links sein, daher hatte sie in der Sitzung eine scharfe Kritik an Arizonas reaktionärem Gouverneur und der Behandlung der illegalen Einwanderer vom Stapel gelassen und zu guter Letzt noch die Anzahl von Hinrichtungen aufs Korn genommen, indem sie Arizona in die Nähe des Irans rückte.

Erst als sie mit ihrer Tirade schon richtig in Fahrt war, hatte sie bemerkt, dass ihr Vorgesetzter eine angewiderte Miene zog.

Nach der Sitzung wartete Tanya auf dem Flur in der Hoffnung, mit dem Professor reden und ihn möglicherweise besänftigen zu können, obwohl ihr das eigentlich gegen den Strich ging.

Er kam mit einer vollbusigen Frau heraus, ebenfalls Dozentin, genau die Art von kleiner Hotpants-Blondine, gegen die Tanya allergisch war, und da sie nicht im Beisein dieser Tussi mit ihm reden wollte, war sie unbemerkt von den beiden in Deckung gegangen.

Die Blondine hatte kopfschüttelnd gesagt: "Die gesammelten Weisheiten der Tanya Turner."

"Gott, schon allein der Name", antwortete der Professor, "wie eine drittklassige Karaoke-Sängerin."

Die Tussi lachte ein kokettes Lachen und stupste ihn mit der Hüfte an, und in dem Moment wusste Tanya, dass die beiden, wenn sie nicht schon zusammen im Bett gewesen waren, bald dort landen würden.

"Ein unseliger Name für eine unselige Person", sagte die Blondine.

"Ja. Sie ist eine ..."

"Sprich es aus."

"Nein."

"Ach komm schon. Ich weiß, was du sagen willst."

"Tatsächlich?"

"Ja. Also sag es."

"Nein."

"Na los, sei nicht so politisch korrekt."

"Sag du es doch."

"Ach

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