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Mein Tod ist dein Psychothriller von Howells, Debbie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2016
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Mein Tod ist dein

Sie kennt ihren Mörder - und sterbend verzeiht sie ihm. Ein idyllisches Dorf auf dem englischen Land: Als die 18-jährige Rosie Anderson verschwindet, will zunächst niemand an ein Verbrechen glauben. Bis das Mädchen erstochen aufgefunden wird. Allerdings ist der Fall äußerst rätselhaft, denn wer sollte ein Motiv gehabt haben? Die Ermittlungen geraten schnell ins Stocken, alle Spuren verlaufen im Sand. Kate, eine Nachbarin der Familie, hat selbst eine Tochter in Rosies Alter und bezweifelt als Einzige, dass der Mord die Tat eines Fremden war. Sie versucht, den Hintergründen auf die Spur zu kommen. Als sie anonyme Drohungen erhält, wird klar, dass jemand die Wahrheit um jeden Preis vertuschen will ... Debbie Howells war Flugbegleiterin, Fluglehrerin und Floristin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrer Familie in Sussex, wo sie an weiteren Romanen arbeitet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 15.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641157517
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Bones of You
    Größe: 2391 kBytes
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Mein Tod ist dein

3

Zappa ist unverletzt, ich dagegen sehe ziemlich ramponiert aus. Mein Gesicht ist zerschrammt, und als Angus abends nach Hause kommt, habe ich bereits ein hübsches Veilchen. Er starrt mich entsetzt an.

"Du lieber Gott, Kate, was ist denn passiert?"

"Zappa hat Angst vor dem Gewitter bekommen. Er ist einfach stehen geblieben, und ich bin runtergefallen."

Ich beschließe, ihm lieber nichts von meiner Ohnmacht zu erzählen. Selbst nach vierundzwanzig Jahren Ehe hält Angus Pferde noch für gefährlich. Auch die unheimliche Gewissheit, dass Rosie hier, in unmittelbarer Umgebung, etwas Schreckliches zugestoßen ist, unterschlage ich vorsichtshalber.

Nach dem Sturz habe ich mich aufgerappelt und umgesehen - ich befand mich auf einer kleinen Lichtung, umgeben von uralten Buchen.

Ein Schnauben ließ mich zusammenzucken. Zappa stand, sichtlich belämmert, mit herabhängenden Zügeln direkt vor mir. Langsam kam er auf mich zu, noch immer in Alarmbereitschaft, wie mir seine geblähten Nüstern verrieten.

"Hey, mein Junge." Ich griff nach den Zügeln. "Alles in Ordnung." Beruhigend tätschelte ich ihm den Hals, dann traten wir vorsichtig den Heimweg an.

"Du siehst katastrophal aus", sagt Angus.

"Danke. Immer ein nettes Kompliment auf den Lippen", gebe ich zurück.

"So habe ich es nicht gemeint, Kate." Behutsam streicht er über die Schwellung auf meiner Wange. Allein diese Berührung lässt mich vor Schmerz zusammenzucken.

Stirnrunzelnd lässt er die Hand sinken. "Bist du sicher, dass es keine Gehirnerschütterung ist?"

"Mir geht's gut, Angus. Es sieht schlimmer aus, als es ist."

"Vielleicht solltest du sicherheitshalber zum Arzt gehen."

Ich schüttle den Kopf. Mir reicht's für heute. Außerdem gibt es nichts Schlimmeres, als stundenlang in der Notaufnahme herumzuhocken.

"Ehrlich. Es ist alles in Ordnung." Ich ringe mir ein Lächeln ab, ehe mir wieder einfällt, was mir unmittelbar vor dem Sturz durch den Kopf ging. Und dann dämmert es mir.

"O Gott, du weißt es ja noch gar nicht."

"Grace hat wahrscheinlich recht", sagt er, als ich geendet habe. "Teenager stellen die wildesten Sachen an, selbst die ganz braven. Und Rosie wusste vermutlich, dass ihre Mutter nicht gewollt hätte, dass sie zu Poppy geht."

"Ich weiß", seufze ich.

Ich will ihm so gern glauben. Normalerweise würde ich ihm zustimmen und keinen weiteren Gedanken daran verschwenden, sondern abwarten, bis Jo anruft und sagt, Rosie sei gerade nach Hause gekommen. Aber nach allem, was vorhin passiert ist, werde ich dieses Gefühl nicht los, dass ihr etwas zugestoßen ist, auch wenn es noch so unlogisch sein mag.

Wir essen im Haus zu Abend. In der Ferne grollt Donner, und in der Luft liegt eine Spannung, heraufbeschworen von den Gewittern, die sich heute noch entladen werden, aber auch von den Gerüchten, die im Dorf bereits die Runde machen. Grace ist mit ihren Freunden unterwegs. Offensichtlich rücken auch sie enger zusammen und halten auf ihre eigene Weise Wache, während sie auf Neuigkeiten von Rosie warten.

"Du bist mit den Gedanken ganz woanders", bemerkt Angus. "Hör auf, dir Sorgen zu machen, Kate. Bestimmt geht es ihr gut."

"Ich weiß", sage ich und lege das Besteck beiseite. "Aber was, wenn nicht? Entschuldige, aber ich mache mir große Sorgen. Bei Sophie könnte ich mir das ja noch eher vorstellen, aber ..." Grace' Freundin Sophie ist ein rebellischer Freigeist mit einem ausgeprägten Unabhängigkeitsdrang, den meine Tochter beneidenswert und zugleich absolut nervtötend findet (eher Ersteres). Die beiden sind ein Herz und eine Seele. "Aber nicht Rosie. So etwas würde sie nie tun."

Ich blicke auf den gedünsteten Lachs und die Salatblätter auf meinem Teller und wünsche inbrünstig, ich wüsste, wo sie steckt.

Auch am nächsten Tag gibt es nichts Neues, und wir müssen weiter warten. Die Mehrzahl der vermissten Teenager taucht

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