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Meine Schuld 8 - Romanzeitschrift Was Frauen Berichten: Schonungslos - Indiskret

  • Erscheinungsdatum: 21.03.2017
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
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Meine Schuld 8 - Romanzeitschrift

Meine Schuld Nr. 8 Alle 14 Tage neu! Diese Storys gehen wirklich jedem unter die Haut! Viele packende Erlebnisse und berührende Familiendramen, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Menschen wie du und ich berichten schonungslos offen und direkt aus ihrem Alltag. Kein Thema ist tabu! Geschichte 1: Verzweifelt Mein Mann erpresste mich jahrelang mit dem Ehevertrag.' Meine Ehe ist seit Jahren am Ende. Tyrannei, Schläge und Demütigungen sind mein Alltag. Doch wenn ich Friedhelm verlasse, stehe ich vor dem Nichts. Ganz genau das steht in meinem Ehevertrag. Bis nachher, Christina', drückte mich meine Kollegin kurz an sich. 'Florian und ich holen euch dann ab.' Durch den offenen Herbstmantel spürte ich Nadines Babybauch warm an meinem Körper. Dann sahen wir auf die kleine, schwarz gekleidete Gesellschaft, die beim Blumenladen vor dem Tor auf den Sarg wartete. 'Du musst los', sagte sie. Ich nickte: 'Hanne braucht mich jetzt.' 'So ist es. Ich glaube zwar, dass es für ihren Mann eine Erlösung war, aber es ist trotzdem ein schwerer Tag für sie. Da braucht man Freundinnen.' Ich sah Friedhelm in seinem neuen Kaschmiranzug mit verkniffenem Mund auf mich zukommen. Bevor mein Mann mich vor meiner Kollegin bloßstellen konnte, ging ich ihm entgegen, auf die Trauergesellschaft zu.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 21.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740915704
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 435 kBytes
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Meine Schuld 8 - Romanzeitschrift

"Mein Mann erpresste mich jahrelang mit dem Ehevertrag."

Meine Ehe ist seit Jahren am Ende. Tyrannei, Schläge und Demütigungen sind mein Alltag. Doch wenn ich Friedhelm verlasse, stehe ich vor dem Nichts. Ganz genau das steht in meinem Ehevertrag.

Bis nachher, Christina", drückte mich meine Kollegin kurz an sich. "Florian und ich holen euch dann ab."

Durch den offenen Herbstmantel spürte ich Nadines Babybauch warm an meinem Körper. Dann sahen wir auf die kleine, schwarz gekleidete Gesellschaft, die beim Blumenladen vor dem Tor auf den Sarg wartete.

"Du musst los", sagte sie.

Ich nickte: "Hanne braucht mich jetzt."

"So ist es. Ich glaube zwar, dass es für ihren Mann eine Erlösung war, aber es ist trotzdem ein schwerer Tag für sie. Da braucht man Freundinnen."

Ich sah Friedhelm in seinem neuen Kaschmiranzug mit verkniffenem Mund auf mich zukommen. Bevor mein Mann mich vor meiner Kollegin bloßstellen konnte, ging ich ihm entgegen, auf die Trauergesellschaft zu.

"Taktlos, ausgerechnet jetzt mit deiner hochschwangeren Kollegin Kaffeeklatsch zu halten. Da merkt man mal wieder, wo du herkommst", zischte mein Mann verächtlich.

In diesem Moment wünschte ich mir von ganzem Herzen, an der Stelle meiner Freundin zu sein. Es wäre nicht für meinen Mann, aber für mich eine Erlösung, wenn ich ihn jetzt und hier zu Grabe tragen dürfte.

Stattdessen lag Hannes Mann in dem Sarg, der jetzt aus der Trauerhalle gerollt wurde. Er war lange schwer krank gewesen und mit achtundsechzig Jahren schließlich gestorben. Hanne war zwölf Jahre jünger als er. So hatte sie die Kraft gehabt, ihn bis zuletzt zu pflegen. Kinder waren den beiden nicht vergönnt gewesen.

Deshalb hakte ich sie als ihre älteste Freundin unter und stützte sie, während wir dem Sarg bis zum Grab folgten. Hanne weinte kurz. Alle sahen ihre Tränen. Doch nur ich wusste, dass sie mit sehr gemischten Gefühlen neben der ausgehobenen Grube stand.

Mein Mann gab selbstverständlich wie immer den perfekten Gesellschafter. Stocksteif stand er mit starrer Mine in der Trauergesellschaft. Doch kaum hatte der Pfarrer die letzen Worte gesprochen, sah er zum ersten Mal auf die Uhr. Bei den Beleidsbekundungen war er der Erste, der vor meiner Freundin stand. Sofort nach dem kurzen Händedruck verschwand er eilig zu einem Geschäftstermin.

"Seine Hand war eiskalt", flüsterte Hanne, als die letzten Hände gedrückt waren.

"Das ist nicht nur bei seinen Händen so", stellte ich fest.

Ihr gegenüber konnte ich offen sein. Sie wusste um die Schwierigkeiten in meiner Ehe. Langsam schritten wir über den feinen Kies auf dem Weg.

"Wo treffen wir deine Kollegin?", fragte sie.

"Am Seitenausgang. Ihr Mann fährt uns zur Gaststätte und bringt danach Nadine zur Arbeit. Er hat sie gerade zur Vorsorgeuntersuchung begleitet."

"Tja, so ist das", seufzte meine Freundin nachdenklich mit einem Blick zurück auf das Grab. "Der eine geht, neues Leben entsteht."

"Es war besser so", drückte ich ihre Schulter tröstend.

"Das allemal!", stimmte sie mir zu. "Aber es ist schon komisch. Jetzt, wo alles vorbei ist. Niemand meckert mehr morgens, wenn ich früh aufstehe und die Tür vom Bad zu laut knarrt. Niemand mehr da, dem ich ständig helfen muss."

"Und niemand mehr, der dich fertigmacht, weil er schlechte Laune hat", erinnerte ich sie.

"Das stimmt schon."

Am Seitenausgang wartete der blaue Kleinwagen von Florian und Nadine auf uns.

"Mein Beileid", sagten beide und drückten Hannes Hand.

"Danke. Und danke dafür, dass ihr so nett seid und uns fahrt", antwortete sie.

"Kein Problem", hörten wir Florian. "Es passte doch perfekt mit dem Vorsorgetermin."

Sofort biss er sich auf die Lippen. Nadine guckte verlegen auf ihren kugeligen Bauch.

Hanne begann, freundlich zu lächeln. "Stimmt. Es passt perfekt. Und es muss euch nicht peinlich sein, bloß weil

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