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Meine Wahrheit 15 12 Private Bekenntnisse

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2017
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Meine Wahrheit 15

Alle 14 Tage neu! Hier sind die dramatischen Geschichten aus dem wahren Leben, authentisch und voller Emotionen! Jede Menge ergreifende Schicksale und aufregende Bekenntnisse - aktuell, ehrlich und persönlich. Jetzt wird endlich mal deutlich Klartext geredet! 'Meine Kinder haben mich vergessen, da zog ich in eine Alten-WG.' Ich war früh Mutter geworden, das war damals einfach so. All die Jahre war ich für meine drei Kinder da gewesen, bis sie auf eigenen Beinen standen. Natürlich hatte ich auch auf meine Enkel aufgepasst, wenn meine Kinder arbeiten mussten. Warten Sie, Frau Wagner', sagte der Verkäufer in dem Bauernladen freundlich. 'Ich trage Ihnen die Taschen zum Auto.' 'Das ist sehr nett, aber das ist heute gar nicht nötig', erwiderte ich und wies auf Jonas und Jennifer. 'Ich habe heute Verstärkung mitgebracht.' Meine Enkel hatten noch den Angebotstisch durchstöbert, während ich zahlte. Jetzt kamen die beiden zu mir und übernahmen die Taschen. Mit zwölf und vierzehn konnten sie schon recht gut mit anfassen. 'Oh, das ist ja toll, dass ihr beiden eurer Oma helft', nickte der Verkäufer anerkennend und wandte sich an mich: 'Auf die beiden können Sie stolz sein.' 'Das bin ich.' Ich freute mich über das Kompliment.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 20.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740919177
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 320 kBytes
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Meine Wahrheit 15

"Meine Kinder haben mich vergessen, da zog ich in eine Alten-WG."

Ich war früh Mutter geworden, das war damals einfach so. All die Jahre war ich für meine drei Kinder da gewesen, bis sie auf eigenen Beinen standen. Natürlich hatte ich auch auf meine Enkel aufgepasst, wenn meine Kinder arbeiten mussten.

Warten Sie, Frau Wagner", sagte der Verkäufer in dem Bauernladen freundlich. "Ich trage Ihnen die Taschen zum Auto."

"Das ist sehr nett, aber das ist heute gar nicht nötig", erwiderte ich und wies auf Jonas und Jennifer. "Ich habe heute Verstärkung mitgebracht."

Meine Enkel hatten noch den Angebotstisch durchstöbert, während ich zahlte. Jetzt kamen die beiden zu mir und übernahmen die Taschen. Mit zwölf und vierzehn konnten sie schon recht gut mit anfassen.

"Oh, das ist ja toll, dass ihr beiden eurer Oma helft", nickte der Verkäufer anerkennend und wandte sich an mich: "Auf die beiden können Sie stolz sein."

"Das bin ich." Ich freute mich über das Kompliment.

Es war ja heutzutage wirklich nicht mehr selbstverständlich, dass Kinder in diesem Alter noch ihrer Oma helfen.

"Ein schönes Wochenende wünschen wir Ihnen noch", rief Jennifer über die Schulter zurück.

"Danke gleichfalls", lächelte der Verkäufer und winkte.

Ich platzte fast vor Stolz auf die guten Manieren der Kinder. Immerhin hatte ich als Oma einen großen Anteil an ihrer Erziehung gehabt. Weil meine drei Kinder immer viel gearbeitet hatten, hatte ich lange Zeit alle meine Enkel gehütet und versorgt.

Als wir in meiner Wohnung ankamen, räumte ich die Einkäufe ein und spendierte den beiden ein Eis. Danach fuhr ich sie nach Hause.

Jennifer und Jonas warfen mir eine Kußhand zu und verschwanden im Haus. Mit ihrer Mutter, meiner jüngsten Tochter Silke, konnte ich schon wieder kein Wort wechseln. Wie immer in letzter Zeit hing sie am Telefon und rannte irgendwelchen Geschäften hinterher.

Vor Kurzem hatte ich sie darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns mittlerweile gar nicht mehr sahen. Sie war mit zweiundvierzig arbeitslos geworden, weil die Firma pleite war. Sie hatte sofort einen beruflichen Neustart als Maklerin gewagt. Seither war sie nicht mehr zu sprechen.

"Als Maklerin ist das eben so", hatte sie schulterzuckend geantwortet.

Nun ja, meine Freundinnen Inge und Waltraud würden sicher mehr Zeit für mich haben. Wir trafen uns jede Woche in einem kleinen Café im Ort. Und genau dorthin fuhr ich jetzt.

"Hallo, Anne", wurde ich freudig begrüßt.

"Hallo, ihr Lieben."

"Wie sieht's aus? Gibt es Neuigkeiten von den Kindern?", fragte Waltraud gleich neugierig nach.

"Das wüsste ich auch gern", seufzte ich. "Ich bekomme sie ja nicht mehr zu Gesicht."

"Aber das kann doch gar nicht sein!", mischte sich Inge ein. "Kai siehst du doch sicher regelmäßig, oder?"

Ich schüttelte den Kopf. "Nein, nicht mal den."

Sie spielte auf meinen Zweitjüngsten an. Er hatte als junger Mann Schwierigkeiten gehabt, seine Arbeit durchzuhalten. Immer wieder hatte er nur irgendwelche Jobs angenommen und die Arbeitgeber gewechselt. Jahrelang hatte ich ihn unterstützt, bis er mit dreißig Jahren endlich eine Ausbildung fertig hatte. Als er gleich danach heiratete, hatte ich dem jungen Paar oft im Haushalt geholfen. Schließlich haben sie ja immer so viel gearbeitet.

Damals hatte ich schon Silkes Kinder Jonas und Jennifer tagsüber versorgt, die ja noch so klein waren. Ich war immer für alle da gewesen. Ich war ja stolz darauf, dass meine Kinder gut in Lohn und Brot standen. Ich hatte nur eine kurze Lehre als Hauswirtschafterin machen können, als ich jung war. Sie sollten bessere Chancen haben. Deshalb unterstützte ich sie nach Kräften.

Sogar Manuela, meine stolze Älteste, hatte meine Hilfe angenommen, als sie mit siebenunddreißig unverheiratet schwanger wurde. Der kleine Dennis war jetzt neun Jahre alt und wurde in der Schule versorgt. Da br

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