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Metzgete in Zürich Nord von Pörtner, Stephan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.04.2015
  • Verlag: Edition Aisatore
eBook (ePUB)
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Metzgete in Zürich Nord

Henry Kummer von der Kantonspolizei Zürich ermittelt in einem Mordfall. Auf seinem Weg durch das schöne und hässliche Zürich wird der knurrige Fahnder hineingezogen in ein mafiöses Geflecht aus Radrennsport und Doping. Stephan Pörtner spielt souverän das Krimi-Klavier: Es gibt ignorante Vorgesetzte, junge Kolleginnen, eine ungewöhnliche Mordwaffe, einen reichen Dopingarzt und eine scharfe, schöne Witwe ... Das Ganze gewürzt mit der Zürich-Szenerie und einer guten Dosis Gesellschafts- und Sozialkritik. Kurz: alles ist drin Stephan Pörtner 1965 in Zürich, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Zürich, wo seine fünf Krimis mit Köbi Robert, dem Detektiv wider Willen, spielen. Der letzte, Stirb, schöner Engel, erschien im Frühling 2011 im Bilgerverlag und wurde mit dem Zürcher Krimipreis ausgezeichnet. Mit Beat Schlatter schrieb er die Komödie Polizeiruf 117, für das Tagblatt der Stadt Zürich Fortsetzungskrimis, daneben Hörspiele, eine Kolumne für das Strassenmagazin Surprise und für die Woz-online Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 13.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783906247083
    Verlag: Edition Aisatore
    Größe: 927 kBytes
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Metzgete in Zürich Nord

Henry Kummer sass an seinem Schreibtisch und fuhr mit einer leeren Cola-Dose und einer Valser-PET-Flasche den Grand-Prix von Monaco nach. Cola lag nach 42 von 78 Runden vorn. Das Telefon schellte. Konzentriert verfolgte Kummer das gewagte Überholmanöver, zu dem die Valserflasche beim Yachthafen ansetzte. Es kam zum Crash, die beiden Getränkegebinde flogen in hohem Bogen vom Schreibtisch. Kummer nahm den Hörer ab. Durch die Leitung quakte eine unangenehme Stimme. "Ja Chef!", sagte Kummer, obwohl der Anrufer alles andere als sein Chef war. Er schaute zu seiner neuen Kollegin Caroline Strittmatter, die ihm gegenüber an ihrem Schreibtisch sass und konzentriert am Computer arbeitete. Strittmatter war ihm Anfang Jahr zugeteilt worden. "Du wirst sie einarbeiten", hatte Polizeikommandant Hofstetter gesagt. "Von dir kann sie etwas lernen." Es war wohl eher so, dass sich die erfahrenen Kollegen nicht mit einer Anfängerin abplagen wollten. Kam dazu, dass viele nicht gerne mit einer Frau zusammenarbeiteten. Sei es aus Prinzip, weil sie fanden, Frauen hätten bei der Abteilung Kapitalverbrechen nichts verloren, sei es, weil sie Angst hatten, ihre rüden Umgangsformen und markigen Sprüche könnten ihnen zum Verhängnis werden. Man wusste ja nie. Heutzutage war schnell von sexueller Belästigung die Rede. Gift für die Karriere. 'Als dann noch durchdrang, dass die Neue studiert hatte, bevor sie zur Polizei kam, galt sie endgültig als unvermittelbar. So entsann man sich Henry Kummers. Dass der keine Karriere mehr machen würde, das wussten alle und der Polizeikommandant wusste, dass sich niemand darum riss, mit Kummer zusammenzuarbeiten. Er war zu eigenbrötlerisch und zu launisch. Die Lösung lag auf der Hand. Die neue Studierte und der alte Kauz. Sehr elegant. Und Kummer wurde ausnahmsweise vom Chef gelobt. Zu Recht, er war ein erfolgreicher Ermittler. Deshalb liess man ihn gewähren. Sonst wäre er schon lange nicht mehr bei der Kripo, denn die war so etwas wie die Elite der Polizei. "Hürstholz", sagte Kummer laut. Strittmatter sah ihn erstaunt an. Sie wusste wohl nicht, ob sie jetzt Gesundheit sagen musste. "Weisst du, wo das Hürstholz ist?", fragte Kummer. Sie schüttelte den Kopf. "Stimmt, du bist ja nicht aus Zürich." Das war natürlich unfair. Die meisten Zürcher wussten nicht, wo das Hürstholz war. Kummer kannte das Wäldchen wie seinen Hosensack, er war an der Wehntalerstrasse aufgewachsen. Strittmatter hingegen stammte aus einem Kaff im Thurgau. Sie hatte während ihres Studiums in Zürich gewohnt und lebte jetzt in Dietikon. Ihr Dialekt hatte die Jahre in der Fremde unbeschadet überstanden. Kummer gewöhnte sich nur langsam daran. Er musste aufpassen, dass er nicht lachte, wenn sie sich jeweils vorstellte. Das gequetschte Ostschweizer "a" liess den eleganten französischen Namen derb klingen. Sie nannte sich Carolin, nicht Caroline, wie die Bauchrednerpuppe. Immerhin. Und sie war tüchtig, die Carolin. Kummer sprach sie mit dem Nachnamen an. Du und Nachname. So hielt er es mit den meisten Kollegen. Nur die enger Vertrauten nannte er beim Vornamen. "Dann wirst du es jetzt kennen lernen. Es gibt Arbeit", sagte Kummer. "Ein Toter liegt beim Schützenstand. Du fährst."'

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