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Mord an der Leine von Nygaard, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mord an der Leine

Frauke Dobermann wird zum LKA Hannover strafversetzt. Missgunst und Angst bereiten der erfolgreichen Kriminalistin einen schwierigen Start, nachdem ein italienischer Geschäftsmann mit einem Fleischhammer erschlagen wurde. Liegt ein Eifersuchtsdrama vor oder sind die Polizisten in ein Wespennest internationalen Ausmaßes gestoßen? Ein weiterer brutaler Mord erschüttert die Polizei, und Frauke Dobermann muss sich gegen innere und äußere Anfeindungen wehren, bevor es zum überraschenden Finale kommt. Hannes Nygaard ist das Pseudonym von Rainer Dissars-Nygaard. Er wurde 1949 in Hamburg geboren und hat sein halbes Leben in Schleswig-Holstein verbracht. Er studierte Betriebswirtschaft und war viele Jahre als Unternehmensberater tätig. Nach einigen Jahren in Münster/Westfalen lebt er nun auf der Insel Nordstrand (Schleswig Holstein).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863580414
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Niedersachsen Krimi Bd.1
    Größe: 3006 kBytes
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Mord an der Leine

ZWEI

"Guten Morgen. Ich hoffe, Sie haben die erste Nacht in Hannover gut verbracht", begrüßte sie Nathan Madsack. Der Oberkommissar saß bereits am Schreibtisch, als Frauke das Büro betrat. Heute trug er ein graues Tweedsakko, ein weißes Hemd und eine unifarbene Krawatte.

"Danke, es geht", antwortete Frauke zurückhaltend. Sie vermied es, von ihrem Gespräch mit Lars von Wedell zu berichten. Sie hatte auch eine Pizzeria aufgesucht, allerdings nicht die vom jungen Kommissar so angepriesene. Die überbackenen Penne waren sättigend gewesen, mehr auch nicht, und der Rotwein stammte aus dem großen Fass unbestimmter Herkunft. In dem kleinen Hotel war es bis Mitternacht lebhaft zugegangen. Die Gäste, so hatte sie beim Frühstück festgestellt, fielen überwiegend in jene Kategorie Menschen, die man unter dem Begriff "Vertreter" zusammenfassen konnte. Zumindest schienen einige der Mitbewohner an irgendwelchen Aktivitäten teilgenommen zu haben, bei denen der Alkohol nicht rationiert war.

"Wenigstens regnet es heute nicht", sagte Madsack und sah automatisch aus dem Fenster. Kleine Schäfchenwolken zogen wie zerrupfte Wattetupfer am sonst makellos blauen Himmel entlang.

Madsack öffnete den Mund, schluckte dann aber den nächsten Satz unausgesprochen herunter.

Frauke war nicht an Konversation gelegen, obwohl sie anerkannte, dass ihr Gegenüber es gut meinte und in dieser ihr noch fremden Umgebung zu den freundlichen Zeitgenossen gehörte. Selbst bei der Einfahrt auf das Gelände des Landeskriminalamtes hatte sie Probleme gehabt, weil man ihr den Zutritt verweigern wollte und sie für eine Besucherin hielt, die keinen Anspruch auf einen der wenigen Parkplätze hatte.

Madsack saß an seinem Schreibtisch und bediente mit ausgestreckten Armen die Tastatur seines Computers. Zwischendurch griff er automatisch zu einem mit Butter beschmierten Croissant, das auf einem Teller neben dem Telefon lag. Erst als er ebenso mechanisch zur Kaffeetasse griff, hielt er mitten in der Bewegung inne. "Entschuldigung. Möchten Sie auch eine?"

"Danke. Ich kenne mich inzwischen aus und hole mir selbst eine." Sie stand auf und trat auf den Flur, um Uschi Westerwelle im Geschäftszimmer aufzusuchen. Im Türrahmen stieß sie mit der Schreibkraft zusammen.

"Morgen, Frau Dobermann. Ich wollte gerade Bescheid sagen. Der Chef bittet darum, dass wir uns zusammensetzen."

"Richter?"

Frau Westerwelle grinste. "Nee. Herr Ehlers." Während die Sekretärin die anderen Mitglieder des Teams informierte, ging Frauke in das Besprechungszimmer.

"Guten Morgen", begrüßte sie Kriminaloberrat Ehlers, der hinter einem Stapel Unterlagen am Kopfende Platz genommen hatte. "Haben Sie sich schon eingelebt?"

"Gut Ding will Weile haben", antwortete Frauke nach der Begrüßung. "Im Augenblick fehlt es noch an der Infrastruktur. Ausweis. Waffe. Büro. Arbeitsmittel."

Ehlers lachte. "Es gibt den uralten Spruch: Schneller, als die Polizei erlaubt. Dabei darf man nicht übersehen, dass wir eine Behörde sind. Ich werde noch einmal nachhaken."

"Können Sie bei der Gelegenheit auch fragen, wo die Ermittlungsakten des früheren Falles bleiben?"

Ehlers zog fragend die Augenbrauen in die Höhe.

"Vor zwei Jahren wurde schon einmal gegen das jetzige Opfer ermittelt. Wir müssen die Akten studieren, ob sich da eventuell Zusammenhänge ergeben."

"Das klingt plausibel. Wer hat die Unterlagen?"

"Ich weiß es nicht. Seit gestern warten wir darauf."

Er wurde durch die anderen Mitarbeiter abgelenkt, die im Gänsemarsch den Raum betraten und mehr oder minder leise ein "Guten Morgen" murmelten, das Frauke und der Kriminaloberrat erwiderten. Richter blickte dabei starr an ihr vorbei zu Ehlers, während Putensenf es ganz unterließ, zu grüßen.

"Ich wünsche auch Ihnen, Herr Putensenf, einen wunderschönen guten Morgen", konnte sich der Kriminaloberrat nicht verkneifen.

"Hallo, Herr Ehlers", quetscht

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