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Mord im alten Pfarrhaus Kriminalroman von McGown, Jill (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2018
  • Verlag: DuMont Buchverlag
eBook (ePUB)
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Mord im alten Pfarrhaus

In den Öfen prasseln die Holzscheite, draußen wirbeln dicke Schneeflocken - die Bewohner des englischen Örtchens Byford freuen sich auf friedliche Festtage. Doch mit der Besinnlichkeit ist es nicht weit her: Der heftige Schneefall droht das Dorf von der Außenwelt abzuschneiden, und dann versetzt auch noch die Nachricht von einem Mord im Pfarrhaus die Gemeinde in Angst und Schrecken. Ein Mann wurde erschlagen aufgefunden, die Tatwaffe: ein Schürhaken. Bei dem Opfer handelt es sich um den Schwiegersohn des Pfarrers George Wheeler. Aber weder der Pfarrer noch dessen Frau Marian oder Tochter Joanna wirken sonderlich traurig angesichts ihres Verlusts. Für den ermittelnden Chief Inspector Lloyd und seine Partnerin Sergeant Judy Hill ein kniffliger Fall, denn das Mordopfer war ein gewalttätiger Tyrann, und alle in der Familie scheinen ein Motiv zu haben. Doch wer wäre tatsächlich so kaltblütig? Diese wunderbare Weihnachtswiederentdeckung ist zugleich eine stimmungsvolle Hommage an das Goldene Zeitalter des britischen Kriminalromans. Jill McGown, 1947 im schottischen Campbeltown geboren, arbeitete als Sekretärin, bevor sie sich ganz der Spannungsliteratur verschrieb. Ihre Kriminalromane wurden von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen. Jill McGown starb 2007 im englischen Kettering.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 318
    Erscheinungsdatum: 17.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783832184346
    Verlag: DuMont Buchverlag
    Originaltitel: 'Murder at the Old Vicarage'
    Größe: 2614 kBytes
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Mord im alten Pfarrhaus

1

Lloyd las das letzte Kapitel, dann klappte er das Buch aus der Leihbücherei mit einem Seufzer der Erleichterung zu. Warum schaffte er es einfach nicht, nach der Hälfte aufzuhören? Doch auch wenn die Handlung noch so vorhersagbar und die Dialoge fürchterlich gestelzt waren - er fühlte sich wie durch eine Art Naturgesetz geradezu verpflichtet, jedes Buch zu Ende zu lesen. Je schlechter ein Roman war, desto schneller verschlang er ihn. Oft las er bis tief in die Nacht, bloß um es hinter sich zu bringen. Bei einem guten Buch konnte er sich entspannen, döste sogar ein beim Lesen - ein schlechtes hatte die gegenteilige Wirkung.

Lloyd legte die Lektüre auf seinen Nachttisch und strich sich mit der Hand über die Haare. Es war eine hartnäckige Angewohnheit, immer noch konnte er nicht glauben, dass sie jetzt kurz geschnitten waren. Aber ein Mensch, der allmählich seine Haare verlor, sollte sie besser nicht mehr lang tragen. Er selbst war der Meinung, dass sein Kurzhaarschnitt seltsam aussah; Judy hingegen fand, er stehe ihm gut. Lloyd hatte auch erwogen, sich einen Schnurrbart stehen zu lassen, um den Mangel an Kopfhaar auszugleichen. Er verrenkte sich den Hals, um sich im Kommodenspiegel betrachten zu können, und verzog das Gesicht. Vor der täglichen Rasur war allenfalls der Schatten eines Bartes zu sehen, außerdem glaubte er nicht, dass ihm ein Oberlippenbart stehen würde. Schnurrbärte waren etwas für hochgewachsene Männer von soldatischem Äußeren, aber nicht für einen Menschen wie ihn, der gerade die erforderliche Größe gehabt hatte, um bei der Polizei angenommen zu werden. Nein, für einen Schnauz war er zu klein und zu dunkel und würde überdies wie der Laufbursche eines Buchmachers aussehen.

Lloyd streckte sich auf dem Bett aus. Zu wissen, dass sein Arbeitspensum stetig anwuchs, während er untätig hier lag, hielt ihn wach. Da waren zunächst einmal die dreisten Einbrecher, die in eine Wohnung einstiegen und die Weihnachtsgeschenke unter dem Baum wegstahlen - manche sogar noch den Baum dazu. Hinzu kamen die vielen Betrunkenen und die heiter-besinnliche Weihnachtsstimmung, in der Taschendiebe, Scheckbetrüger und Bauernfänger Hochsaison feierten.

Ein kleines, in gestreiftes Geschenkpapier gewickeltes Päckchen sowie eine einsame Grußkarte waren die einzigen Hinweise auf Weihnachten in der Wohnung vom stellvertretenden Chief Inspector Lloyd. Im Grunde hatte er gar nichts gegen Glitzerzeug und Lametta einzuwenden und musste sogar eine wahre Schwäche für Schlittenglöckchen einräumen. Aber er war allein, und ein ehernes Gesetz besagte, dass zu Weihnachten kein Mensch allein sein sollte. Also würde er wieder einmal von Jack Woodford und seiner netten, gemütlichen Frau in ihr nettes, gemütliches Heim eingeladen werden. Lloyd glaubte eigentlich nicht, dass sie großen Wert auf seine Gesellschaft legten, doch sie mussten ihn fragen, und er wusste, dass er die Einladung annehmen musste. Er würde ihren Enkeln Geschenke kaufen, die nach Ansicht von deren Eltern viel zu teuer waren. Dieses Spiel wiederholte sich seit drei Jahren, und jedes Mal hatte ihm der Woodford-Clan eine Flasche Maltwhisky verehrt.

Lloyd liebte es, kleine Kinder zu beschenken, denn seine eigenen waren inzwischen groß und bekamen Präsente für Erwachsene. Er genoss die neuerlichen Ausflüge in die magische Spielzeugwelt. Der Weihnachtsbesuch bei seinem eigenen Nachwuchs beschränkte sich auf eine oder zwei Stunden am zweiten Feiertag, die Barbara stets mit höflicher Konversation zu überbrücken pflegte. Achtzehn Jahre lang waren sie verheiratet gewesen, als ihre Ehe zerbrach. Die Freundlichkeit der Woodfords und ihr fröhliches, lautes Familienfest waren eine Erinnerung an glücklichere Zeiten. Und dieses Jahr war Lloyd ganz besonders darauf angewiesen, denn sein Vater, der sich allmählich in den Witwerstand hineinfand, wollte nun endlich nach Wales zurückkehren. Und Judy erwartete den Besuch ihrer Schwiegerelter

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