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Mord im Club Kriminalroman von Myers, Amy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.06.2017
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Mord im Club

Auf dem jährlichen Fest von Plums Club wird Colonel Worthington ermordet. Aber wer sollte es ausgerechnet auf den alten Langweiler abgesehen haben? Der berühmte Schauspieler Gaylord Erskine, dem die Damenwelt zu Füßen liegt, würde eher als Ziel eines Mordanschlags in Frage kommen. Doch Inspektor Rose von Scotland Yard und der charmante französische Chefkoch und Amateurdetektiv Auguste Didier, der zur Zeit im Club arbeitet, entdecken, dass jeder der Gentlemen ein Motiv hätte, Worthington aus der Welt zu schaffen. Da geschieht ein zweiter Mord. Ein Krimi aus dem viktorianischen England - spannend und amüsant, wie immer bei Amy Myers. AMY MYERS wurde 1938 in Kent geboren. Sie studierte an der Reading University englische Literatur, arbeitete als Verlagslektorin und war bis 1988 Direktorin eines Londoner Verlages. Seit 1989 ist sie freischaffende Schriftstellerin. Sie ist mit einem Amerikaner verheiratet und wohnt in Kent. Amy Myers schreibt auch unter dem Namen Harriet Hudson und Laura Daniels. In ihren ersten Ehejahren arbeitete ihr Mann in Paris, und sie pendelte zwischen London und der französischen Hauptstadt hin und her. Neben vielen anderen Dingen mußte sie nun lernen, sich auf französischen Märkten und den Speisekarten französischer Restaurants zurechtzufinden. Dabei kam ihr die Idee, einen französischen Meisterkoch zum Helden eines klassischen englischen Krimis zu machen: Auguste Didier war geboren. Alle Kriminalromane von Amy Myers erscheinen im Aufbau Taschenbuch Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 279
    Erscheinungsdatum: 06.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841212399
    Verlag: Aufbau Verlag
    Originaltitel: Murder at Plum's
    Größe: 2254 kBytes
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Mord im Club

1. Kapitel

Das Blut schoß heraus, und zweihundert Menschen sahen mit einem einzigen Aufschrei, wie der blutverschmierte Kopf eines Bauern in den Korb fiel.

"Jautsch", schluckte Emma Pryde und klammerte sich gegen ihre Gewohnheit am Arm Auguste Didiers fest, dem es in Wahrheit schwerfiel, die Ruhe zu bewahren, die sein männlicher Stolz ihm abverlangte.

Gleichmut und Ruhe waren wiederhergestellt, als der Kopf auf den Tisch plaziert wurde und man mit dem schwarzgekleideten Herrn, der die Enthauptung durchgeführt hatte, zu einer lebhaften Erörterung über das Für und Wider einer solchen Aktion überging. Emmas weißer Glacéhandschuh kehrte an seine frühere Stelle zurück, und die Laute des Schreckens wechselten in solche des Erstaunens. Auguste versetzten die Herrlichkeiten von Messrs Maskelyne, Devant and Cooke im ersten Stock der Egyptian Hall in Piccadilly diesmal weit weg in andere Gefilde als die der Pflichten eines Küchenchefs von Plums Herrenclub. Doch als das Schaustück vom Bauern aus Gloucestershire sanfteren Anblicken wich, machte sich das lästige Gefühl in seinem Hinterkopf wieder bemerkbar. Sein Verstand zweifelte nicht daran, daß die phantastischen Bilder, die er an diesem Abend gesehen hatte, sich auf die gleiche Weise erklären ließen wie das Wunder eines soufflé aux violettes , und das sollte deshalb auch für die merkwürdigen Vorkommnisse in Plums Club gelten. Aber das Unbehagen hielt an; ein Unbehagen, das er seit seiner vorherigen Anstellung am Galaxy Theatre nicht mehr gespürt hatte. Dort hatten seltsame Ereignisse zu der gleichen Brutalität geführt wie in dem Schauspiel, das ihnen heute dargeboten wurde. Mord.

Und die Zeichen waren sichtbar - für jene, die Augen hatten zu sehen. Dann lächelte er über sich. In Plums Club? Er ließ seinen französichen Gefühlen den Vorrang vor seinem englischen gesunden Menschenverstand. Mord in Plums Herrenclub? Unmöglich!

"Treffer."

Der Rest des Satzes erstarb auf Osrics Lippen, als er zu seiner Verwirrung beobachtete, daß das alles andere als ein Treffer war, denn Hamlets Degen verfehlte Laertes um gute sechs Zoll. Dann lenkte ihn der Donner der Kanone ab, die Jenks zur falschen Zeit hinter der Bühne abfeuerte, und zu dem Zeitpunkt, als er sich wieder ganz auf den Prinzen von Dänemark konzentrierte, rief Hamlet triumphierend: "Noch ein Treffer!"

Der Degen hätte fast eher eine Säule in der Nähe durchbohrt als Laertes' Arm, wie es William Shakepeare verlangte. Laertes, ein junger Schauspieler voller Begeisterung, der seine erste große Rolle bekommen hatte, vermochte jedoch den Hinweis nicht zu begreifen, daß etwas faul war im Staate Dänemark, und stürmte mit Gusto weiter.

"Jetzt auf dich!"

Er war demzufolge sehr erstaunt, als er keineswegs vorwärtsdrängte, um seinen Degen in Hamlets Körper zu stechen, sondern sich von einem tapfer parierenden und stoßenden Gaylord Erskine unerbittlich zurückgetrieben fand, quer über die weite Bühne des Sheridan Theatre und in die Kulissen.

"Trennt sie; sie sind erhitzt", murmelte der König leise; er starrte in die Kulissen den verschwindenden Kollegen nach und fragte sich, ob er irrtümlicherweise in einer Hamlet-Version mit einem Happy-end mitspiele.

"Die Degen", zischte Erskine dem Maulaffen feilhaltenden Inspizienten zu und nahm Laertes das anstößige Werkzeug aus der Hand. "Schaut euch das an - ungestumpft!" Mehrere Augenpaare starrten auf die tödlichen Spitzen, die keine Schutzkappen trugen. Ein Höfling, der stumpfsinnig auf der Bühne herumstand, praktisch daneben, wurde von einem aufgeweckten Requisiteur fast zu Boden gerissen, als er ihn am Wams zog, und seines Schwertes beraubt. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr dem anderen Höfling, der neben ihm postiert war. Unterdessen war im Publikum Unruhe entstanden, die sich erst wieder legte, als es sah, wie die beiden sich duellierenden Gegner kämpfend aus den Kulissen quer über die Bühne stolperten, wobei L

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