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Mord in Concert von Gosling, Paula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.11.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Mord in Concert

Die Sache sieht nicht gut aus für Johnny Cosatelli, einen der begabtesten und sympathischsten Jazzpianisten Londons. Seine schöne Freundin Lisa, die ihn wegen des reichen Antiquitätenhändlers Claverton verlassen hat, wurde tot und entsetzlich zugerichtet aufgefunden. Und jetzt ist Johnny der Letzte, der Lisa lebend gesehen hat. Wer soll ihm schon glauben, dass er Kung Fu lediglich zur Selbstverteidigung ausübt, um seine kostbaren Pianistenhände zu schützen? Claverton indes ist überzeugt, dass Johnny der Mörder von Lisa ist. Und er hat mächtige Freunde...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 216
    Erscheinungsdatum: 21.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955306199
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2076kBytes
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Mord in Concert

3

"Ein Mann unterstützt die Polizei bei ihren Ermittlungen." Wie oft hatte Johnny diese euphemistische Redensart gelesen, hatte zufrieden genickt und sich gesagt: Na also, sie haben ihn. Und war beruhigt eingeschlafen, weil das Gesetz mit seinem langen Arm mal wieder zugeschlagen hatte.

Jetzt wußte er - das Gesetz, das war ein kleiner kahler Raum mit einem Tisch und ein paar Stühlen, das waren leere Pappbecher, in denen metallisch schmeckender Tee mit zuviel Zucker gewesen war, eine sehr helle Deckenlampe, Stimmen und Maschinengeklapper irgendwo am Ende des Ganges. Und das Gesetz - das war ein Mann mit zwei sehr kalten grünen Augen.

Und beruhigt war Johnny ganz und gar nicht.

Immer wieder sah er auf die Uhr, was vermutlich einen ziemlich schlechten Eindruck machte, aber das konnte er nicht ändern. Er hatte die Wahl zwischen der Uhr, den leeren Pappbechern und den grünen Augen. Da war ihm die Uhr noch am liebsten; allerdings hatte er langsam das Gefühl, daß sie stehengeblieben war.

Sie hatten die gräßlich zugerichtete Leiche von Lisa Mary Kendrick auf einem unbebauten Grundstück irgendwo in Highgate gefunden. Ihre Handtasche war verschwunden, und es hatte sechsunddreißig Stunden gedauert, bis sie eindeutig identifiziert war. Man hatte sie geschlagen und ihr das Genick gebrochen.

Nach dem vorläufigen ärztlichen Befund war sie am 26. Februar gegen fünf Uhr morgens gestorben. Todesursache: Genickbruch. Etwa zwei Stunden zuvor hatte sie Johnnys Wohnung verlassen.

Sie hatten dann noch ein paar Stunden gebraucht, um Johnny auf die Spur zu kommen, und aus Gründen, über die sie sich noch nicht weiter ausgelassen hatten, schienen sie ihn für den Mörder zu halten. Sie hatten ihn vor einem Theater, in dem er geprobt hatte, in Empfang genommen, und er war mitgegangen, weil ihm gar nicht in den Sinn gekommen war, sich zu sträuben. Sie hatten sich brennend für den Zustand seiner Hände, besonders der Fingernägel, und für sein Gesicht interessiert, hatten ihn aufgefordert, sich auszuziehen und hatten an seinem Körper herumgekratzt und alle möglichen Proben genommen. Daß die Haut an seinem Oberkörper und auf der behaarten Brust völlig glatt und unversehrt war, wenn man von drei kleinen Windpockennarben am linken Schulterblatt absah, schien sie zu enttäuschen.

Detective Inspector Gates, dem die bewußten kalten grünen Augen gehörten, hatte ihm eröffnet, daß er das Recht hätte, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen und nicht verpflichtet wäre, die ihm zugemuteten Kränkungen über sich ergehen zu lassen, ja, daß ihn niemand daran hintern könne, ihnen ins Gesicht zu spucken, was allerdings, wie der Inspector hatte anklingen lassen, seiner Sache wohl nicht gerade förderlich wäre.

Johnny lehnte sich weder auf noch spuckte er oder setzte sich mit einem Anwalt in Verbindung. Er tat brav alles, was sie von ihm verlangten, beantwortete ihre Fragen und zog sich auf sich selbst zurück.

Schon als Kind war er zu Eis erstarrt, wenn er sich ärgerte. Diese Taktik hatte sich bewährt, wenn die Schulhofschinder unter seinen Kameraden sich mal wieder darüber schieflachen wollten, daß einer mit seiner Figur lieber Rachmaninow als Rugby spielte. Lange hielten sie allerdings die Schikanen nie durch. Nicht, wenn sie ihm ins Gesicht sahen. Und wenn sie ihn allzusehr in die Enge getrieben hatten, konnte er auch kämpfen. Zum Glück für seine Hände war es nur selten dazu gekommen.

Jetzt aber sahen ihn aus dem Gesicht von Gates die eigenen Augen an, grün, nicht blau, aber aus dem gleichen Gletscherblock geschnitten.

"Rekapitulieren wir noch einmal", sagte der schmale Mund in dem Gesicht mit den grünen Augen.

"Kennengelernt habe ich sie vor etwa zwei Jahren. Sie kam mit Freunden meines Trompeters in den Club, wir machten uns bekannt und redeten zwischen den Stücken ein bißchen. Nicht viel. Ein paar Tage später kam sie allein, und wir redeten wieder. Danach kam

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