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Mord nach Missbrauch Teneriffa-Krimi von Himmelseher, Volker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2014
  • Verlag: Zech Verlag
eBook (ePUB)
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Mord nach Missbrauch

Der 3. Fall von Inspektor Martín und Kriminalpsychologin Dr. Teresa Zafón: Eine Serie abscheulicher Morde hält die Polizei auf Teneriffa in Atem. Grausam zugerichtete Frauenleichen werden auf offener Straße aufgefunden, und das mitten in der Karnevalszeit! Wer tut so etwas? Gleichzeitig wird in La Laguna ein katholischer Priester vermisst. Inspektor Martín und Kriminalpsychologin Teresa Zafón bilden mit den Kollegen in Santa Cruz eine Sonderkommission...

Dr. Volker Himmelseher hat ein großes Unternehmen in Köln geführt. Dem Ruhestand nahe, schreibt er nun historische und Kriminalromane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 202
    Erscheinungsdatum: 10.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788494150135
    Verlag: Zech Verlag
    Größe: 462kBytes
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Mord nach Missbrauch

12

Pater García Talavera war froh, wieder alleine zu sein. Das stundenlange Streitgespräch hatte auch ihn sehr angestrengt. Er hatte zwar keinerlei Schuldgefühle entwickelt, aber der Dauerbeschuss mit Vorwürfen hatte ihn genervt. Hoffentlich kam dieser Jordi Serrat nun zu Sinnen, nachdem er sich alles von der Seele geredet hatte.

Der Priester wollte hier weg, und er musste es auch, schon aus medizinischen Gründen. Er hatte Serrat bewusst verschwiegen, dass er in seinem Kulturbeutel noch einige seiner lebenswichtigen Tabletten hatte. Mit dieser geheimen Ration wollte er auf der sicheren Seite sein. Sein Entführer hatte davon entweder nichts gewusst, oder er hatte sein Wissen zurückgehalten. Jetzt, als der Priester wieder allein war, wollte er seine Medizin zu sich nehmen. Er hatte sowieso in der Aufregung einen Tag ausgesetzt und vergessen, gestern eine Tablette zu schlucken. Das war schon schlimm genug und würde ihn aus dem Tritt bringen.

Der Kulturbeutel stand vor der Matratze direkt zu seinen Füßen. Nach kurzem Suchen in den verschiedenen Taschen klaubte er den einzigen schmalen Streifen heraus, in dem noch vier Tabletten eingeschweißt waren. Er machte sich in der Dunkelheit langsam und tastend auf den Weg zum Spülbecken, in dem ein Glas stand und daneben der Wasserkanister. Die Kette an seinem Arm rasselte mit jedem Schritt und ärgerte ihn zunehmend.

Am Becken angekommen und mit dem Tablettenstreifen zwischen den Fingern, versuchte er, nach dem Glas zu greifen. Da verhakte sich die Kette am Rand der Spüle, und unwillkürlich ließ er die Tabletten los, um den Druck der Kette zu mindern. Pater García hörte ein merkwürdiges Geräusch, als der Streifen fiel. Der Tablettenstreifen schlug nicht im Becken auf, sondern rasselte weiter abwärts. Kalte Angst legte sich um das Herz des Priesters, denn er ahnte, was geschehen war: Seine letzten Tabletten waren in das Abflussrohr gerutscht!

Mit zitternden Händen suchte er den gesamten Beckenboden ab. Die Kette an seinem Handgelenk schlug einen bedrohlichen Takt dazu. Pater García fand in der Spüle, wie erwartet, nichts außer dem Glas. Seine Finger fuhren nun ein kurzes Stück in die Öffnung des Rohres hinein, es war sehr eng, und er erfühlte nur gähnende Leere. Die Tabletten waren also viel tiefer gefallen! Seine eiserne Reserve war verloren. Nun wurde es ernst!

Noch einmal lehnte sich der Priester gegen die bedrohliche Erkenntnis auf. Er packte das Spülbecken und versuchte es abzureißen. Wie ein Wahnsinniger rüttelte er daran. Doch weder das Becken noch das eingelassene Rohr gaben nach. Beide waren fest im Felsen eingemauert.

Pater Garcías Verzweiflung nahm zu, aber gleichzeitig wurde ihm bewusst, dass er nun mit seinen Kräften haushalten musste. Langsam arbeitete er sich zu seiner Bettstatt zurück und ließ sich zermürbt darauf nieder.

Seine Hand ging noch einmal suchend durch den Kulturbeutel. Hatte er vielleicht einen weiteren Streifen übersehen? Diese Hoffnung zerrann wie Sand im Stundenglas. Und damit begann sein zweiter Tag ohne die lebenswichtige Medizin.

13

Lola Amaya war unruhig und in Sorge. Seit mehr als sieben Jahren war sie als Haushaltshilfe bei Hochwürden García Talavera beschäftigt. Zweimal wöchentlich putzte sie bei ihm, wusch seine Wäsche und übernahm Botengänge. Heute war solch ein Tag, und sie hatte ihn schon zum zweiten Mal nicht angetroffen. Auch ihre Versuche, ihn telefonisch zu erreichen, waren vergeblich geblieben. Als der Priester auch beim dritten Versuch auf ihr Klingeln an seiner Wohnungstür nicht reagierte, schellte sie bei den Nachbarn im ersten Stock.

Das ältere Paar, das

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