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Mordhessen Kriminalroman von Schnell, Volker (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.04.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mordhessen

Ein Ex-Häftling wechselt die Seiten und rollt einen alten Fall wieder auf, bei dem ein Unschuldiger für drei bestialische Morde verurteilt wurde. 'Prinz, der Planer' hatte geniale Brüche organisiert. Dann wurde er unschuldig wegen Mordes verurteilt. Jetzt will er den Behörden Schlamperei nachweisen. Prinz stößt auf einen unfassbaren Immobilien-Deal, mit dem ein früherer Justizminister, Landrat, Polizeipräsident und andere Honoratioren reich geworden sind. Und auf lauter angebliche 'natürliche' Todesfälle, bei denen umgedrehte Kreuze auftauchen. Gehen im beschaulichen Nordhessen Satanisten einem mörderischen, profitabeln Hobby nach? Volker Schnell, geboren 1962 in Kassel, lebt nach 25 Jahren im Ruhrgebiet und an der Ostsee wieder als freier Autor, Übersetzer und Journalist in Nordhessen. Schulversager, Ausbildungsabbrecher, Milieustudien unter Freaks, Kleinkriminellen und beim Bund. Dann Werbetexter, Chefredakteur verschiedener Magazine. Bereits von ihm erschienen: der Thriller 'Der Tod des Aufsichtsrats' und die Stadtgeschichte 'Was war los in Kassel 1950-2000'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 21.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863587208
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Prinz Bd.1
    Größe: 3308 kBytes
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Mordhessen

Prolog

September, vor 27 Jahren

Die Jagd, dachte der Mann auf dem Hochsitz, ist ein schönes Hobby. Vor allem, wenn die Beute Menschen sind.

Es war ein sonniger Nachmittag. Er ließ seinen Feldstecher über das weite Kasseler Becken gleiten, die Stadt eingerahmt von dunkel bewaldeten Hügeln, überragt von Schloss Wilhelmshöhe und Herkules drüben auf der anderen Seite. Unten im Tal schlängelte sich die Fulda. Der Fluss glitzerte in der Sonne wie die Glasscheiben der Bürogebäude. Von hier oben hatte man den schönsten Blick.

Er wandte sich dem Saum des Waldes zu. Dort kauerte ein altes Bauernhaus mit einer angebauten Holzhütte. Durch den Feldstecher konnte der Mann das lachende Gesicht des kleinen Mädchens auf dem Pony erkennen. Die Mutter war im Haus.

An der Tür brachten zwei Männer zusätzliche Sicherheitsschlösser an. Der Mann auf dem Hochsitz lächelte. Heute Nacht war genau die richtige Nacht.

Am Vormittag kam eine Wandergruppe unter Leitung des beflissenen, bei den Damen beliebten Friedemann Frielendorf an dem einsamen Bauernhaus vorbei. Obwohl Frielendorf unausgesetzt über die Schönheiten des Reinhardswalds plauderte und Begebenheiten aus diversen Märchen der Brüder Grimm einflocht, fiel ihm auf, dass die Tür offen stand. Das Pony wieherte im Stall.

"Wenn man hier bauen dürfte", erläuterte Friedemann Frielendorf den Teilnehmern, "die Häuser wären unbezahlbar."

"Warum darf man nicht bauen? Naturschutz?"

"Nein, der Mandelberg ist Privatbesitz. Der Besitzer hat geerbt und will nicht verkaufen."

Gegen vier Uhr nachmittags kam die Gruppe auf dem Rückweg erneut an dem Haus vorbei. Die Tür stand immer noch offen. Das Wiehern des Ponys klang jetzt irgendwie verzweifelt.

"Da stimmt was nicht", sagte Friedemann Frielendorf.

Etwa eine Stunde später betraten zwei Schutzpolizisten das Haus. Kein Mensch zu sehen. Auf ihr Rufen tat sich nichts. Oben brannte Licht. Sie stiegen die Treppe hoch. Hier oben war ein durchdringendes Summen zu hören. Beide hatten die Rechte auf dem Knauf ihrer Dienstwaffen, ließen sie aber im Holster stecken. Sie öffneten Türen: Badezimmer, Kinderzimmer - und ein Schlafzimmer, in dem vier Menschen lagen. Drei davon waren tot. Dem Mann und der Frau war ins Gesicht geschossen worden. Jede Menge Blut, Knochensplitter, Gehirnmasse. Ihre Blasen und Därme hatten sich entleert. Das Summen kam von einigen tausend Fliegen. Das kleine Mädchen hatte einen glatten Schläfendurchschuss. Sonst schien es friedlich schlafend im linken Arm des zweiten Mannes zu liegen. Der lehnte an der Wand. Neben ihm lag eine leere Flasche Doppelkorn. Seine rechte Hand hielt eine klobige alte Armeepistole. Der Mann schnarchte.

Es war bereits dunkel, als gegen halb zehn Uhr abends Polizeipräsident Herbert Holzapfel und der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Frieder Rohde am Tatort eintrafen.

Unten im Tal leuchtete die Stadt. Der Herkules am Horizont war bereits grün angestrahlt; darunter schimmerte das Schloss in hellem Orange.

Mehrere Streifenwagen, zivile Fahrzeuge und Kastenwagen der Kriminaltechniker standen herum. Der Bereich um das Haus war mit rot-weißem Polizeiband abgesperrt. Für den Zugang war eine gründlich abgesuchte Gasse gebildet worden.

Der Telefonanruf hatte den Polizeipräsidenten und den Leitenden Oberstaatsanwalt bei derselben gesellschaftlichen Verpflichtung in der Stadt erreicht, einem Umtrunk der Spitze des Bezirks Hessen-Nord der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Anschluss an das jährliche Gedenken mit Kranzniederlegung zum Jahrestag des Kriegsausbruches am Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Fürstengarten auf dem Weinberg. Ministerpräsident Holger Börner, Justizminister Herbert Viehmann, Finanzminister Hans Krollmann, Wissenschaftsministerin Vera Rüdiger, mehrere Landtagsabgeordnete, darunter der spätere Justi

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