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Mordlicht von Nygaard, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2011
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mordlicht

Manchmal ist es ganz schön vertrackt. Da taucht bei Pastor Hansen ein Fremder auf und behauptet, ein Mörder zu sein. Doch es gibt keine Leiche. Kurz darauf geschieht ein Mord, aber vom Täter keine Spur. "Zur Leiche fehlt uns der Mörder, zum Mörder fehlt uns die Leiche", stellt Hauptkommissar Christoph Johannes von der Husumer Kripo fest. Stehen die beiden Taten in einem Zusammenhang? Gemeinsam mit seinen Kollegen, dem Schnüffelschwein Große Jäger und dem Frauenschwarm Mommsen, steht er vor einem Fall, der nicht nur immer rätselhafter, sondern auch immer gefährlicher wird. Während sich vor den Beamten Abgründe menschlicher Verzweiflung auftun, werden sie selbst observiert und verfolgt. Ein neuer Fall für das Husumer Team, dessen Ermittlungen mit Herz und Verstand die Sympathie der Leser erobert haben. Hannes Nygaard ist das Pseudonym von Rainer Dissars-Nygaard. Er wurde 1949 in Hamburg geboren und hat sein halbes Leben in Schleswig-Holstein verbracht. Er studierte Betriebswirtschaft und war viele Jahre als Unternehmensberater tätig. Nach einigen Jahren in Münster/Westfalen lebt er nun auf der Insel Nordstrand (Schleswig Holstein).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 12.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863580421
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 2991 kBytes
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Mordlicht

EINS

Das Rotklinkerhaus am Rande der Stadt machte einen gemütlichen Eindruck. Es mochte zu Beginn des letzten Jahrhunderts gebaut worden sein und hatte sich den Charme dieser Zeit bewahrt, auch wenn es durch diese oder jene bauliche Veränderung den heutigen Anforderungen angepasst worden war.

Der Vorgarten war mit Liebe angelegt, ohne den Eindruck zu vermitteln, dass jedes Grün akkurat mit der Wasserwaage ausgerichtet und der Rasen mit der Nagelschere gepflegt würde. Der rustikale Charakter der Grünfläche harmonierte hervorragend mit dem Gebäude, in dessen Mauerwerk das raue Klima Nordfrieslands in den letzten hundert Jahren seine Spuren gezeichnet hatte.

Der hoch gewachsene, schlanke Mann beugte sich über die Beetrosen, um welke Blüten zu schneiden. Der gesunde braune Teint ließ vermuten, dass er sich oft im Freien bewegte. Ein grauer Haarkranz umrankte seine durch die Sonne verwöhnte Glatze und mündete in einen mit einer Schleife gehaltenen Zopf.

Die etwas zu große Nase wurde durch eine Goldrandbrille verziert. Ein gepflegter Dreitagebart im wettergegerbten Gesicht unterstrich den Eindruck, dass ein zufriedener Pensionär Haus und Hof bestellte.

"Sind Sie Pastor Hansen?", sprach ihn der Fremde an, der an den schmiedeeisernen Gartenzaun getreten war.

Frode Hansen sah auf und blinzelte gegen die Sonne.

"Hansen! Einfach nur Hansen", entgegnete er. "Ich bin seit vier Jahren im Ruhestand."

Er lächelte den Besucher freundlich an und zeigte dabei eine Reihe weißer Zähne, die so ebenmäßig waren, dass sie auf den ersten Blick das Etikett "die Dritten" verdienten.

"Was kann ich für Sie tun?"

Der Fremde warf einen kurzen Blick über die ruhige Straße am Ortsausgang Bredstedts, als wolle er sich vergewissern, ob er beobachtet würde.

"Kann ich mal 'n Moment mit Ihnen reden?"

Hansen betrachtete ihn. Sein Gegenüber mochte um die fünfzig sein. Der runde Kopf mit dem schütter werdenden Haar saß auf einem zu kurzen Hals. Der Mann neigte zu Übergewicht, ohne korpulent zu sein. Unruhig bewegte er seine Hände, während um seine Augenwinkel ein nervöses Zucken spielte.

"Gern", erwiderte Hansen.

Erneut blickte sich der Fremde um, bevor er fragte: "Kann ich unter vier Augen mit Ihnen sprechen?"

"Wir sind hier ungestört. Niemand hört uns."

Der Mann schüttelte den Kopf. "Es ist etwas Wichtiges. Sehr Bedeutsames. Ich ... ich möchte beichten."

Pastor Hansen wirkte jetzt etwas irritiert. Er ließ die Hand mit der Rosenschere herabsinken.

"Kommen Sie herein", forderte er den Besucher auf und zeigte auf die Gartenpforte. Doch der Mann auf der anderen Seite des Zauns schüttelte erneut den Kopf.

"Kann ich das nicht in der Kirche machen? Im Beichtstuhl?"

Hansen machte einen Schritt vorwärts. Im selben Moment wich der Unbekannte zurück.

"Das ist nicht so einfach", versuchte der Pastor zu erklären. "Ich bin ... war ... evangelischer Geistlicher. Bei uns Protestanten gibt es keinen Beichtstuhl. Das ist eine Institution der katholischen Kirche. Wenn Sie lieber mit meinem katholischen Amtsbruder sprechen möchten - ich kann Ihnen die Adresse geben und auch den Kontakt vermitteln."

Unruhig sah sich der Fremde auf der Straße um und murmelte halblaut vor sich hin: "Ach so, das habe ich nicht gewusst. Dann kann ich also gar nicht bei Ihnen beichten?"

Hansen machte noch zwei Schritte auf den Mann zu, erreichte die schmiedeeiserne Pforte und öffnete sie. Einladend zeigte er mit der anderen Hand in Richtung Haus und bemerkte erst nach einem ängstlichen Blick des anderen, dass er immer noch die Rosenschere in der Hand hielt.

"Kommen Sie erst einmal von der Straße. Im Haus lässt es sich leichter reden", lud er den Fremden ein.

Der Mann folgte Hansen zögernd, als der auf die Haustür zuging. Der Pastor führte seinen Besucher in das Arbeitszimmer, das mit seinen voll gestopften Regalwänden eher eine

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