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Mordskrach Allgäu Krimi von Edelmann, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.01.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Mordskrach

Ein ganz und gar nicht idyllischer, hinterhältig-humorvoller Regionalkrimi. Für den Dorfpfarrer nimmt die Heilige Messe eine unerwartete Wendung, als im Beichtstuhl seiner Kirche eine Frauenleiche entdeckt wird. Das Opfer wurde nicht nur übel zugerichtet, die junge Frau trägt auch noch ihr Faschingskostüm vom Vortag. Ein verzwickter Fall für die Memminger Kommissare Sissi Sommer und Klaus Vollmer, denn beim Faschingsball im Wirtshaus war das halbe Dorf zugegen. Hinter welcher Maske steckt der Mörder? Barbara Edelmann ist gebürtige Allgäuerin, lebt glücklich und zufrieden in Erkheim und liebt die Landschaft und die Menschen ihrer Umgebung. Ihre Erfahrungen mit diesem besonderen Menschenschlag verarbeitet sie in ihren Büchern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 24.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960414346
    Verlag: Emons Verlag
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Mordskrach

Samstagabend, Legau

Kalter Wind trieb durchnässtes Laub in Wirbeln durch die Gassen von Legau, dem schmucken Allgäuer Dorf zwischen Memmingen und Kempten. Bei so einem Wetter blieb man normalerweise am besten zu Hause, allerdings nicht an diesem Wochenende im Februar. Da grassierte in Legau nämlich das Faschingsfieber. Brave Angestellte verkleideten sich als verwegene Piraten, Hausfrauen verwandelten sich in Prinzessinnen, hart arbeitende Landwirte kramten den Stetson vom Onkel Sigi, der einmal in seinem Leben die USA bereist hatte, aus der Truhe auf dem Dachboden. Endlich ließen alle mal so richtig die Sau raus, denn das Leben auf dem Land ist hart, und man ist um jede Abwechslung dankbar.

Genau deshalb quoll der Festsaal des "Mohren", direkt am malerischen Marktplatz in Legau gelegen, an ebendiesem Abend beinahe über vor ausgelassen feiernden Menschen. Ernestine, die Wirtin, kam samt ihren gehetzten Bedienungen den Bestellungen kaum hinterher. Übergewichtige Cowboys, farbenprächtig gekleidete Haremsdamen, gut genährte Ölscheichs und aus Faulheit nur mit einem aufgeklebten Bart verkleidete Herren absolvierten Polonaisen bis zum Schwindelanfall. Dicht an dicht drängten sich ausgelassene Gäste auf der Tanzfläche. Der Alkohol floss in Strömen, und für die frenetisch beklatschten Bühnenshows hatten viele Legauer Einwohner das ganze Jahr über geprobt.

Es gab amüsante Reden mit Anspielungen auf die Lokalpolitik und selbstverständlich Bier bis zum Umfallen. Das war der Sinn an der Sache, und darum war der Fasching in Legau eine Jahreszeit, über die man am besten im Frühling schon nicht mehr sprach, was ziemlich einfach war, weil sich die meisten gar nicht mehr daran erinnerten, was eigentlich genau gelaufen war. Was im Fasching passierte, das wurde, zusammen mit schmutzigem Konfetti und zerknautschten Luftschlangen, am Aschermittwoch von der großen Kehrmaschine beseitigt, und wehe, wenn nicht.

Die Fasnacht ist im Allgäu eine bierernste Angelegenheit, die zwölf Monate Planung, diszipliniertes Training mit in Kauf zu nehmendem schwerem Muskel- und sonstigem -kater sowie Unmengen ehrenamtlichen Engagements erfordert. Reden werden einstudiert und wieder verworfen, die Musikkapelle übt, bis sie Blasen an den Fingern bekommt, alle Gastwirte im Umkreis bestellen unzählige Fässer Bier oder härtere Sachen, und die Vorfreude auf das bunte Treiben beginnt normalerweise gleich nach dem Aschermittwoch, genau wie die nächsten Proben.

Gerade war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Das beliebte Männerballett hatte eine seiner begeistert beklatschten Nummern dargeboten, was darin gipfelte, dass die Herren in blassrosa Tutus eine Art gut gemeinte, wenn auch wackelige Pyramide bildeten, die dann in sich zusammenfiel. Leider war während des Trainings der Anderl Hermann, seines Zeichens Pyramidenspitze, übel bei der Generalprobe gestürzt und nun zu seinem Widerwillen und der großen Freude seiner Ehefrau ans Bett gefesselt, denn die sah ihren Mann nicht gern in einem himbeerfarbenen Tüllröckchen, zumal er im wirklichen Leben auch nie an irgendeine Spitze gelangen würde. Deshalb war das Männerballett an diesem Abend zwar in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt, aber die ungelenken Bewegungen kräftiger, größtenteils unrasierter Waden entzückten Jung und Alt, und nachdem die Darbietung beendet war, ernteten die Herren stehende Ovationen.

Junge Legauer Damen aus der Garde schwenkten straffe, feinbestrumpfte Beine, wie es die Mädels im Moulin Rouge in Paris nicht besser hinbekommen hätten. Der diesjährige Faschingsprinz hielt eine launige Ansprache, die mit Anspielungen auf lokale Größen gespickt war wie ein saftiger Rehbraten, währenddessen seine Prinzessin bekräftigend die Zähne bleckte und an ihrem Sekt schlürfte, denn jetzt kam die Musikkapelle zum Einsatz und brachte mit ein paar zünftigen Liedern weiteren Schwung in den Saal.

Auch der große, an den Fests

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