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Mordstrand Nordsee-Krimi von Finn, Thomas (eBook)

  • Verlag: beTHRILLED
eBook (ePUB)

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Mordstrand

Ein Nordseekrimi für alle Fans von Nina Ohlandt und Klaus-Peter Wolf Grausiger Fund auf der Insel Pellworm: Eine Gruppe Jugendlicher entdeckt in der Zisterne eines heruntergekommenen ehemaligen Mädcheninternats die Leiche einer Frau. Gesa Harms, die einzige Polizistin der Insel, nimmt die Ermittlungen auf. Doch dann wird im Schlamm unter der Leiche kurz darauf ein weiteres Opfer entdeckt: Ein weibliches Skelett, das dort bereits vierzig Jahre zuvor abgelegt wurde. Zwei Tote im gleichen Versteck? Für Gesa steht fest, dass die Morde miteinander in Verbindung stehen - und die Spur in die Vergangenheit weist ... 'Es macht Spaß, Gesa bei ihren Ermittlungen und auch bei ihren kleinen Kämpfen zu begleiten. [...] Ein unterhaltsamer und spannender Insel-Krimi.' (Leseratte1310, Lesejury) eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung. Thomas Finn, geboren 1967 in Chicago, studierte Volkswirtschaft und war als Journalist und Autor für diverse deutsche Verlage und Magazine tätig, u. a. als Chefredakteur für das Phantastik-Magazin Nautilus. Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele-, Theater- und Drehbuchautor. Er ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, u. a. mit der Segeberger Feder. Thomas Finn lebt und arbeitet in Hamburg. Weitere Informationen über den Autor finden Sie auf seiner Homepage: http://www.thomas-finn.de.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732584246
    Verlag: beTHRILLED
    Größe: 1461 kBytes
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Mordstrand

Sturmtief

Das Haus hatte etwas Lauerndes. Am Nachthimmel über dem Mansardendach ballten sich die Wolken, die Fassade war von Ranken überwuchert und an den hölzernen Fensterläden rüttelte der Wind. Dort, wo sie fehlten, glotzten Jan dunkle, gläsern schimmernde Löcher entgegen.

Inzwischen war er klatschnass vom Regen und ihn fröstelte, was nicht allein an den Böen lag, die nasskalt vom Meer heranwehten. Seit Tagen wurde vor dem Februarsturm gewarnt, der sich im Nordwesten zusammenbraute und die Nordsee mit zunehmender Kraft in die Deutsche Bucht hineinpeitschte. Auch Pellworm war von dem Orkan nicht verschont geblieben. Am Vormittag war der Fährbetrieb zum Festland eingestellt worden, und die Feuerwehr hatte alle Hände voll zu tun, um die Insel sturmfest zu machen. Warum also hatten er, Oliver und Lisa sich auf Patricks wahnsinnigen Vorschlag eingelassen, bei dem Mistwetter einmal quer über die Insel zu radeln? Sie hatten auf der Herfahrt immerhin sehen können, wie hoch die Flut gegen den Deich drückte. Und auf der Insel musste es doch noch irgendeinen anderen Ort geben, der ebenfalls als Versteck taugte und deutlich bequemer zu erreichen war.

"Wo sind wir hier eigentlich?" Obwohl Lisa dick mit Mütze, Mantel und Schal eingemummelt war, schien Jans Schulkameradin zu frieren. Ihr Blick glitt zu den Kastanien, die das düstere Anwesen umstanden und deren Zweige in Wind hin und her wogten.

Jan war froh, dass er nicht der einzige Unwissende war. Ohne Zweifel handelte es sich bei dem Gebäude vor ihnen um ein Gutshaus aus dem neunzehnten Jahrhundert. Das Haus, die angrenzenden Bauten mit den heruntergekommenen Reetdächern, der offene Fahrradschuppen und der verwilderte Garten, der das Grundstück halb umschloss, schienen der Kulisse eines Film Noir entsprungen zu sein.

"Das ist das alte Internat", rief Oliver gegen den Wind. "Sag jetzt nicht, dass du noch nie davon gehört hast?" Lisas Bruder mühte sich vom Fahrradsattel und sah sich um. "Ich hoffe, hier ist wirklich niemand?"

"Keine Angst. Hier kommt alle paar Wochen höchstens mal ein Hausmeister vorbei." Patrick lehnte sein Rad trotz des Windes lässig gegen einen altersschwachen Fahnenmast, und Jan tat es ihm wie selbstverständlich nach. Lisa sollte auf keinen Fall bemerken, dass ihm nicht ganz wohl in seiner Haut war.

Insgeheim befürchtete er, dass sie auf Patrick stand. Patrick war immerhin fast volljährig und ging im Gegensatz zu den anderen dreien nicht mehr zur Schule. Auch Jan musste zugeben, dass Olivers langjähriger Kumpel ziemlich cool war. Sogar in einer Band spielte er.

Und so beobachtete Jan Patrick missmutig dabei, wie sich dieser den kleinen Rucksack vom Lenker schnappte. Darin musste sich die Shisha befinden, von der Oliver so geschwärmt hatte. Die arabischen Wasserpfeifen waren derzeit schwer angesagt. Jan hatte zwar bis auf eine gepaffte Kippe an seinem sechzehnten Geburtstag noch nie geraucht, aber in seiner alten Schule in Husum schworen sie auf Shishas. Blöderweise glaubten seine neuen Mitschüler auf Pellworm, dass er Erfahrungen damit hätte, und er hatte sie in dem Glauben gelassen.

"Ich hoffe, Oliver hat euch gesagt, dass wir nur bis zweiundzwanzig Uhr weg sein dürfen", meinte Lisa.

"Da sind wir doch längst wieder zurück", antwortete ihr Bruder leicht genervt. Auch er stellte sein Rad am Fahnenmast ab und wühlte dann in den Taschen seines Mantels. "Mist!", fluchte er und blickte den Weg zurück, den sie gekommen waren. "Ich glaube, ich hab unterwegs meine Taschenlampe verloren."

"Toll." Patrick lüpfte die durchfeuchtete Sportkappe und strich sich das schwarz gefärbte Haar hinter die Ohren. "Hoffentlich habe ich meine dabei." Er durchsuchte die Außentaschen seiner Lederjacke und präsentierte schließlich eine alte Flachbatterie-Taschenlampe, wie auch Jans Vater einst eine besessen hatte. Ihr Lichtkegel war trübe, und Jan wurde bei ihrem Anblick wehmütig zumut

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