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Morgentod Halls und Bruckners zweiter Fall von Börgdahl, Ole R. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Morgentod

An diesem Sommermorgen sieht die Bibliothek einer noblen Hamburger Vorstadtvilla wie nach einer blutigen Hinrichtung aus. Tod einer Hausangestellten! Mord oder Selbstmord? Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner ist auf dem Weg zum Tatort und zieht den ehemaligen US-Profiler Tillman Halls gleich mit in den Fall hinein. Bruckner und Halls zweiter Fall! Sie treffen auf Zeugen, die nichts gesehen und noch weniger gehört haben. Aber es gibt etwas, das diese Menschen miteinander verbindet. Die Wahrheit kommt erst am Ende dieses ereignisreichen Tages ans Licht. Alle Tillman-Halls-Krimis sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ole Roelof Börgdahl wurde am 23.05.1971 in Skellefteå, Schweden, geboren. Er wuchs in Skellefteå, Malmö und Lübeck auf. Das Lesen ist für Ole R. Börgdahl ein wichtiges Element des Schreibens. 'Ich habe keine Lieblingsbücher, ich kann aber Bücher nennen, die mich beeindruckt haben. Hierzu gehört der Zyklus Rougon-Macquart von Émile Zola und Suite Francaise von Irène Némirovsky. Bei Zola gefällt mir die reiche Sprache, bei Suite Francaise hat mich das Schicksal von Irène Némirovsky bewegt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 193
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847637271
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 652kBytes
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Morgentod

08:26 Uhr - Unverhofft kommt oft

Bislang hat noch niemand die Polizei gerufen, wenn ich in meiner recht auffälligen Art Häuser beobachte, wenn ich ungebeten Grundstücke betrete oder mir sogar die Namen an den Türschildern notiere. In Nienstedten hielt ich mich an diesem Morgen vor allem an den vergitterten Toren der Grundstückseinfahrten auf. Ich hatte natürlich eine Liste der Immobilien, die zur Disposition standen. Ich weiß nicht immer, woher Gustav seine Informationen nimmt. Wenn ich bei meinen Recherchen doch mal den direkten Kontakt suche und mit den derzeitigen Besitzern eines Objektes spreche, habe ich oft den Eindruck, dass die Leute selbst noch nicht wissen, dass sie ihr Eigentum demnächst veräußern wollen. An diesem Morgen war ich aber nur Beobachter. Ich nahm ein paar Voice-Memos auf und fotografierte so unauffällig wie möglich. Gustavs Kunde suchte ein Grundstück in Elbnähe. Die Anforderungen waren nicht leicht zu erfüllen. Es sollte nach Möglichkeit unbebaut sein, was in Nienstedten so gut wie überhaupt nicht zu finden war. Der heutige Stadtteil war schon seit Ende des Neunzehntenjahrhunderts ein beliebter Villenvorort. Es gab daher auch viele alte Häuser und genau hier konnte sich ein Ansatzpunkt ergeben. Ich war auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück, deren Immobilie für eine Totalsanierung, also für einen Abriss, infrage kam. Ich hatte mich natürlich auch mit der Geschichte des Stadtteils beschäftigt, weil einem dabei immer auch wichtige Informationen zufallen. Hierbei trifft man oft auf ehemalige Industrieansiedlungen. In der Regel sollte man sich von Grundstücken mit einer solchen Vergangenheit fernhalten und sich nicht von dem oftmals günstigen Preis verführen lassen. Das harmlose Wort Bodensanierung kann ganze Generationen ruinieren. Solche Fälle sind allerdings selten. In Nienstedten gab es so gut wie keine Industrie, abgesehen von der Elbschloss-Brauerei, deren Gebäude noch heute stehen und in luxuriöse Eigentumswohnungen und in den exklusiven Sitz einer Reederei umgewandelt wurden. Das wären für uns natürlich auch lukrative Objekte gewesen, aber hier war selbst Gustav einige Jahrzehnte zu spät gekommen. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass diese Riesenstadt Hamburg vor hundert Jahren noch nicht die Einheit besaß wie heute. So wurde auch Nienstedten erst 1938 eingemeindet. Während des Krieges war Groß-Hamburg das Ziel der Alliierten Bomber. Nienstedten blieb aber weitgehend verschont. Dies war für meine Suche ebenfalls ein Vorteil, denn so gab es wieder mehr alte Objekte.

Ich war mit sieben Adressen angetreten, übrig blieben nach einer knappen halben Stunde nur noch zwei. Ich parkte meinen Century in der Nähe einer kleinen Kirche, direkt an der Friedhofsmauer. Ich sah auf die Temperaturanzeige meiner Armaturentafel. Draußen waren es achtzehn Grad Celsius. Ich beugte mich vor und schaute durch die Windschutzscheibe in den Himmel. Die Wolken hatten sich etwas aufgelockert. Während der Fahrt nach Nienstedten hatte es vorhin ein wenig geregnet. Auf meiner Motorhaube glänzten immer noch ein paar Tropfen. Ich lehnte mich im Fahrersitz zurück, holte mein Smartphone aus der Innentasche meiner Jacke und entsperrte das Display. Ich dachte darüber nach, dass es praktisch wäre, ein Voice-Memo als Dateianhang in einer Mail zu versenden. Sicher war so etwas möglich, ich hatte nur noch nicht herausgefunden, wie das ging. Ich tippte daher das klassische Mail in mein Smartphone, um Gustav das Ergebnis meiner Recherche mitzuteilen. Es waren nur wenige Zeilen, weil mir klar war, dass ich später noch mündlich Bericht erstatten musste. Ich drückte auf Senden und widmete mich noch einmal kurz den Nachrichten-Apps. N-tv berichtete über den erneuten Ausbruch von Ebola und in der Schlagzeile unmittelbar darunter stand etwas von bunten Möhren, die man in Sachsen-Anhalt züchtete. Welch ein Kontrast. Dann las ich im Abendblatt von einem Zwischenfall in

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