text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Níquel der Privatschnüffler Blüten und kaschierte Kunstwerke von Haase, Gerth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
6,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Níquel der Privatschnüffler

Ich versuchte mir ins Gedächtnis zu rufen, was geschehen war. Das Messer auf dem Tisch vor mir deutete in erster Linie auf eine Warnung hin, zugleich aber auch auf die Willigkeit, mich von meinen Fesseln zu befreien. Ausgenutzt wurde ich, einen Verbrecher für einen Verbrecher mit falschen Informationen zu suchen, der daraufhin umgelegt wurde. Eine Frau hatte man ins Spiel gebracht, um mich unter Kontrolle zu halten. Dann hatte man versucht mich umzubringen, doch der Versuch misslang. Meinen besten Freund vom LKA hatte ich ins Vertrauen gezogen, ihm vieles von meinem Fall erzählt, doch auch er erwies sich als korrupt. Wieder wurde versucht mich umzulegen, wieder misslang der Versuch, doch diesmal mussten die beiden Vollstrecker daran glauben, sie wurde von Ihrem Arbeitgeber hingerichtet. Dann landete ich in einem Hinterhalt und mir wurde mit schockierender Klarheit bewusst, dass es beabsichtigt war, mich mit Informationen vollzustopfen und in die Falle zu lotsen, damit man mich endgültig aus dem Weg schaffen kann. Sie hatten mit ihrer zynischen Art gewusst, dass ich nicht aufgeben würde, dass ich niemals aufgebe und dass ich jeder Information akribisch nachgehe. Es war von denen eine schauspielerische Leistung und ich stand mitten im Rampenlicht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 396
    Erscheinungsdatum: 31.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741223396
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 945kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Níquel der Privatschnüffler

2. Eine Geschichte der Leidenschaft und Begierde wurde mir aufgetischt

Mein Name ist Dr. Delius Klein. Ich wohne im westlichen Stadtteil der Großstadt, in einer gepflegten sehr gehobenen Einzelhausgegend mit großzügig eingegliederten Parkanlagen. Mein Job ist es, als Leitungsorgan eines renommierten Unternehmens, mit den Führungen der Geschäfte betraut zu sein.

Meine Frau Mrs. Klein, die sich mit dem Fresko abstrakter Küste beschäftigt, befindet sich zurzeit in Zürich, wo sie an einer zweiwöchigen Ausstellung teilnimmt. Eine Woche war sie bisher weg und ich fühlte mich doch einsam und verlassen ohne sie.

Es war an einem Freitagnachmittag, als ich nach einem erträglich dahinfließenden Arbeitstag, mich auf dem Heimweg machte und daran dachte, dass jetzt ein endloses Wochenende ohne meine Frau vor mir lag. In der Woche hatte ich mich auf die Arbeit konzentriert und mich so durch die Tage geschleppt. Nun aber steht mir ein Wochenende bevor. Ein merkwürdiger Zustand. Obgleich ich wusste, dass mir meine Frau fehlen würde, hatte ich mir vorgestellt, dass eine kleine Unterbrechung der üblichen Routine, uns beiden guttun würde. Doch mit einem solchen Gefühl der Leere hatte ich nicht gerechnet.

Als ich mit meinem Wagen aus der Tiefgarage herausfuhr und auf die Hauptstraße einbog, fing es an zu regnen. Es war ein gemächlicher gleichmäßig fast weinender Regen. Die Straßen fingen an zu glänzen von dem herabfallenden Nass und füllten die ungeduldigen Rinnsteine. Dann wurde er kräftiger, Tropfen klopften aufs Autodach und zerplatzte zugleich. Er sammelte sich auf den Gehsteigen in kleinen Pfützen, auf denen sich die grauen Wolken spiegelten und die Tropfen hüpften, als wenn sie sich zurück in die Wolken sehnten.

Es war nur ein Schauer, ein Regenguss von kurzer Dauer, denn als ich zu Hause ankam, hatte es bereits wieder aufgehört. Mit meinem Handsender öffnete ich das Garagentor und fuhr hinein.

Dann beschloss ich, um die vor mir liegenden öden Stunden bis zum Schlafengehen mit einer Unternehmung zu überbrücken. Was Essen wäre eine Möglichkeit. Ich hatte heute nicht zu Mittag gegessen, weil freitags immer der Tag war, wo ich zusammen mit meiner Frau bei dem Chinesen um die Ecke speiste. Doch alleine essen, ist uninteressant, langweilig, einfältig, beschränkt und doof und selber kochen? Noch doofer. Meine Frau hatte in weiser Voraussicht einiges vorgekocht und eingefroren, was nur noch über die Mikrowelle erhitzt zu werden braucht. Doch auch das schien mir unsinnig und blöd.

Tüte Popcorn, Flasche Bier und letzte Reihe im Kino. Man konnte sich einen Film ansehen, den man mit seiner Frau nie ansehen würde. Ein Streifen mit eindeutiger und unverhüllter Nacktheit, ein Film, der die innerliche Begierde erregen würde.

Frauen mögen solche Filme nicht. Sie mögen lieber zarte, schlichte und sittsame Liebesgeschichten, die sich zwischen zwei einsamen Menschen anbahnen. Wäre meine Frau jetzt hier und nicht in Zürich, wäre ich nie auf solche Gedanken gekommen.

Ich konnte einfach Mrs. Klein nicht aus dem Kopf kriegen, und da ein nicht jugendfreier Film mich nur an die eigenen Liebesszenen erinnern würde, entschloss ich mich in die nächstliegende Bar zu gehen, einige Drinks zu nehmen und die schmutzigen Gedanken auszulöschen.

Es war eine Bar in der Nachbarschaft, in der ich mich normalerweise nicht verirren würde. Sie gehörte einem Spanier namens Antonio. Ich ging zum Tresen und setzte mich auf einen der freien Barhocker.

Der Inhaber kam und begrüßte mich.

"Sie habe ich noch nie hier gesehen", sprach er. "Neue Gäste sind mir immer herzlich willkommen. Mein Name ist Antonio."

"Angenehm, ich bin Dr. Delius Klein. Ich bin nur hier, um ein paar Drinks zu mir zu nehmen, damit ich besser einschlafen kann, solange meine Frau in Zürich auf einer Vernissage ist."

Es kam daraufhin ein kurzes Gespräch zustande, bis Antonio sich verabschiede

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen