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Nestroy-Jux Ein Wiener Kaffeehauskrimi von Bauer, Hermann (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.07.2012
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Nestroy-Jux

Eine Floridsdorfer Amateurschauspieltruppe soll Nestroys "Einen Jux will er sich machen" aufführen. Regisseur ist der ehemalige Profi Herwig Walters, der sich den Unmut der Schauspieler zuzieht, als er den jungen Haslinger wegen einer Lappalie ausschließt. Man beschließt nicht zur nächsten Probe zu kommen. Doch auch Walters verschwindet spurlos. Ein schwieriger Fall für Chefober Leopold, dem diesmal nur Nestroy helfen kann.

Hermann Bauer wurde 1954 in Wien geboren. 1961 übersiedelte er nach Floridsdorf, wo er 30 Jahre seines Lebens verbrachte. Während seiner Zeit am Floridsdorfer Gymnasium begann er, sich für Billard, Tarock und das nahe gelegene Kaffeehaus im Allgemeinen zu interessieren. Seither ist er Stammgast in "seinem" Café. 1982 beendete er sein Studium von Deutsch und Englisch an der Universität Wien erfolgreich. Seit 1983 unterrichtet er an der BHAK Wien 10. "Nestroy-Jux" ist der fünfte Kaffeehauskrimi des Autors.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 278
    Erscheinungsdatum: 09.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839239223
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Serie: Chefober Leopold Bd.5
    Größe: 1185kBytes
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Nestroy-Jux

2

"Auch der minder Gebildete kann alle Tag' Sachen genug bemerken, welche deutlich beweisen, dass die Welt nicht lang mehr steht." (Nestroy: Lumpazivagabundus)

Thomas Korber, Lehrer für Deutsch und Englisch am Floridsdorfer Gymnasium, saß seinem Direktor Marksteiner mit keinem guten Gefühl gegenüber. Die Sekretärin, Frau Pohanka, hatte ihn mit leisem Hüsteln und so unauffällig, dass alle seine Kollegen es bemerken mussten, aus dem Konferenzzimmer zu dieser Besprechung geholt. Das bedeutete: Vorsicht!

"Schön, dass Sie sich Zeit nehmen konnten", begrüßte Marksteiner ihn. "Ich will auch nicht lange um den heißen Brei herumreden. Ich habe mir die Schularbeitsstatistiken in Deutsch angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass Ihre 6B bei der letzten Arbeit ganz schlechte Ergebnisse erzielt hat, weit unter dem Durchschnitt der gesamten Schule."

Aha, daher wehte also der Wind. Der Direktor war mit seinen Noten nicht zufrieden. Korber hatte schon befürchtet, dass Marksteiner wieder einmal eine Unregelmäßigkeit in seinem Lebenswandel beanstanden wollte. "Die Klasse weist derzeit auch ein mehr als bescheidenes Niveau in Deutsch auf", verteidigte er sich.

"Seltsam. In ihr sitzen, im Vergleich zu anderen Klassen, sogar weniger Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache!"

"Das mag sein, aber es ist nicht das Kriterium. Es ist die schlampige Arbeitsweise. Schüler, die mit Deutsch aufgewachsen sind, glauben eben, es könne ihnen bei einem Aufsatz nicht viel passieren. Dann kommt es zu ungenauer Rechtschreibung und Grammatikfehlern, ganz zu schweigen von den Defiziten dabei, die eigene Meinung zu formulieren oder ein Problem von verschiedenen Seiten zu betrachten. In der 6B sind diese Schwächen ganz besonders stark ausgeprägt."

"Nun ja, auf jeden Fall stehen jetzt bald die Jahresnoten fest", betonte Marksteiner. "Lassen sich schon Ergebnisse vorhersagen?" Trotz seiner Ruhe und Sachlichkeit merkte man, dass ihm die Angelegenheit äußerst wichtig war.

"Die Schüler mit negativen Noten absolvieren derzeit ihre entscheidenden Prüfungen", gab Korber Auskunft. "Es ist in solchen Fällen immer schwierig, Prognosen zu stellen, aber ich fürchte, dass sich nicht alle ihr Nicht Genügend ausbessern werden können."

"Korber!" Marksteiner erhob seine Stimme für einen Augenblick zu einer für ihn ungewöhnlichen Lautstärke, senkte sie aber sofort wieder. "Haben Sie vergessen, was wir in der Eingangskonferenz besprochen haben? Wir müssen flexibler werden, was unsere Notengebung angeht, und sämtliche vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen. Sie wissen, die Bildung ist uns allen ein Anliegen. Die Noten sind es natürlich auch. Es geht schließlich um die Behaltequote ."

Natürlich, die Behaltequote , das neue Lieblingswort von Direktor Marksteiner! Da hätte Korber gleich draufkommen können, dass es ihm darum zu tun war. Ziel war demnach, möglichst wenige Schüler durchfallen zu lassen. Dadurch würden diese in den Klassen "behalten", es gäbe nur wenige Wiederholer oder gar Schulabbrecher, das Floridsdorfer Gymnasium würde attraktiver, und die Arbeitsplätze der Lehrer wären gesichert.

"Man muss sich nicht durch Noten Autorität und Respekt verschaffen, das erkläre ich immer wieder", fuhr Marksteiner auch schon fort. "Oft wirken eine Ermahnung, ein Gespräch mit den Elt

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