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Nightfall Fürchte die Nacht von Aiken, Joan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.10.2016
  • Verlag: LangenMüller
eBook (ePUB)
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Nightfall

Der gefühlvolle und spannende Roman der englischen Bestsellerautorin Joan Aiken - Gänsehaut garantiert! Ein Rätsel aus der Vergangenheit wird Meggie zum Verhängnis: Von Albträumen heimgesucht, kehrt sie zurück nach Cornwall, wo alles begann - und gerät dabei selbst in Lebensgefahr ... Es geschieht jede Nacht im Traum. Das Gesicht eines Mannes versetzt Meggie in Todesangst - Schatten der Vergangenheit oder böse Vorahnung? Seit dem Tod ihrer Mutter lebt die junge Kunststudentin ihr eigenes Leben und ist endlich mit ihrer Jugendliebe George verlobt. Als sie eines Tages eine Postkarte ihrer Mutter aus Cornwall entdeckt, macht sie sich auf, um dort nach den schrecklichen Erlebnissen ihrer Kindheit zu forschen, die sie selbst viel zu lange verdrängte: Noch ahnt Meggie nicht, dass die Schrecken von damals noch immer auf sie warten ...

Joan Delano Aiken, 1924 in Rye, England geboren, war eine der bekanntesten britischen Schriftstellerinnen.Sie arbeitete erst für die BBC, dann für das St. Thomas Hospital und im Londoner Büro für die Vereinten Nationen. 1963 veröffentlichte sie den Erfolgsroman 'Wölfe ums Schloss', für den sie mit dem Lewis Carrol Shelf Award geehrt wurde. Sie verfasste u.a. drei Jane Austen Folgeromane und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für ihre Werke. Joan Aiken ist vor allem für ihre spannenden Fantasy- und Kriminalromane bekannt.2004 verstarb sie im Alter von 79 Jahren in Sussex.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 20.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784482811
    Verlag: LangenMüller
    Größe: 237kBytes
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Nightfall

1

Der Tag, an dem ich George kennenlernte, war einer der schlimmsten in meinem Leben. Nicht der allerschlimmste, der war drei Wochen vorher gewesen, als Mama und Ralph bei einem Autounfall am Sunset Boulevard ums Leben gekommen waren.

Sicher hat es damals die üblichen Schlagzeilen gemacht, denn sie waren beide bekannte Filmstars, aber ich war viel zu jung - erst neun - und viel zu verstört, um mich darum zu kümmern. Ralph war nur mein Stiefvater, nicht mein wirklicher Vater, an den ich mich zu jener Zeit kaum erinnern konnte, aber er war immer lieb zu mir gewesen, hatte Späße mit mir gemacht, mich mit ulkigen Namen wie Popsypetal gerufen und alles Mögliche mit mir unternommen. Aber Mama war Mama, wunderschön, unberechenbar und unersetzlich.

Wir hatten seit drei Jahren in Los Angeles gelebt. Ich konnte mich kaum noch daran erinnern, wie das Leben in England gewesen war. Obwohl ich mich in der kalifornischen Hitze wohlfühlte und unser großes, weißes, im spanischen Stil erbautes Haus liebte, ebenso wie die unkomplizierten amerikanischen Kinder, spürte ich doch immer noch ein wenig, dass ich hier fremd war. Aber Mama war immer im rechten Augenblick da, um mir mit ihrer warmen, liebevollen Stimme zu versichern, dass das Leben hier wunderschön sei. Mama, mit ihrem honigblonden Haar, ihrer Herzlichkeit, ihrer unwiderstehlichen, zuversichtlichen Lebenseinstellung, war für mich ein Symbol der Sicherheit bis zu dem Tage, an dem ihr Kabriolett von einem Lastwagen mit defekten Bremsen gerammt wurde. Bis zu dem Anruf in der Mittagszeit, der das Fundament meiner gesamten Existenz zerstörte. Ich sehe Sanchie, unser Hausmädchen, noch vor mir, wie sie mich aus weit geöffneten Augen erschrocken anstarrte, während sie telefonierte, und ich erinnere mich auch noch an die entsetzten Gesichter der Nachbarn, die wohlmeinend und mit leidig herüberkamen und sich zuflüsterten, was nicht für meine Ohren bestimmt war.

"Die arme Kleine, sie hat niemanden hier, der zu ihr gehört, niemanden auf dem ganzen Kontinent, der sich um sie kümmert, wo soll sie bloß hin?"

Ich war viel zu benommen und fassungslos, um darauf achtzugeben, aber später kamen diese Worte zurück und verfolgten mich bis in meine Träume.

Eine Mrs. van Hefflin, die etwas weiter die Straße hinauf wohnte, nahm mich für ein paar Tage auf. Und inmitten ihrer lauten, lebendigen Familie lebte ich in einem Schockzustand und nahm die Barbe cues, Picknicks und Zoobesuche kaum wahr, die man mir zuliebe veranstaltete in der Hoffnung, mich damit ein wenig zu zerstreuen.

Dann war meine Zukunft plötzlich geregelt, und zwar ganz einfach, mein richtiger Vater schickte ein Telegramm, man setzte mich ins Flugzeug in die Obhut eines älteren Ehepaares, das ebenfalls nach London flog, und mein wirkliches Leben begann.

Später hörte ich sie sagen, dass das ein sehr unruhiger Flug gewesen sei, aber ich hatte es gar nicht bemerkt noch mich geängstigt. Mr. und Mrs. Strangeway hatten keine Erfahrungen mit Kindern, und nachdem sie mich Verschiedenes gefragt hatten und ich nur herumstotterte, ließen sie mich klugerweise in Ruhe.

Die Stewardessen stellten Mahlzeiten vor mich hin und nahmen sie wieder fort, ohne dass ich sie angerührt hatte.

Man zeigte mir, wie ich den Schwimmgürtel anlegen musste, und ich befestigte den Haltegurt, als man es von mir verlangte, ohne recht zu wissen, was ich tat. Ich konnte immer nur an eines denken, meine Mutter war tot, ich würde sie niemals wiedersehen, niemals wieder ihre warme Hand halten oder ihr einen Gutenachtkuss geben können, ihr niemals wieder dabei zuschauen können, wenn sie sich für eine Party zurechtmachte, oder ihr herzliches Lachen hören, das so plötzlich und fröhlich hervorsprudeln konnte und für ihren Spitznamen Fizz verantwortlich war.

"Fizz, bist du fertig, Liebling?", rief Ralph jedes Mal von unten. "Wir müssen langsam los, sonst kommen wir zu spät zur Premiere

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