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Nimm das Ding da weg! Ein Fall für Mortdecai, den Teilzeitgauner von Bonfiglioli, Kyril (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.05.2015
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Nimm das Ding da weg!

Heiter ist die Kunst, doch ernst das Leben. Kunsthändler Charlie Mortdecai, unterwegs auf Amerikas Highways in einem Rolls-Royce mit englischem Kennzeichen, bekommt die Wahrheit dieses Spruchs zu spüren. Denn mit an Bord ist ein gestohlener Goya, den Charlie (zunächst) ebenso teuer verkaufen möchte wie (später) sein Leben ... Kyril Emanuel George Bonfiglioli wurde 1928 in Eastbourne als Sohn eines italienisch-slowenischen Antiquars und einer englischen Mutter geboren. Nach seinem Militärdienst studierte er Englisch am Balliol College in Oxford. Er war - wie seine Hauptfigur Charlie Mortdecai - Kunsthändler, Herausgeber eines Science-Fiction-Magazins und Autor. Kyril Bonfiglioli war dreimal verheiratet und hatte insgesamt fünf Kinder. Er lebte in Lancashire, in Irland und auf Jersey, wo er 1985 an Leberzirrhose starb.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 11.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492971874
    Verlag: Piper
    Größe: 2933 kBytes
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Nimm das Ding da weg!

2

Ich bin der Mann, den Ihr hier seht, jawohl -

Ein Tier? Gut denn, und Tiere leben tierisch!

Gesteh ich nur gleich Schwanz und Klauen ein -

Der ungeschwänzte Mensch steht höher, doch

Ich peitsch' mit meinem Schwänze wie der Low'

Und lass die Affen ihre Stummel bergen.

Bischof Blougrams Apologie

Niemand weckte mich, bis um zehn Uhr an jenem wunderschönen Sommermorgen Jock hereinkam mit meinem Tee und dem Kanarienvogel, der sich wie immer das Herz aus dem Leibe sang. Ich entbot beiden einen guten Morgen. Jock möchte, dass ich den Kanarienvogel begrüße, und es kostet nichts, ihm in so kleinen Dingen gefällig zu sein.

"Ah", fügte ich hinzu, "der gute alte Oolong oder Lapsang mit der beruhigenden Wirkung!"

"Häh?"

"Bring mir meinen Spazierstock, meine allergelbsten Schuhe und den alten grünen Homburg", zitierte ich weiter, "ich gehe in den Park zum ländlichen Tanze."

"Häh?"

"Ach, lass mal, Jock. Aus mir spricht lediglich Bertram Wooster [ Bertram ("Bertie") Wooster und Jeeves sind zwei Romanfiguren von P. G. Wodehouse: der typische Engländer und sein Diener.] , der wahre englische Gentleman."

"In Ordnung, Mr. Charlie."

Ich denke oft, dass Jock Squash spielen sollte. Er würde eine fabelhafte Wand abgeben.

"Hast du das mit dem MGB erledigt, Jock?"

"Jaa."

"Gut. Alles in Ordnung?" Das war natürlich eine blöde Frage, und natürlich musste ich dafür zahlen.

"Jaa. Also, das Sie-wissen-schon-was war ein bisschen zu groß und passte nicht unter die Innenverkleidung, und da musste ich am Rand ein bisschen was abschneiden, wissen Sie."

"Was? Abschneiden? Du hast was? Aber Jock ..."

"Alles in Ordnung, Mr. Charlie, war nur Spaß."

"Na, in Ordnung, Jock. Schöner Spaß. Hat Mr. Spinoza irgendwas gesagt?"

"Jaa, er hat ein schmutziges Wort gesagt."

"Ja, das sieht ihm ähnlich."

"Jaa."

Ich machte mich an den täglichen Schrecken des Aufstehens. Mit gelegentlicher Hilfestellung durch Jock schleppte ich mich vorsichtig von der Dusche zum Rasierapparat, von der Dexedrin zu der unerträglichen Entscheidungsfindung, welche Krawatte ich tragen sollte, und erreichte vierzig Minuten später wohlbehalten den Frühstückstisch mit dem einzigen Frühstück, das diesen Namen verdient - das Eisenbahner-Frühstück, bei dem der Kaffee in der großen Tasse durch Rum wie mit Spitze und Filigran verziert wird. Ich war endlich wach. Mir war nicht übel geworden. Die Welt hatte mich wieder.

"Ich glaube nicht, dass wir überhaupt 'nen grünen Homburg ham, Mr. Charlie."

"Ist schon in Ordnung, Jock."

"Ich könnt' die kleine Tochter vom Portier zu Lock rüberschicken, wenn Sie woll'n."

"Nein, ist schon in Ordnung, Jock."

"Sie tät's für 'ne halbe Krone."

"Nein, es ist in Ordnung , Jock."

"In Ordnung, Mr. Charlie."

"Du musst in fünf Minuten aus der Wohnung sein, Jock, und du darfst natürlich keine Schießeisen oder sonst was in der Art hier herumliegen lassen. Die Alarmanlage muss eingeschaltet, der Fotoapparat mit Film versehen und funktionsbereit sein - du weißt schon."

"Jaa, ich weiß."

"Jaaa", sagte ich, und verlängerte das Wort - verbaler Snob, der ich bin - um ein Extra-A.

Stellen Sie sich also bitte diesen beleibten Wüstling vor, der mit vollen Segeln und mit vor Abenteuerlust zuckendem Wangenmuskel die Upper Brook Street Richtung St. James Park hinunterrauscht, ansonsten jedoch sehr weltmännisch und gesetzt, bereit, der erstbesten Schlampe einen Strauß Veilchen abzukaufen

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