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Notbremse von Bomm, Manfred (eBook)

  • Erschienen: 09.08.2009
  • Verlag: Gmeiner
eBook (ePUB)
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Notbremse

Mord im ICE auf der Bahnlinie Ulm-Stuttgart. Abrupt kommt der Zug an der Geislinger Steige zum Stehen. Ein Mann flieht panikartig und verschwindet im Steilhang der Schwäbischen Alb.
Kommissar August Häberle tappt lange im Dunkeln: Er weiß weder, wer der Erschossene ist, noch ob der Flüchtende ihn ermordet hat. Sein einziger Anhaltspunkt ist das Notizbuch des Toten. Doch führen die darin enthaltenen Adressen von ärzten und Apothekern wirklich zum Täter? Häberle läuft die Zeit weg, denn bereits in der folgenden Nacht findet er eine weitere Leiche.

Produktinformationen

    Größe: 795kBytes
    Reihe (Teil): Krimi im Gmeiner-Verlag Bd.8
    Herausgeber: Gmeiner
    Untertitel: Der achte Fall für August Häberle
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 421
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783839230923
    Ausgabe: 2. Aufl.
    Erschienen: 09.08.2009
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Notbremse

3

Die gleichmäßige Fahrt des ICE 612 wurde abrupt unterbrochen. Es gab einen kräftigen Ruck. Einige Personen, die gerade auf den Gängen unterwegs waren, suchten verzweifelt einen festen Halt, klammerten sich an Kopfstützen, stießen unsanft gegen die Schulter eines sitzenden Passagiers oder hielten sich gegenseitig fest. Gespräche verstummten. Der ICE hatte scharf abgebremst, das beruhigende Rauschen von Fahrtwind und Rädern war urplötzlich in ein bedrohliches Dröhnen übergegangen, wie es entsteht, wenn gewaltige Kräfte auf Metall einwirken.

Die meisten Fahrgäste versuchten, mit einem Blick aus den Fenstern die Ursache für das Bremsmanöver zu ergründen. Doch obwohl sie das Ulmer Nebelmeer schon weit hinter sich gelassen hatten und hier die Sonne schien, war aus ihrer Perspektive nicht zu erkennen, was geschehen war. Nur jene Passagiere, die in Fahrtrichtung links saßen und ihren Kopf dicht an die Scheibe pressten, konnten sehen, dass der schneeweiße ICE gerade eine Linkskurve beschrieb. Der Zug war bereits in die Gefällstrecke der Geislinger Steige eingefahren. Links fiel das Gelände steil ab und ließ erahnen, dass hier einst ein künstlicher Damm aufgeschüttet worden war. An ihm schlängelte sich schätzungsweise 25 Meter tiefer eine viel befahrene Straße entlang. Und noch weiter unten, in der engen Talsohle, ragten die Gebäude einer modernen Mühle aus der bewaldeten Umgebung heraus. Daneben stach ein Lagerplatz für mannshohe Kabeltrommeln ins Auge.

Noch immer wirkten die enormen Bremskräfte. Der Zug hatte jedoch bereits deutlich an Tempo verloren. Während die Passagiere in Fahrtrichtung rechts nur senkrechte Stützmauern vorbeihuschen sahen und lediglich ahnen konnten, dass sie sich im alpinen Gelände befanden, schauderte es den Fahrgästen auf der anderen Seite bei dem Gedanken, der Zug könnte hier oben aus den Schienen springen.

Das ganze Bremsmanöver hatte nur wenige Sekunden gedauert. Und doch hatten die aufgeschreckten Passagiere den Eindruck, es nehme kein Ende.

Dann jedoch kam der ICE zum Stehen. Das Dröhnen verstummte, eine seltsame Stille machte sich breit. Kaum jemand sagte etwas.

Links fiel der Blick auf den bewaldeten Abhang, rechts hingegen hatten die hohen Stützmauern auf die Länge zweier Waggons einem kleinen Plateau Platz gemacht, auf dem ein bemooster Springbrunnen eine dünne Fontäne in die Höhe schießen ließ. Die Passagiere, die von ihrem Platz aus diese beschauliche Anlage sehen konnten, rätselten, ob der unerwartete Stopp bewusst an dieser Stelle erfolgt war. Den Brunnen umgab eine mit Efeu bewachsene Mauer, in deren Mitte eine vermutlich bronzene Büste an eine wichtige Persönlichkeit zu erinnern schien. Normalerweise fiel dieses kleine Denkmal den Reisenden der heutigen Zeit nicht auf. Denn obwohl die Züge auf der Steilstrecke nur 70 km/h schnell sein durften, zog es innerhalb von Sekunden am Fenster vorbei. Außerdem war es oftmals in einem erbärmlichen Zustand und stark überwuchert, weil sich die Bahn so gut wie nicht mehr um derlei Denkmale kümmerte.

Der ICE stand noch keine fünf Sekunden, als im Blickfeld einiger Reisender eine Person auftauchte - ein Mann, der offenbar auf das Schotterbett gesprungen war und nun seitlich des Denkmals hastig im dichten Bewuchs im Hang verschwinden wollte. Er hatte jedoch Mühe, sich mit seinen Halbschuhen einen festen Halt zu verschaffen. Sein heller Sommermantel, den er offen trug, flatterte hinter ihm und blieb mehrfach an dem Gestrüpp hängen. Ohne sich umzudrehen, zerrte der Mann panikartig an dem Stoff, um sich wieder zu befreien. Die Dornen verhakten sich und hinterließen herausgerissene Fäden.

Inzwischen waren mehrere Passagiere auf ihn aufmerksam geworden. "Da haut einer ab", schrie jemand, während sich nun in zwei Waggons die Fahrgäste hinter den Fenstern der rechten Seite drängten. Doch Augenblicke später hatte es der Mann geschafft und war im Hangwald verschwunden.

Der

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