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Nun ruhet sanft Kriminalroman von Löhnig, Inge (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.05.2015
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Nun ruhet sanft

Der neue Fall für Kommissar Dühnfort Ein Mann tötet seine Frau und seine Kinder. Kommissar Konstantin Dühnfort ist erschüttert. Wie kann ein Vater zu einer solch grausamen Tat fähig sein? Der Fall trifft Dühnfort persönlich, gerade hat Gina ihm offenbart, dass sie schwanger ist. Es fällt ihm daher schwer, mit kühlem Kopf an diesen Fall heranzugehen. Kurz nach dem Mord taucht der Familienvater plötzlich am Tatort auf. Mit einem Strauß roter Rosen für seine Frau. Steht er tatsächlich unter Schock, oder ist er ein guter Schauspieler? Ist der Vater wirklich der Schuldige? Schon als Kind verfügte Inge Löhnig über so viel Fantasie, dass ihre Geschichten noch heute in der Familie legendär sind. Neben dem Beruf als Grafik-Designerin war Schreiben lange ein Hobby. Erst mit dem Erscheinen der Reihe um den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort wurde daraus die neue Profession. Die Kriminal-Romane von Inge Löhnig sind ebenso regelmäßig auf der Bestsellerliste zu finden, wie die spannenden Familien-Romane, die sie unter dem Pseudonym Ellen Sandberg veröffentlicht. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 08.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843710831
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1148 kBytes
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Nun ruhet sanft

2

"Guten Morgen, München!" Die Stimme des Radiomoderators vibrierte vor Fröhlichkeit. "Es ist Sonntag, der siebzehnte August, sechs Uhr fünfzehn. Vor vier Minuten ist die Sonne aufgegangen, und der Wetterfrosch sitzt bereits auf der obersten Sprosse seiner Leiter. Ein wahrhaft traumhafter Sommertag mit Temperaturen um die dreißig Grad erwartet uns. Mit dem nächsten Song wünsche ich allen Frühaufstehern einen wundervollen Morgen." Die ersten Takte erklangen und mit ihnen das spröde Timbre Billie Holidays. Summertime and the livin' is easy.

Dühnfort drehte das Autoradio lauter und sang mit. "Fish are jumpin' and the cotton is high." Er wollte das Hochgefühl, das ihn seit Freitag begleitete, nicht loslassen. Ein paar Minuten noch, bis ihn der Alltag seines Berufs einholte. "So hush, little baby, baby, don't you cry."

Die Sonne stieg als orangeroter Ball hinter den Wipfeln des Waldes auf, der die Rodungssiedlung umgab. Rotes Morgenlicht fiel auf Getreidefelder und Häuser mit weißem Rauputz, auf dunkle Holzbalkone voller Geranien und mit Solarpaneelen besetzte Ziegeldächer, auf die Kirche St. Georg, die auf einem Hügel im Zentrum des Ortes thronte, und auf das Ortsschild: Schäftlarn, Landkreis München. Er folgte der Route durchs Dorf, die das Navigationsgerät vorgab, und entdeckte die Löschfahrzeuge und Streifenwagen am Ortsrand vor der rauchenden Ruine eines alten Bauernhauses, das als Wohnhaus für gehobene Ansprüche umgebaut worden war.

Das Gefühl von Leichtigkeit und Freude, das ihn begleitete, seit Gina ihm am Freitag den Teststab gezeigt hatte und er wusste, dass er Vater wurde, verflüchtigte sich, gab dem Raum, was ihn erwartete. Er schaltete das Radio aus und stoppte neben einem Löschfahrzeug.

Der Morgen war noch kühl. Er nahm das Sakko vom Beifahrersitz und zog es an. Auf dem Gehweg entlang des Zauns hatten sich trotz der frühen Stunde Schaulustige versammelt. Jemand fotografierte. Zwei Kollegen von der Schutzpolizei bewachten den Zugang. Er wies sich aus und konnte passieren. In der Luft lag der beißende Geruch von Rauch und Qualm. Das Feuer war beinahe gelöscht, die Männer der Feuerwehr verhinderten ein erneutes Aufflackern des Brandes. Dühnfort betrachtete das Haus mit der angebauten Doppelgarage. Verrußte Scheiben, verkohltes Holz. Rabatten und Beete im Vorgarten waren zertrampelt. Löschwasserpfützen überall. An Spurensicherung hatte hier niemand gedacht. Neben dem Mülltonnenhäuschen ein Kinderfahrrad. Himmel! Was kam da auf ihn zu?

Er ging ums Haus. Die angesengten Reste einer Markise bewegten sich träge im Morgenwind. Am Wintergarten und den Terrassentüren waren zahlreiche der Sprossenfenster geborsten, der Rauputz war verrußt. Pia Cypris mit ihrem graumelierten Lockenkopf entdeckte er zwischen den Männern der Feuerwehr. Sie war eine Kollegin vom Kriminaldauerdienst und hatte ihn und seine Leute angefordert, weil es zwei Tote gab und das Ganze nicht nach Unfall aussah.

"Guten Morgen, Tino." Sie nickte ihm zur Begrüßung zu und wies auf ihren Gesprächspartner. "Darf ich vorstellen? Johann Geiß. Er leitet den Einsatz der Feuerwehr. Kriminalhauptkommissar Dühnfort. Er wird den Fall übernehmen."

Geiß war das, was man in Bayern ein Brackl Mannsbild nannte. Ein Schrank. Um die vierzig. Rotblonder Vollbart, blaugraue Augen. Einer, der auf den ersten Blick Autorität ausstrahlte. Dühnfort reichte ihm die Hand und wandte sich dann an Pia. "Zwei Tote, sagst du. Müssen wir mit weiteren rechnen? Das ist das Haus einer Familie."

"Geiß und seine Leute waren in jedem Raum. So wie es aussieht, sind der Eigentümer Thomas Sassen und sein Sohn Leon nicht zu Hause. Sassens Auto steht jedenfalls nicht in der Garage. Bei den Toten handelt es sich - unter Vorbehalt - um die Ehefrau Nina Sassen und die sechsjährige Tochter Sophie. Noch sind die Leichen nicht identifiziert."

Dühnfort schluckte. Seit er das Kinderrad gesehen hatte, hatte

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