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Pfad der Lügen Thriller von Dawson, Lucy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 28.09.2018 per Download lieferbar

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Pfad der Lügen

Sallys Albtraum beginnt, als sie eines morgens an der Küste von Cornwall zu sich kommt - über 200 Meilen von zu Hause entfernt und mit einem Abschiedsbrief in der Tasche. Ein Spaziergänger kann gerade noch verhindern, dass sie die Klippen hinabstürzt. Sally hat keine Erinnerung an die letzte Nacht, trotzdem ist sie felsenfest überzeugt: Sie wollte sich nicht umbringen. Ihre Familie glaubt ihr nicht, hält sie für labil. Sally muss sich fragen: Wer hat es auf sie abgesehen? Wer sagt die Wahrheit?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 431
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732554263
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Everything you told me
    Größe: 1474 kBytes
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Pfad der Lügen

Kapitel 1

"Hey. Wachen Sie auf, bitte! Sie müssen jetzt aufwachen!"

Die Stimme des Mannes klingt merkwürdig fern. Ich versuche, zu tun, was er sagt, aber meine Augen fühlen sich an, als wären sie zusammengeklebt - als hätte ich gestern Abend beim Abschminken die Wimperntusche vergessen. Dennoch zwinge ich meine Lider auseinander und blinzle; unmittelbar vor mir befindet sich die verschwommene Form eines Kopfes, von hinten beleuchtet von einer kleinen, hellen Deckenlampe. Ich starre den Kopf benommen an und versuche, mich zu konzentrieren.

"Sie müssen aus dem Wagen steigen!"

Ich bewege mich - und sofort sagt mir ein scharfer Schmerz hinten im Nacken, an der Schädelbasis, dass es keine gute Idee ist, zu lange in einer bestimmten Haltung zu verharren. Ich liege unbequem quer über dem Rücksitz, meinen Kopf gegen die linke hintere Beifahrertür gedrückt, mein Kinn auf der Brust. Ich unternehme den Versuch, mich aufzusetzen, doch meine Hände greifen ins Leere, und ich rutsche noch ein bisschen weiter nach unten, bis es mir schließlich gelingt, mit der Rechten den Beifahrersitz vor mir zu packen, mich mit der Linken abzustützen und mich hochzuziehen. Mein Gott - einen so üblen Kater hatte ich seit fast zwanzig Jahren nicht mehr; damals war ich noch Studentin. Ich stöhne und reibe mir den Kopf, ehe ich verwirrt an mir hinuntersehe. Ich trage einen Schlafanzug, die Wachsjacke, die mein Mann gern meinen "Mumienmantel" nennt, und ein Paar alte Turnschuhe.

"Wo bin ich?" Meine Stimme klingt undeutlich. Ich lalle. Ich kann es hören. Ich kann es fühlen, als wäre meine Zunge eine fette, nutzlose Schnecke.

"Wir sind da."

Ja, aber wo ist das? Ich schaue mich vollkommen orientierungslos um. Draußen ist es dunkel. Ich wende mich wieder dem verschwommenen Kopf zu.

"Sie müssen mich jetzt bezahlen."

Er hat einen fremdländischen Akzent, den ich nicht zuordnen kann.

"Jetzt bezahlen Sie mich schon. Vierhundert Pfund."

Hat er gerade vierhundert Pfund gesagt?

"In Ihrer Tasche." Er deutet ungeduldig darauf.

Ich starre ihn begriffsstutzig an; mein Mund steht einen Spaltbreit offen. Er ist jung - erst Mitte zwanzig -, dünn, mit einer eingesunkenen Brust unter einem billigen, schmuddeligen Pullover. Sein Haar ist dunkel und fettig, und sein Blick zuckt hin und her, während er unruhig auf sein Geld wartet. "Kommen Sie schon!" Er reibt Daumen und Zeigefinger aneinander und zeigt erneut auf meine Jacke.

Ich greife langsam in eine der Taschen, und zu meiner Überraschung hole ich ein stattliches Bündel fest zusammengerollter Geldscheine daraus hervor, mit einem Gummiband um die Mitte.

"Ah!", ruft er zufrieden. Gehorsam halte ich ihm das Bündel hin, das er mir beinahe aus den Fingern reißt. Er streift das Gummiband ab und blättert rasch durch die Banknoten, ehe er murmelnd das Geld zählt. "Genau vierhundert Pfund. Danke Ihnen." Er hebt die Hand und schaltet die Innenbeleuchtung aus.

Einen Moment lang bin ich blind. Dann beginnen sich meine Augen an die veränderten Lichtverhältnisse zu gewöhnen, und ich erkenne, dass es draußen langsam hell wird. Der Himmel ist stahlblau und geht dann - fast schon zu perfekt - erst in gelbe, dann in orangene Farbtöne über, als wäre das Ganze ein Airbrush-Kunstwerk. Mein Blick fällt auf die dunkle Linie des Horizonts, die sich durch das Orange zieht - hin zu einer weiten Fläche aus Indigoblau und Silber. Das Meer. Ich keuche verblüfft, als mir klar wird, dass wir auf einer Klippe stehen, die über einer Bucht aufragt. Die Flut ist da und rollt unermüdlich auf einen kleinen, offenen Strandabschnitt rechts von mir. Auf der gegenüberliegenden Seite des Hügels steht ein großes Hotel; sämtliche Fenster im Erdgeschoss sind hell erleuchtet. Vermutlich ist das Personal gerade dabei, alles für den kommenden Tag vorzubereiten, solange die Gäste noch schlafen. Ich kenne diesen Ort,

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