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Post Mortem Kay Scarpettas erster Fall von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2009
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Post Mortem

Dr. Kay Scarpetta untersucht als Leiterin der Gerichtsmedizin die Opfer eines mehrfachen Frauenmörders, der in Virginia sein Unwesen treibt. Doch plötzlich werden die Ermittlungen auf mysteriöse Weise gestört. Als ein weiterer Mord geschieht, will Scarpetta dem Täter eine Falle stellen - und gerät dabei selbst in Lebensgefahr. Post Mortem führte die Welt der Gerichtsmedizin in die Spannungsliteratur ein und trug maßgeblich dazu bei, Patricia Cornwell zur 'erfolgreichsten Thrillerautorin der Welt' (Der Spiegel) zu machen. Die deutsche Ausgabe erschien unter den Titeln Mord am Samstagmorgen und Ein Fall für Kay Scarpetta. 'Ein grandioses, spannungsgeladenes Debüt, in dem sogar die wissenschaftlichen Details packend beschrieben sind.' The Times

Patricia Cornwell, 1956 in Miami, Florida, geboren, arbeitete als Polizeireporterin und in der Rechtsmedizin, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren bahnbrechenden Thrillern um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta begann. Ihre Bücher wurden mit allen renommierten Preisen ausgezeichnet und sind weltweit Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 380
    Erscheinungsdatum: 12.05.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455402254
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Serie: Kay Scarpetta Bd.1
    Originaltitel: Postmortem
    Größe: 798 kBytes
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Post Mortem

2

Das weiße Zifferblatt hing wie ein Vollmond am dunklen Himmel, hoch über den Gewölben des alten Bahnhofs, den Gleisen und der Überführung. Die Zeiger der riesigen Uhr waren stehengeblieben, als der letzte Passagierzug vor vielen Jahren hier gehalten hatte. Es war um zwölf Uhr siebzehn gewesen. Es würde immer zwölf Uhr siebzehn an diesem Ende der Stadt sein, wo das städtische Gesundheitswesen beschlossen hatte, ein Krankenhaus für die Toten zu errichten.

Hier war die Zeit stehengeblieben. Gebäude wurden aufgebaut und wieder niedergerissen. Verkehr und Güterzüge krachen und dröhnen wie ein fernes, mürrisches Meer. Die Erde ist voll von unkrautbewachsenem Dreck, voller Trümmer, wo nichts mehr wächst und wo es keine Lichter mehr gibt, wenn es dunkel geworden ist. Hier bewegt sich nichts mehr, außer den Lastwagenfahrern und den Reisenden und den Zügen, die auf ihren Wegen aus Beton und Eisen dahinziehen.

Das weiße Zifferblatt starrte mich an, als ich durch die Dunkelheit fuhr, starrte mich an wie das Gesicht in meinem Traum.

Ich lenkte den Kombi durch ein Tor in dem Drahtzaun und parkte hinter dem Gebäude, in dem ich jeden Tag der vergangenen zwei Jahre zugebracht hatte. Der einzige Dienstwagen, der außer meinem auf dem Platz stand, war der graue Plymouth von Neils Vander, dem Fingerabdruckspezialisten. Ich hatte ihn sofort, nachdem Marino mich angerufen hatte, verständigt. Nach dem zweiten Mord war es zu einem Prinzip geworden, sofort zu handeln. Ein weiteres Prinzip war das, dass Vander sofort zu mir ins Leichenschauhaus kommen sollte. Inzwischen war er im Röntgenraum und setzte den Laser in Betrieb.

Aus der Vorhalle schien Licht auf die Straße, und zwei Sanitäter zogen eine Bahre mit einem schwarzen Leichensack aus dem Laderaum eines Krankenwagens. Solche Lieferungen kamen die ganze Nacht hindurch an. Jeder, der in Central Virginia eines gewaltsamen, plötzlichen oder eigenartigen Todes starb, wurde hierher gebracht, egal zu welcher Uhrzeit.

Die jungen Männer in ihren Overalls sahen überrascht aus, als sie bemerkten, dass ich durch die Vorhalle kam und ihnen die Tür, die ins Innere des Gebäudes führte, aufhielt.

"Sie sind früh auf, Doc."

"Selbstmord aus Mecklenburg", sagte der andere Sanitäter bereitwillig. "Hat sich vor einen Zug geworfen. Ist über hundert Meter weit mitgeschleift worden."

"Ja, ja. Nicht mehr viel übrig ..."

Die Bahre holperte durch die offene Tür und in den weiß tapezierten Korridor. Der Leichensack schien defekt zu sein oder gerissen. Blut tropfte durch die Unterlage der Bahre hindurch und hinterließ eine rote Spur auf dem Boden.

Das Leichenschauhaus hatte einen spezifischen Geruch, den muffigen Gestank des Todes, den keine noch so große Menge von Duftspray überdecken konnte. Wenn man mich mit verbundenen Augen hierhergebracht hätte, wüsste ich sofort, wo ich mich befand. In diesen frühen Morgenstunden war der Geruch noch scheußlicher, noch unerträglicher als sonst. Die Bahre klapperte laut durch die Halle, als die Sanitäter das Selbstmordopfer zu dem Kühlraum trugen.

Ich ging direkt in das Büro des Leichenschauhauses, wo Fred, der Sicherheitsbeamte, Kaffee aus einem Styroporbecher nippte und darauf wartete, dass die Leute von dem Krankenwagen die Leiche in eine Liste eintrugen. Er saß auf der Ecke des Tisches und hatte sich nach unten gebeugt, damit er nichts sehen konnte, wie er es immer tat, wenn eine Leiche gebracht wurde. Selbst wenn man eine Pistole an seinen Kopf halten würde, könnte man ihn nicht dazu bewegen, irgendjemanden in den Kühlraum zu bringen. Markierunge

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