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Preludio 11 Roman von Schreyer, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2012
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Preludio 11

Preludio 11 ist der Deckname eines Kommandounternehmens zur Vorbereitung der Intervention an der Südküste Kubas Anfang der sechziger Jahre. Eine Gruppe Emigranten, Abenteurer und Feinde der Revolution wird in der Sierra del Mico, einer abgelegenen, gebirgigen Gegend, abgesetzt. Der Trupp soll das Einsatzgebiet aufklären, Informationen sammeln und den Boden für das spätere Eingreifen der Hauptkräfte vorbereiten. Die Feinde haben aber ihre Rechnung ohne die Wachsamkeit und den Kampfesmut einfacher kubanischer Menschen gemacht... Ein spannender Aktionsroman von 1964, dessen Authentizität überzeugend wirkt und den heutigen Leser immer noch anspricht. Wolfgang Schreyer schrieb auch das Drehbuch zu dem gleichnamigen DEFA-Film (Gemeinschaftsproduktion mit Kuba) von 1964 (Regie: Kurt Mätzig). Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 379
    Erscheinungsdatum: 22.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863940959
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 607 kBytes
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Preludio 11

Barro sprang als letzter, er musste den Überblick behalten. "Marsmenschen greifen an!", hatte er den anderen zugerufen, nun sauste er ihnen wie die letzte Bombe eines Reihenwurfs nach. Der Wind schlug ihm den Atem weg. Unten flammten Dutzende von Fallschirmen auf, sie blähten sich und segelten auf die Betonbahn los. Ein sauberer Wurf! Und jetzt der erwartete Ruck, die knatternde Seide über ihm. Er versuchte, die Richtung abzuschätzen. Trieb es ihn nicht nach links? Er riss an den Fangschnüren, wie sie es gelernt hatten. Sein Zug war die Elite von San Ambrosio, Nahkampf- und Zielsprungartisten, wie sie es nie zuvor auf Cuba gab, und er hatte es nun am schwersten. Während die beiden anderen Züge über dem Nord- und dem Südufer niedergingen, sollte er unmittelbar auf die Brücke fallen. Das war tollkühn, ganz nach seinem Geschmack. Selbst wenn die Hälfte das Ziel verfehlte - der Rest reichte aus. Zustoßen, niederknallen, Entsetzen verbreiten! In ihrem gescheckten Kampfanzug und dem Sturzhelm sahen die Männer kaum noch menschenähnlich aus. Sie fielen aus der Luft wie Krieger von einem fremden Stern. Der erste glitt hart am Geländer vorbei. Die Fahrbahn war völlig leer. Barro erkannte schon den Trennstreifen in der Mitte. So ein Handstreich glich in vielem ganz dem normalen Leben. Solange man zügig vorankam, wich einem der Gegner aus; ging es aber schief, fiel er über einen her. Hier freilich konnte nichts schief gehen. Tumba Cuatro war eine sichere Beute. Nachdem der Funkspruch aus Habana vorlag, hatten die Infrarotaufnahmen eines Nachtaufklärers bestätigt: Die Brücke war frei, bis auf einen Doppelposten und dessen Ablösung. Mit zwanzigfacher Übermacht stürzten die Marskrieger in drei Ketten aus Seide, Muskeln und Stahl darauf herab. Unter seiner Fußspitze lag das Postenhaus. Jemand lief davon weg. Barro hob die Maschinenpistole; er hatte gelernt, im Fallen zu zielen. Lauf nur im Zickzack, Fidelista, gleich stirbst du! So jagt ein Habicht eine Maus. Dort eine zweite Gestalt, sie hob die Arme, es blitzte ihm entgegen; der Tanz begann. Doch ehe er abdrücken konnte, schoben sich Fallschirme vor das Ziel. Vier oder fünf seiner Leute schwebten schräg auf den Schützen zu, und jetzt schossen sie zurück. Rasendes Geknall. Barro fiebert, er kann nichts erkennen. Verdammt, denkt er, sie machen ihn fertig und vergessen darüber das Steuern. Zwei treiben schon ab, rutschen neben der Fahrbahn weg. Zieht an den Schnüren, Jungs, schaukelt doch ein bisschen! Der Rausch hat sie gepackt. Das Postenhaus ist eine Qualmwolke, Rolando muss die Bazooka abgefeuert haben. Hurra, das Ding bricht auseinander, Trümmer kippen übers Geländer. Ein Gruß vom Mars, bravo! Aber vergesst nicht die Landetechnik, will er ihnen zuschreien. Verlagert euer Gewicht, sonst fallt ihr auch daneben. Nein, einer hat Fuß gefasst, noch einer, drei Mann fast gleichzeitig... Barro sieht: Der erste wirft die Gurte ab, kriecht bis zum Trennstreifen und bleibt bäuchlings liegen; was ist los Jungs, hoch! Der zweite springt wie eine Heuschrecke, duckt sich, schießt, schnellt auf den Fidelista zu; seinen Fallschirm weht es weg, der hüllt den anderen ein wie ein Leichentuch. Der dritte wird seinen Schirm nicht los, er ist zusammengesackt; der Stoff wölbt sich, die Schnüre werden straff, sie schleifen ihn rückwärts über den Straßenbelag. Weshalb bläht sich der Schirm, haben wir solchen Wind? Vom Nordufer her rollt ein Lastwagen auf die Brücke. Wieso hat der erste Zug ihn durchgelassen? Barro sucht den ersten Zug, er kann ihn nicht finden. Kein Fallschirm auf dem Nordufer. Dafür ist der Talgrund links mit Seidenglocken übersät; soll das etwa... Der Lastwagen schleudert, sie haben ihn gestoppt, der Fahrer stürzt heraus, fällt hin. Ein Zivilist, der wird uns nicht gefährlich... Das Betonband wächst auf ihn zu, wenn er nicht aufpasst, rutscht er selbst dran vorbei. Er manövriert angestrengt. Eine Bö bläst den Trennstreifen weg, den er an

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