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Puppentanz Kriminalroman von Bürkl, Anni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.07.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Puppentanz

Am Altausseer See ist ein Bauprojekt im Naturschutzgebiet geplant. Teelady Berenike Roither engagiert sich mit vielen Ausseern gegen dieses Vorhaben. Da stürzt einer der Gegner beim Kaiser-Geburtstag in Bad Ischl in seinem Paragleiter ab. Er ist tot. Alle sprechen zunächst von einem tragischen Unfall. Doch genügend Leute hätten ein Motiv, ihn aus dem Weg zu räumen. Als ein weiterer vermeintlicher Unfall mit einem Kajak passiert und unheimliche, mit Nadeln gespickte Puppen auftauchen, wird klar, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Anni Bürkl, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Ghostwriter in Wien. Im Ausseerland, wo sie sich im Sommer gerne aufhält, schreibt sie am liebsten. 2003 wurde sie mit dem Theodor-Körner-Förderungspreis ausgezeichnet. 2010 erhielt sie das Krimi-Stipendium "Trio Mortale" der Stadt Wiesbaden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 249
    Erscheinungsdatum: 06.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839250907
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2572 kBytes
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Puppentanz

3. Kapitel

Abenddämmerung kroch über den Altausseer See herein, mischte sich mit den auch hier dunklen Wolken.

... Zauberwelt ...

Die Berge spiegelten ihre scharfen Konturen im glatten See. Windstill war es und kühl. Kühler, viel kühler als in Wien. Tief sog Berenike die würzige Luft auf, als sie nach der kurzen Fahrt mit dem Taxi vom Bahnhof in Bad Aussee herauf nach Altaussee zu ihrem Wohnhaus ging. In der Dunkelheit betrat sie versehentlich den geheiligten Rasen von Frau Gasperl, ihrer Vermieterin. Wie weich das Gras war! Und wie intensiv die Erde duftete! Am alten Holzhaus lehnte verlassen eine Leiter, die bis zum Dach reichte, Holzscheite lagen davor herum. Vermutlich Ausbesserungsarbeiten.

Berenike blieb stehen und blickte den Abhang hinunter zum See, der wie eine dunkle Verlockung dalag. Wie behütet war er von den Bergen mit ihren dunklen Wäldern und überdacht von einem dunkelgrauen Himmel.

Nach einem letzten Blick schlich sich Berenike leise ins Haus und schloss die immer ein wenig knarrende Eingangstür von drinnen ab. Auf Zehenspitzen ging sie an der Tür ihrer Vermieterin vorbei, die Treppe hinauf in den oberen Stock, wo sie eine Wohnung gemietet hatte. Vorbei an der Buddha-Statue, die sie bei ihrem Einzug aufgestellt hatte, gelangte sie, unbehelligt von Frau Gasperl, in ihre Wohnung. Ob die Vermieterin etwas Neues über das angebliche Bauprojekt wusste? Sie kannte immer jeden Klatsch und Tratsch, ob wahr oder nicht. Aber heute hatte Berenike keine Lust mehr, bei Frau Gasperl zu klopfen, sie war zu müde, um mit der gesprächigen alten Frau endlos zu quatschen.

Nachdenklich steckte Berenike den Schlüssel ins Schloss, sperrte auf und schob sich mit ihren Siebensachen hinein. Die Wohnung lag im Dunkel und roch muffig. Drei Schatten kamen auf sie zugeschossen und rieben schnurrend ihre Köpfe an Berenikes Beinen.

"Ja, ich habe euch auch vermisst!", rief sie lachend, stellte ihr Gepäck ab und tastete nach dem Lichtschalter. Endlich wurde es hell. Drei Katzenköpfe guckten erwartungsvoll zu ihr auf, bis sich Berenike bückte und sie zu streicheln begann. Wie hatte sie ihr weiches Fell vermisst, und erst diese Anschmiegsamkeit! Und Miss Marple's leises Miauen, als würde sie fragen, wo denn Jonas sei.

"Er kommt ja bald", sagte Berenike lächelnd und streichelte die kleinste der Katzen. Hoffentlich.

Sie streifte die Schuhe von den Füßen und tappte in die Küche. Die Katzen folgten. "Also gut, ihr zuerst!"

Sie füllte die leeren Futterschüsseln, auf die sich die kleinen Detektive sofort stürzten, und stellte dann für sich selbst Teewasser auf. Ihre Bewegungen kamen ihr langsam vor, die Müdigkeit infolge der langen Reise saß ihr in allen Knochen. Gleichzeitig war ihr Kopf überwach. Was war das nun wirklich für ein Bauprojekt bei der Seewiese?

Nachdenklich sah sie ihre Teedosen an und wählte schließlich Kamille, schön beruhigend und wohlschmeckend. Sie nahm eine Handvoll der getrockneten gelben Blüten und gab sie in einen Filter. Dazu wählte sie eine bauchige alte Tasse mit Rosenmuster, die von ihrer Oma stammte. Der Roither-Oma, eine andere hatte es für Berenike nie gegeben. Über deren Leben hatten sie erst vor Kurzem auf ihrer Pragreise ganz neue Dinge erfahren.

Das Wasser kochte, Berenike ließ es kurz auskühlen und goss dann auf. Wie das duftete! Wie in Kindheitstagen.

Hunger hatte Berenike nicht. Sie ging mit der Tasse ins Schlafzimmer und stellte sie neben das Bett aufs Nachtkästchen. Die erste Nacht zurück in ihrem eigenen Reich. Glücklich sank Berenike in ihre Kissen, die Katzen folgten.

Am Morgen kroch grau der Nebel bis vors Haus. Er war so dicht und nahe, dass man kaum die Wiese des Nachbarn auf der anderen Straßenseite erkennen konnte. Kuhglocken und manchmal ein Muhen tönten herüber, ohne dass die Tiere zu sehen waren.

Berenike beschloss, zu Fuß hinunter in den Ort zu ihrem S

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