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Racheherbst Walter Pulaski 2 - Thriller von Gruber, Andreas (eBook)

  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Racheherbst

Unter einer Leipziger Brücke wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau angespült. Walter Pulaski, zynischer Ermittler bei der Polizei, merkt schnell, dass der Mord an der Prostituierten Natalie bei seinen Kollegen nicht die höchste Priorität genießt. Er recherchiert auf eigene Faust - an seiner Seite Natalies Mutter Mikaela, die um jeden Preis den Tod ihrer Tochter rächen will. Gemeinsam stoßen sie auf die blutige Fährte eines Serienmörders, die sich über Prag und Passau bis nach Wien zieht. Dort hat die junge Anwältin Evelyn Meyers gerade ihren ersten eigenen Fall als Strafverteidigerin übernommen. Es geht um einen brutalen Frauenmord - und eine fatale Fehleinschätzung lässt Evelyn um ein Haar selbst zum nächsten Opfer werden ... Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Mit seinen bereits mehrfach preisgekrönten Romanen steht er regelmäßig auf der Bestsellerliste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641153113
    Verlag: Goldmann
    Serie: Walter Pulaski 2
    Größe: 3459 kBytes
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Racheherbst

PROLOG

Die Musik in der Bar war viel zu laut. Carla musste sich zu Jo herüberbeugen, damit sie überhaupt etwas verstand.

"Kommst du noch mit zu mir?", fragte er.

Das ist der Moment, in dem sich alles entscheidet.

Sollte sie sich zieren oder nicht? Jo war fünfzig Jahre alt - knapp doppelt so alt wie sie - und stand bestimmt nicht auf Frauen, die nicht wussten, was sie wollten. Andererseits sollte er auch nicht den Eindruck bekommen, dass sie gleich mit jedem nach dem dritten Date ins Bett stieg. Allerdings war er auch nicht jeder. Eigentlich hieß er Johannes, war Chirurg am Wiener Allgemeinen Krankenhaus, äußerst durchtrainiert, weil er jedes Jahr beim Wien-Marathon mitlief, und sah mit seinem braun gebrannten Teint und dem grau melierten Haar wie ein Schauspieler aus.

Aber für Carla war das Wichtigste, dass Jo nach diesem Treffen seinen Internet-Account bei der Partnerbörse Sie sucht Ihn, Alt sucht Jung stilllegen würde. Diesen Mann würde sie nicht mehr so leicht vom Haken lassen.

"Gerne", antwortete sie. "Hier ist es mir ohnehin zu laut, und der Rauch brennt schon in den Augen."

Jo zwinkerte ihr zu. Er war nämlich Nichtraucher, also hatte Carla sich das Rauchen vor zwei Stunden abgewöhnt. Er zahlte, reichte ihr den Arm, sie hakte sich unter und ließ sich von ihm aus der Bar führen.

Samstagabend, kurz nach elf Uhr war die Wiener Innenstadt immer noch belebt. Obwohl es Ende Oktober war, wehte eine laue Brise durch die Nacht. Studenten und Touristen drängelten sich mit Zigaretten in der Hand unter den Heizkanonen vor den Lokalen und unterhielten sich. Dumpfe Bässe drangen aus den Bars.

Jo führte Carla durch die Menschenmenge, und schon bald spazierten sie durch eine einsame Seitengasse.

"Mir ist ein bisschen kalt."

Kommentarlos legte Jo den Arm um ihre Schulter, und sie schmiegte sich an ihn. Die Stimmung war einfach perfekt. Jo trug keinen Ehering, es zeichnete sich nicht mal ein heller Strich auf der gebräunten Haut seines Fingers ab. Wie er Carla erzählt hatte, war seine Frau vor zehn Jahren gestorben. Kinder hatten sie keine gehabt, und so lebte er seitdem allein. Weil er einfach noch nicht die Richtige gefunden hatte. Es war eben verdammt schwierig, den richtigen Partner zu finden - damit hatte sie Erfahrung.

Sie hatte erst kürzlich einen Mann im Internet kennengelernt, und auch der hatte sie nach dem dritten Treffen zu sich nach Hause eingeladen. Tolle Wohnung, Toplage im ersten Bezirk - aber der Kerl war eine Enttäuschung gewesen. Jo hingegen war gebildet, zuvorkommend, hatte Manieren und ging nicht gleich mit der Brechstange auf sie los, um sie ins Bett zu kriegen. Er würde ihr sicher zunächst aus seiner Hausbar einen Drink mixen, sie dann auf den Balkon führen und sich mit ihr unter eine Decke auf die Korbstühle kuscheln, um über das Leben und ihre Träume zu philosophieren. Sie liebte solche Männer.

Sie kamen an einer Litfaßsäule vorbei und gingen in eine schmale Seitengasse. Carla kannte die Gegend und auch das aufgelassene Kino, in dessen Schaufenster vergilbte Filmplakate hingen. Die Leuchtreklame war schon lange außer Betrieb. Zu Vermieten stand in breiten Lettern auf einer Scheibe.

Jo schlug exakt denselben Weg ein, den Carla vor ein paar Tagen schon einmal gegangen war. Sie hielten vor einem Torbogen, und Jo kramte einen Schlüsselbund aus dem Mantel.

Carlas Körper verspannte sich. Sie blickte sich um. " Hier wohnst du?"

"Ich weiß, keine besonders belebte Gegend, aber ich mag es ruhig."

Ja, hier ist es ruhig. Und ich kenne dieses Haus.

Die Beleuchtung im Treppenhaus ging automatisch an, und Jo führte sie am Abstellplatz für Fahrräder und Kinderwagen vorbei. Er holte den Fahrstuhl.

In genau diesem Gebäude wohnte auch der Typ, mit dem sie sich erst vor ein paar Tagen getroffen hatte.

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