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RAUKOPF Thriller von Pietsch, Thorsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2017
  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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RAUKOPF

Das Massaker am Mandelblütenweg sollte als das grausamste Attentat in die jüngere Geschichte der deutschen Kirche eingehen. Bei einem Überfall auf den katholischen Sankt-Zacharias-Orden sterben sieben Gläubige im Kugelhagel. Nadeschda Janzen und Torben Lehmann ermitteln für die Berliner Mordkommission und stoßen hinter modernen Klostermauern auf Spiritualität und Argwohn, Zölibat und Missbrauch... und auf die mutmaßlichen Sünden eines vergangenen Lebens. Der Roman thematisiert einerseits die Misshandlungen in der katholischen Kirche und ihre Sexualmoral. Andererseits verschmilzt das Motiv mit den provokanten Bekenntnissen eines Mönchs, der seine früheren Abenteuer Revue passieren lässt und damit seinen konsequenten Weg ins späte zölibatäre Leben schildert. - "Meine Amouren wollten tanzen. Immerzu tanzen. Fressen, saufen und tanzen. Fraßen fremdes Brot, soffen fremden Wein. Soffen meinen Samen. Allesfresser! Die Fratze des Wahnsinns stand mehrfach neben mir und grinste mir unverhohlen ins Gesicht. Folgenschwere törichte Emotionen. Tiefe Wunden, die allein auf der Libido beruhen. Der wahre Tanz um das Goldene Kalb!" (Zitat aus RAUKOPF) - Rezension: "Steile Story! Schon fast pornografisch... Der Stoff ist umwerfend, die Machart innovativ." Thorsten Pietsch wurde in Schleswig-Holstein geboren, machte sein Abitur in Hamburg und studierte an der Freien Universität in Berlin Kommunikationswissenschaften und Soziologie. Nach zwanzig Jahren als freier Journalist lebt er mittlerweile als Familienvater und Buchautor in Berlin. Seine ersten Krimis veröffentlichte er unter seinem Pseudonym André Bawar, seit 2015 publiziert er nur mehr unter seinem Klarnamen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 249
    Erscheinungsdatum: 17.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742777478
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 867 kBytes
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RAUKOPF

1.0 M A S S A K E R

Eine hölzerne Jesusgestalt schaute vom Mauerwerk auf den Kreuzgang hinab. Purpurrote Schleifspuren auf verschnörkelten Bodenmosaiken. Kreide markierte diverse Stapfen und Schlieren. Hauptkommissarin Nadeschda Janzen schritt an einer reichen Bibliothek vorüber. Am Ende des Flurs war die Tür zum Schulungsraum angelehnt. Im engen Rund des Noviziats arbeiteten ihre Kollegen in den Einwegoveralls an der Sicherung relevanter Spuren. Flüchtig gesehen unterschieden sie sich von den Opfern nur durch die Rückenlettern ihrer Bekleidung, die sie als Angehörige der Polizei kennzeichneten. Die Kommissarin schlüpfte ebenfalls in einen solchen Schutzanzug. Ihr offenbarten sich drei männliche Leichen in blütenweißer Ordenstracht. Eine saß auf einem Stuhl, den Oberkörper vornüber geneigt, das Gesicht nicht zu erkennen, weil die Stirn abgestützt auf einem offenen Buch. Womöglich durch die Wucht der Schüsse war eine andere samt Sitzelement rücklings auf den Steinfußboden gestürzt, der Schädel aufgeplatzt, eine Blutlache umsäumte das bleiche Antlitz. Leichnam Nummer drei lag zwischen den Lesetischen. Die Robe war an der Vorderseite zerfetzt, mehrere zerfaserte Einschusslöcher.

Janzen blickte sich um. Die Fenster waren geschlossen. Sie verabscheute abgestandene Luft.

Ein Tatortfotograf blickte durch den Sucher seiner Spiegelreflex, dokumentierte routiniert das Grauen: Opfer, Spuren, Lage der Spuren zueinander.

Torben Lehmann stand an der gegenüberliegenden Tür und winkte stumm seine Kollegin herbei.

Der angrenzende Bereich war der Meditationsraum des Klosters. Weißgetünchte Wände, winzige scharlachrote Spritzer. Niedriger als das Studierzimmer, in der Decke ein vergitterter Luftschacht, an einer Längsseite das Fenster zum Hof. Auf flachen Holzschemeln, die einen Halbkreis um Wandkruzifix und Altar bildeten, knieten drei weitere Ordensbrüder; die Körper versunken, in merkwürdig stabiler Haltung. Lehmann deutete auf die Roben - jeweils Einschusslöcher im Nackenbereich.

Wie zu Salzsäulen erstarrt, dachte Janzen, wenn der Vergleich auch hinkte.

Allein der siebte Mönch war von der Meditationsstütze gekippt und lag zwischen zwei Schemeln, sein Schädel in einer Blutpfütze.

"Verdammte Hölle", sagte Torben Lehmann. Er fuhr mit einer Hand durch sein blondes Kurzhaar, zog dann die Kapuze seines Overalls über den Kopf.

"Keine Flüche unterm Kreuz", ermahnte ihn Nadeschda Janzen.

"Sag bloß, du bist religiös?" Ihr Kollege guckte ungläubig.

"Wie man's nimmt", antwortete sie. "Aber um mich geht's hier nicht."

Janzen und Lehmann arbeiteten seit vier Jahren in den gleichen Dezernaten. Zuerst bei der Mordkommission in Spandau und als diese letzten Sommer aufgelöst wurde, ließen sie sich auf vakante Stellen der 1. Mordkommission im Bezirk Tiergarten versetzen.

"Hätte nicht gedacht, dass es überhaupt so etwas wie Klöster in Berlin gibt."

"Nur wenige. Vielleicht eine Handvoll."

Hauptkommissarin Nadeschda Janzen stand vor ihrem vierzigsten Geburtstag. Sie war drahtig, durchtrainiert, ohne die weiblichen Reize zu leugnen, die schulterlangen schwarzen Haare meist zu einem kurzen Zopf zusammengebunden. Wann immer der enge Dienstplan es zuließ, hielt sie sich mit Jogging, Tai Chi und Yoga fit.

"Ist die Ringfahndung eingeleitet?"

"Straßensperren rund um Berlin, das volle Programm", antwortete er. "SEK-Kontrollen an allen Ein- und Ausfallstraßen. Zehn Kilometer im Radius um den Tatort."

Kommissar Torben Lehmann teilte ihr Faible fürs Sportliche, wenn er sich auch zur Fraktion der muskulöseren Athleten zählte. Karate und Bodybuilding hießen seine favorisierten Leidenschaften. Janzen schätzte ihren fünf Jahre jüngeren Kollegen nicht nur, sie mochte ihn. Und er wusste das. Dennoch trennten sie alles Private vom Dienstlichen.

"Sieben gottesfürchtige Mönche", fuhr Lehmann fort, "eiskalt liquidiert. Ke

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