text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

RETROGRAD So gut wie tot von Datura, Paul (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

RETROGRAD

Dem ersten weiáen Rapper Falco wird das Zitat nachgesagt: ¯Wer sich an die 80er erinnern kann, hat sie nicht erlebt.® P. geht es ganz "hnlich. Er meint, eine genaue Erinnerung an diese Zeit zu haben und ist mit dieser Erinnerung inzwischen ber f nfzig Jahre alt geworden. Er hat sich mit der Gesellschaft arrangiert und lebt ein ¯normales® Leben. Ein gesundheitlicher Zusammenbruch sp lt aber ganz andere Erinnerungen ber diese Zeit an die Oberfl"che. Unfassbare Erlebnisse, die durch eine retrograde Amnesie, ein unfallbedingter Ged"chnisverlust, verschwunden waren, werfen Fragen auf. Fragen, die sein Selbstverst"ndnis komplett in einem neuen Licht erscheinen lassen. In seiner Jugend hat er sch"ne Frauen kennengelernt und hat sich von ihnen um den Finger wickeln lassen. Er hat sich mit gewissenlosen Verbrechern und M"rdern eine gnadenlose Jagd ohne eine Atempause geliefert. Und er war die Beute dieser Jagd. Das alles hatte er all die Jahre einfach vergessen... Paul Datura ist in den 60er Jahren geboren und in den 70er und 80er Jahren von vielen sch"nen, aber auch h"sslichen, auf jeden Fall beeindruckenden Erlebnissen gepr"gt worden. Diese Erfahrungen m"chte er gerne mit seinen Lesern teilen. Deshalb beschreibt er auch die Abenteuer von P., der ein Zeitgenosse des Autors ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 217
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742754875
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 306 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

RETROGRAD

Kaltstart

Er lehnte sich an die Theke der Bar "Bei Toni" und hatte gerade seinen zweiten Carajillo ziemlich schnell nach dem ersten getrunken. Mit seinen einmeterneunzig musste er sich ein wenig rund machen, um sich müde auf die Theke stützen zu können. Er sah mit den kräftigen breiten Schultern und seinen braunen Haaren ganz gut aus. Um die braunen Augen waren jedoch dunkle Ringe zu sehen. Offensichtlich total übernächtigt sah P. trotz seiner nur 25 Lenze eher zehn Jahre älter aus.
'Kaltstart', dachte er und hatte ein bisschen weiche Knie, als ihm das Koffein und der Alkohol so durch die Blutbahn flutete. Er hatte eine ziemlich harte Woche hinter sich. Jeden Tag unterwegs bis in die Puppen. Das Aufstehen, um zur Arbeit zu gehen war hart. Heimkommen und tot auf dem Sofa verenden wollte er auf keinen Fall. Deshalb war er heute hier und hatte diese kleinen Muntermacher bestellt. Espresso mit Cognac.
Er wollte auch seinen Urlaub feiern. Er hatte jetzt drei Wochen frei! Geplant hatte er noch nichts. Aber bisher hatte sich ihm anstatt einer Urlaubsplanung immer irgendetwas aufgedrängt. Spontan an das Mittelmeer fahren oder etwas in der Art. Zur Not konnte er auch hier in der Bar Urlaub machen. Insgesamt musste er vielleicht auch deshalb noch ziemlich an seiner Feierlaune arbeiten. Eigentlich war er schlecht gelaunt und müde.
Die Bar war mäßig besucht. Hinter der Theke war Christoph am Arbeiten. Christoph konnte wunderbare Drinks mischen. Mit der Mischerei und dem ganzen Drumherum machte er die Mädels ganz wuschig. Christoph könnte niemals einen Drink normal einschenken. Er musste die ganze Rezeptur aus zerstoßenen Eis mit verschiedenen Zitrusfrüchten und irgendwelchen aromatischen Blättern immer mit großem Hallo durch das Edelstahlsieb in die dekorierten Gläser gießen. Dabei hatte er ziemlich Spaß. Und die Mädels auch. Der Chef der Bar war Toni. In solchen Bars hießen die Chefs eigentlich immer Toni oder Luigi. Manchmal auch Hakan, aber diese Bars waren seltener. Dieser hier hieß Toni und überzeugte durch eine überhebliche Blasiertheit neue Gäste davon, dass sie echt bevorzugt behandelt wurden, wenn er sie überhaupt bemerkte. Naja egal. Auf jeden Fall war er hier und würde nicht nach Hause gehen.

Die nette Dunkelhaarige mit den braunen Augen war ihm schon beim Hereinkommen aufgefallen. Sie hatte sich sofort von Christoph vereinnahmen lassen und einen exotischen Drink mit Kokosrand und Hütchen vor sich stehen. Allerdings konnte der goldlockige Christoph ihre Aufmerksamkeit nicht lange auf sich ziehen. Sie hatte sich umgedreht und saß mit dem Rücken an die Theke gelehnt auf dem Barhocker. Christoph machte sich mit einer professionellen Fröhlichkeit an die üblichen Arbeiten hinter der Theke. Und drehte die Musik um einiges lauter. Guter Sound eigentlich. Schade nur, dass man sich so nicht ein kleines Bisschen unterhalten konnte. Bei seiner Laune wäre eine Unterhaltung aber sowieso zu viel verlangt. Oder für andere schwer zu ertragen. Als er sich wieder umdrehte und nach der netten Braunäugigen schauen wollte, war sie weg. Es stand nur noch ein halbvolles Glas auf der Theke. Hütchen und Röhrchen lagen daneben. 'Also hat sich dieses Thema ja wieder von alleine erledigt', dachte er bitter und wandte sich wieder seinem Getränk zu. Außerdem zündete er sich eine Zigarette an und blies den Rauch an die Decke. Und bestellte sich einen schönen Gingrapefruit, der sofort - und ohne besondere Show - von Christoph vor ihn hingestellt wurde.
Doch dann ging die Tür auf und die braunhaarige Frau kam wieder herein, ging zur Theke und fragte Christoph irgendwas. Er zuckte entschuldigend mit der Schulter und wies lächelnd zu P. hinüber. Sie sah ihn fragend an und kam dann zu ihm rüber. "Hallo Großer, ich möchte dich etwas fragen!" P. fragte sich, wie lange er seine müde und schlechtgelaunte Verfassung noch durchhalten konnte, als er in die schönen braunen Augen blickte. Er überlegte blitzartig

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen