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Rheingau-Höllen Kriminalroman von Reinbacher, Stephan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.01.2019
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Rheingau-Höllen

Der dritte Fall für Phantombildzeichnerin Elisa Lowe. Um einer Freundin einen Gefallen zu tun, zeichnet Phantombildzeichnerin Elisa Lowe das Porträt eines Mannes, der ihr selbst völlig unbekannt ist. Wenig später taucht das Bild als Fahndungsfoto in den sozialen Medien auf - und der Mann wird ermordet aufgefunden. Tatverdächtige: Elisa. Auf ihrer atemlosen Flucht durch die Region versucht sie, Beweise für ihre Unschuld zu finden. Doch nicht nur die Polizei ist hinter ihr her. Sondern auch der wahre Mörder. Stephan Reinbacher stammt aus Hamburg, lebt aber seit 14 Jahren im Rheingau. Nach seinem Jura- und Psychologiestudium landete er beim Fernsehen, wo er als Reporter und Kameramann aus den Gerichtssälen der Region berichtet. Sein erster Roman 'Die Schatten von Wiesbaden' ist der Siegertitel im Krimiwettbewerb mit dem Wiesbadener Kurier.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 24.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960414353
    Verlag: Emons Verlag
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Rheingau-Höllen

2

Als Elisa zu Beginn der neuen Woche ihr Büro betrat, hatte sie Evelins Besuch beinahe vergessen. Sie war am Samstagnachmittag zu ihrer Mutter nach Kiedrich gefahren und mit den Worten begrüßt worden: "Kind, du kommst mitten in der Woche - musst du nicht arbeiten?" Zwar hatte Elisa die Mutter schnell vom richtigen Wochentag überzeugen können, aber sie machte sich trotzdem Gedanken. Begann Alzheimer mit dem Verlust der zeitlichen Orientierung? Sollte sie ihre Mutter auffordern, sich untersuchen zu lassen?

Am Sonntag hatte sie noch einmal angerufen, aber als sie das Gespräch auf Gedächtnislücken gebracht hatte, war ihre Mutter wütend geworden. "Nur weil ich mal einen Fehler mache, bin ich doch nicht doof", hatte sie geschimpft und dann einfach aufgelegt.

Elisa überlegte, ob sie jemanden kannte, der als Neurologe arbeitete. Oder fiel das Problem eher in das Fachgebiet eines Psychiaters? Noch in Gedanken öffnete sie die Tür zu ihrem Büro und erschrak. Drei Männer standen im Raum und schienen sie schon zu erwarten.

"Guten Morgen, Frau Lowe", begann Polizeipräsident Jürgen Bender. Sein Gesichtsausdruck war finster, auf der Stirn hatte er eine steile Falte. Rechts neben ihm stand Polizeihauptkommissar Engeholm. An der linken Seite des PP lehnte ein uniformierter Beamter mit dem Rücken an Elisas Schreibtisch. Dieser Mann hielt einen großformatigen Computerausdruck in den Händen, den er jetzt zu Elisa umdrehte. Sie erkannte das Bild natürlich sofort. Es war die Zeichnung, die sie für Evelin gemacht hatte. Darüber prangte in großen Lettern der Satz: "Gesucht wegen Vergewaltigung".

Elisa meinte im Boden zu versinken. Eine Weile sprach niemand im Raum ein Wort. Dann fragte Bender mit seiner gewohnt tiefen, Respekt einflößenden Stimme: "Was haben Sie dazu zu sagen, Frau Lowe?"

"So war das nicht gedacht", stammelte Elisa, die spürte, wie sie rot anlief. Sie konnte einfach nicht glauben, was sie sah.

"Und wie war das gedacht?" Bender sprach betont langsam und kniff die Augen zusammen, als ob ihn das ausgedruckte Fahndungsplakat blenden würde.

"Als Scherz." Elisa fand selbst, dass ihre Antwort dämlich klang.

"Ein Fahndungsplakat, das in den sozialen Netzwerken gepostet wird, noch dazu mit dem Logo des LKA - das halten Sie für einen Scherz?" Es war PHK Engeholm, der diese Frage stellte.

Elisa wandte sich ihm zu. "Ich habe nur das Bild gezeichnet. Von dem Plakat hatte ich keine Ahnung. Eine Freundin hat mich besucht - und mich darum gebeten, das Bild zu malen. Sie hat mir gesagt, es sei für eine Hochzeitszeitung."

"Hat diese Freundin einen Namen? Vielleicht auch eine Telefonnummer?", fragte Polizeipräsident Bender.

Die Verärgerung war ihm noch immer deutlich anzuhören. Er nahm sein Smartphone aus der Tasche und öffnete die Notizblock-App. Elisas Gedanken rasten. Warum hatte Evelin ihr nicht die Wahrheit gesagt? Natürlich - weil sie das Bild dann gar nicht erst gezeichnet hätte. Aber was steckte wirklich hinter der Aktion? Ihr fiel Evelins Gesicht wieder ein, die dunklen Schatten unter den Augen, der flackernde Blick. Wenn sie vergewaltigt worden war und den Täter suchte, warum kam sie zu ihr und ging nicht zur Polizei? Was auf jeden Fall feststand, war, dass Evelin Hilfe brauchte. Elisa wusste, dass sie jetzt keine Zeit hatte, länger nachzudenken, wenn sie nicht riskieren wollte, unglaubwürdig zu erscheinen. Sie sah Jürgen Bender ins Gesicht.

"Es tut mir leid, eine Telefonnummer habe ich nicht, weil ich selbst meine Freundin länger nicht gesehen habe. Ich weiß auch nicht, wo sie zurzeit wohnt. Sie hat mir versprochen, sich demnächst noch einmal zu melden. Aber ob sie das wirklich tut ..."

"Dann wenigstens ihren Namen." Bender trommelte mit den Fingern auf sein Handy. "Bitte, Frau Lowe."

"Natürlich", sagte Elisa und bemühte s

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